Ein neuer Help-Laden mitten in der Gelsenkirchener City

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Oberbürgermeister Frank Baranowski und Task Force-Chef Jürgen Hansen schnitten gemeinsam feierlich das Band durch, um den Help-Laden in der Gelsenkirchener City zu eröffnen. Foto: Gerd Kaemper
 
Wer dieses Schaufenster sieht, der ist angekommen am neuen Help-Laden mitten in der City von Gelsenkirchen. Foto: Gerd Kaemper
Gelsenkirchen: Help-Laden Gelsenkirchen |

„Es wird nicht lange dauern, bis es sich herum spricht unter den Flüchtlingen und auch den Hilfewilligen bis es sich herumspricht, dass wir jetzt hier zu erreichen sind“, freut sich Jürgen Hansen vom Verein Task Force Flüchtlingshilfe Gelsenkirchen, der seit dieser Woche an der Von-der-Recke-Straße 3 eine feste Adresse hat.

Der zweite Help-Laden für die Stadt Gelsenkirchen


Nachdem es in Buer im Eine Welt Laden der Apostel-Kirche an der Horster Straße 35 bereits seit geraumer Zeit einen Help-Laden gibt, hat nun auch Gelsenkirchen eine solche Anlaufstelle für Flüchtlinge und auch Bürger, die sich ehrenamtlich einbringen möchten in die Flüchtlingshilfe.

Erreichbarkeit in der Anfangszeit


Derzeit ist der Help-Laden an der Von-der-Recke-Straße zwar nur motnags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs von 14 bis 16 Uhr geöffnet und erreichbar unter Telefon 40522677, der Jürgen Hansen, der „Vater“ der Taskforce Flüchtlinshilfe, geht davon aus, dass diese Zeiten schon bald deutlich aufgestockt werden bis hin zur Fünf-Tage-Woche und einem regelrechten Schichtdienst.
„Das ist aber natürlich schwierig mit Ehrenamtlern zu stemmen. Da bräuchten wir dann schon genügend Rentner und andere Menschen mit Zeit, die zu Zeiten einspringen, wenn die Berufstätigen noch ihrer Tätigkeit nachgehen“, weiß Hansen, der selbst neben seinem Broterwerb viel Zeit in die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit einbringt.

Der Ziel sind fünf Tage und Schichtdienst


Die Ausweitung der Öffnungszeiten sieht er aber auch als notwendig, denn angesichts der Tatsache, dass „das Sozialamt nur etwa 50 Meter Luftlinie entfernt an der Zeppenlinallee liegt, ist damit zu rechnen, dass der Ansturm an diesen Help-Laden sehr groß sein wird.“
Auf 128 Quadratmetern befinden sich im Help-Laden ein Besprechungstisch, an dem auch gern mal eine ganze Flüchtlingsfamilie Platz nehmen kann, um mit den Task Forcelern ins Gespräch zu kommen, zwei Schreibtische, einer davon mit Computerarbeitsplatz, eine Art Wohnzimmer-Ecke, die gemütlich eingerichtet ist und einen Wohlfühlcharakter vermittelt, eine Küche, in der zumindest Kaffee und Tee gekocht werden können und einen großzügigen Seminarraum, in dem nun Deutschkurse und „Leben in Deutschland“-Kurse stattfinden können. Der Bestand des Help-Ladens ist für das Jahr 2016 gesichert, denn die Miete ist durch Spendengelder bereits entrichtet, so dass sich die bürgerschaftlich Engagierten nur um das kümmern müssen, was ihnen am Herzen liegt: Die Flüchtlinge.
Aufmerksam wurde die Task Force durch Stadtrat Dr. Manfred Beck auf das leerstehende Ladenlokal mitten in der City und dieser stellte auch gern den Kontakt zum Vermieter her. Letzterer kann gut mit seinen neuen Mietern leben und besuchte auch gern die feierliche Eröffnung.

