„Auf jeder Halde ein Leiche“ - Die achte Auflage von Mord am Hellweg wirft ihre Schatten voraus

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Arno Strobel war zu Gast in Gelsenkirchen, „um das hiesige Lebensgefühl zu spüren, zu erfahren, wie es hier riecht, welche Atmosphäre herrscht, wie die Menschen hier gehen und reden und was sie tun.“ Ihm geht es weit über die Straßennamen und die Straßenführungen hinaus, um eine Stadt kennenzulernen. Foto: Gerd Kaemper
Gelsenkirchen: Stadtbibliothek Gelsenkirchen |

Europas größtes internationales Krimifestival „Mord am Hellweg“ geht im Jahr 2016 in die achte Saison und Gelsenkirchen ist dann zum vierten Mal mit von der Partie und lässt einen der Autoren auch hier morden. Das wird im kommenden Jahr Arno Strobel sein, der sich vergangene Woche schon mal mit den Gegebenheiten und Örtlichkeiten in Gelsenkirchen vertraut gemacht hat.

Strobel hat sich in Gelsenkirchen umgesehen


Ob es dabei wirklich auf jeder Halde eine Leiche geben wird, wie Herbert Knorr vom Westfälischen Literaturbüro in Unna und Festivalleiter von Mord am Hellweg unkte, weiß Strobel noch nicht. Auf jeden Fall kam er in den Genuss gleich mehrere Halden in Gelsenkirchen zu erklimmen.

„Glaube.Liebe.Leichenschau“


Das Krimifestival steht im nächsten Jahr unter dem Motto „Glaube.Liebe.Leichenschau“ und dazu passend hat sich der Autor, der auserkoren wurde den Gelsenkirchener Beitrag für die Krimi-Anthologie zum Festival zu schreiben auch in der Stadt umgesehen.

Neue Eindrücke vom Ruhrgebiet gesammelt


„Bisher habe ich im Zusammenhang mit Gelsenkirchen immer nur an Ruhrpott, Bergbau, trist und grau gedacht, aber ich bin in den drei Tagen hier vor Ort eines Besseren belehrt worden. Ich bin wirklich erstaunt darüber wieviele Kulturprojekte und wieviel Grün es hier gibt. Das hätte ich nie gedacht“, zeigt sich der Autor, der lange in Luxemburg lebte und arbeitete und jetzt eher ländlich nahe Trier lebt, erstaunt, aber auch beeindruckt. Besondern beeindruckt hat ihn die Bergbaugeschichte und die Detailverliebtheit beim Erhalt der Industrieorte.
Er verspricht, dass er seine Eindrücke noch frisch zu Papier bringen möchte, weil er jetzt „noch emotional nahe dabei ist“. Dabei schwebt ihm ein Brückenschlag vor, mit dem er die Historie des Bergbaus mit den heutigen Gegebenheiten verbinden und dabei natürlich mindestens einen Mord schildern möchte. „Aber bisher schwirrt mir nur eine vage Idee im Kopf herum“, lacht Arno Strobel vielsagend.

Zur Person des Autors


Er sieht sich selbst als spätberufenen Schreiber, denn er hat erst im zarten Alter von 40 Jahren zu Stift und Papier gegriffen, um Kurzgeschichten zu verewigen. Denn eigentlich war er Informatiker und hat 22 Jahre lang als solcher in einer Bank in Luxemburg gearbeitet. Dabei hat er immer schon gern gelesen und nach dem ersten Schritt zu einem neuen Hobby stellte sich auch der Erfolg ein.
„Die gute Resonanz auf meine Kurzgeschichten machten mir Lust auf mehr. An meinem ersten Buch, einem Vatikanthriller, habe ich drei Jahre gearbeitet und zwei weitere Jahre nach einem Verlag gesucht“, schildert der inzwischen erfolgreiche Autor.
Sein zweiter Roman ging ihm schon sehr viel flüssiger von der Hand und im Januar erscheint sein nunmehr 7. Psychothriller. Nebenbei schreibt er jetzt auch Jugendthriller und hat einen gemeinsamen Thriller mit Ursula Poznanski unter dem Titel „Fremd“ veröffentlicht. Das Team Poznanski/Strobel arbeitet derweil schon am nächsten gemeinsamen Werk.
Kurzgeschichten schreibt Arno Strobel heute gar nicht mehr, „weil sie zum einen nicht mal eben kurz und schnell geschrieben sind und man zum anderen eine Buchidee dafür verbrät.“ Für den Mord am Hellweg macht er aber eine Ausnahme: „Da sagt man nicht nein.“

Es wird wieder eine Anthologie geben


Das hört Herbert Knorr gern. Denn zu jedem Mord am Hellweg-Festival gehört auch eine Anthologie, in der Morde in den Spielstädten des Festivals begangen werden.
Das Festival wird im nächsten Jahr vom 17. September bis zum 12. November stattfinden. Natürlich wird es dabei auch Lesungen in Gelsenkirchen geben und das nicht nur weil Herbert Knorr hier zu Hause ist, sondern auch weil es „hier schöne Orte und Bedingungen“ gibt. Dabei sind die Veranstalter des Festivals immer auf der Suche nach neuen und außergewöhnlichen Orten.

Das Exodus als möglicher Spielort


Einen solchen haben sie zum Beispiel an der Bochumer Straße gefunden mit dem Theatersaal hinter dem Lokal „Exodus“, der früher einmal als „Theater des Westens“ bekannt gewesen sein soll. „Da passen zwischen 200 und 250 Besucher rein und der Raum hat etwas verruchtes. Es gibt eine Bühne, eine Tanzfläche, vielleicht auch eine Poledance-Stange. Auf jeden Fall wäre das der richtige Raum für eine erotische Nacht oder besser eine Sex and Crime-Lesung“, lacht Herbert Knorr in der Hoffnung, dass der Ort für das Festival genutzt werden kann.
Auf jeden Fall dabei sein wird auch im nächsten Jahr wieder das Schloss Horst und hier verspricht Knorr eine Lesung eines „deutschen Spitzenstars“. Man darf gespannt sein.
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