Ehrenamtliches Engagement macht Help-Laden möglich


Belebt wird der Help-Laden durch bürgerschaftliches Engagement, was Jürgen Hansen durchauch wichtig ist: „In Deutschland wir häufig viel zu schnell nach dem Staat gerufen. Wie soll denn eine ohnehin klamme Kommune unterstützen? Natürlich könnte Staat alles regeln, aber das will man ja auch gar nicht, sobald es um die Privatsphäre geht. Aber dank der vielen freiwilligen Helfer brauchten wir bislang nicht nach dem Staat zu rufen. Man kommt aber auch an Grenzen und dann muss man den Staat oder Unternehmen um Hilfe bitten.“

Hier wird Hand in Hand gearbeitet


Hansen gibt zu bedenken, dass die Hauptamtlichen bzw. städitschen Mitarbeiter an staatliche Vorgaben gebunden sind. Da gibt es die nötigste Erstausstattung für eine Wohnung, nicht mehr und nicht weniger. Das Ehrenamt sieht er als ergänzende Hilfe: „Bei uns melden sich Leute, die eine Wohnung auflösen möchten. Da fährt Uwe Bestmann hin, holt die Sachen ab und bringt sie zu den Familien, die sie gebrauchen können. Damit ist beiden Seiten geholfen.“

Die Taskforce Flüchtlingshilfe ist jetzt ein Verein


Seit dem 4. Februar hat die Taskforce Flüchtlingshilfe Gelsenkirchen Vereinsstatus und den Vorstand bilden Jürgen Hansen, Uwe Bestmann und Andreas Jordan. In dem Verein sind Freiwillige immer herzlich willkommen und dabei ist es egal, wie sie sich einbringen können, hauptsache, sie wollen sich einbringen. „Nicht erwünscht sind Menschen mit links-extremistischen und solche mit braun gefärbten Parteibüchern“, wie Hansen erklärt. Derzeit laufen 138 feste Mitstreiter unter dem Dach der Task Force, eine Zahl, die sich sehen lassen kann.
Im Help-Laden wollen Hansen und Co. schon bald Kurse zu geordneten Zeiten und nach Wissensstand sortiert anbieten. „Es soll niemand den vierten Kurs Deutsch für Anfänger belegen müssen. Darum wird es auch solche für Fortgeschrittene geben. Wir sind auch vorbereitet darauf, dass es Frauen geben wird, die nur in Begleitung ihrer Ehemänner an Kursen teilnehmen dürfen. Auch hier wird es ein spezielles Angebot geben“, schildert Hansen.

Flüchtlinge müssen das Leben in Deutschland lernen


Als große Herausforderung sieht er den Kurs „Leben in Deutschland“. Denn dazu gibt es klare Vorgaben von Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das Bundesarbeitsministerium. Der Kurs ist wichtig, um den Flüchtlingen zu vermitteln, wie wir miteinander umgehen, wie mit Frauen umgegangen wird und welchen Stellenwert Frauen in unserer Gesellschaft haben. „Köln hat gezeigt, wie wichtig das ist“, erinnert der Ehrenamtler.
Derzeit liegen rund 900 „Willkommen“-Hefte bereit, die die Flüchtlingshilfe München als sogenanntes Münchener Modell entwickelt hat. Darin wird in verschiedenen Sprachen vermittelt, wie das Leben hier abläuft. Mit Bildern und Texten werden so die ersten Schritte verdeutlicht.
Auf die Frage nach dem Warum? Warum engagiert er sich so sehr für Flüchtlinge hatte Jürgen Hansen eine klare Antwort: „Wir sind Gesellschaft und wenn wir das nicht anpacken wer dann? Wir müssen uns klar machen, wie dankbar wir sein können, dass wir hier leben in Frieden und Freiheit und das sollten wir auch jedem gönnen, der es verdient hat. Und dabei sollte es für uns egal sein, ob er vor Krieg oder dem Hungerleid flüchtet.“
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