Erstes Nachbarschaftsfrühstück in der „Villa“ in Heßler war ein Erfolg

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Die Seniorenvertreterinnen und Nachbarschaftsstifter (SeNa) Heßler luden ein und rund 40 „Nachbarn“ kamen.

(Gelsenkirchen, 17.04.2015) Am Freitag, dem 17. April, fand im städtischen Jugendzentrum, die „Villa“, an der Kanzlerstraße in Heßler das 1. Villa Nachbarschaftsfrühstück statt. Die drei dort tätigen SeNa: Annette Walling, Nurettin Berber und Manuela Gartmann-Specka verfolgten damit das Ziel, Heßleranern neben der Möglichkeit für einen gemütlichen nachbarschaftlichen Klön einen netten Rahmen zur Verfügung zu stellen, um sich in lockerer Atmosphäre mit der Bezirksbürgermeisterin Marion Thielert, dem Seniorenvertreter Ernst Majewski und ihrem Bezirksverordneten Manfred Beckmann darüber auszutauschen, warum man so gerne in diesem Stadtteil lebt, und was es zu verbessern gilt. Rund 40 Nachbarn waren ihrer Einladung gefolgt.

Nachbarschaftlicher Klön mit Bürgervertretern

Im kleinen Stadtteil Heßler lebt und wohnt man gerne und das in vielen Fällen seit Generationen; darüber war man sich einig. „Schließlich haben wir ja sogar ein kleines Freibad, unsere kleine Wohlfühloase vor der Haustür!“, wirft Dieter Endrejat in die Gesprächsrunde, und alle nicken bestätigend. Nurettin Berber gibt zu bedenken: „Aber wie lange noch? Erinnert Euch, es stand schon mal die Schließung zur Diskussion! Für die Erhaltung des Jahnbads müssen wir vielleicht bald genauso kämpfen wie für die Nachfolge von EDEKA.“
Die Sicherstellung der Nahversorgung durch die Übernahme des Lebensmittelmarktes am Fersenbruch durch die Gafög ist sicherlich ein Meilenstein gemeinsamer Bemühungen von Kommune, Politik aber auch Bürgerbeteiligung zur Erhaltung einer intakten Infrastruktur in diesem Stadtteil von Gelsenkirchen, der sich seinen dörflichen Charakter erhalten konnte. Viel Grün gibt es hier und viele kleine Eigenheime vor allem aber die schmuck herausgeputzten besonders alten Siedlungen Klappecken- und Grawenhof; hier und in den vielen anderen kleinen Straßen und Sackgassen kann man sehen und fühlen, dass Nachbarschaft noch gelebt wird. Das können auch Manuela Gartmann-Specka und Annette Walling bestätigen, denn nicht so selten werden die SeNa durch einen Nachbarn „ins Boot geholt“, wenn es Probleme im Haus daneben gibt. „Oft schon bin ich durch einen aufmerksamen Nachbarn gebeten worden, einmal bei einer älteren Person oder einem Ehepaar vorbeizuschauen, weil es dort Beratungs- oder Hilfebedarf gab.“, weiß Manuela Gartmann-Specka zu berichten, und ihre Kollegin Annette Walling nickt bestätigend mit dem Kopf.

Wenig Seniorenwohnungen, kein betreutes Wohnen, keine Seniorenwohnanlage trotz drängenden Bedarfs

An dieser Stelle entsteht dann plötzlich eine ernsthafte und angeregte Diskussion über eine Problematik, die es neben den vielen positiven Dingen in Heßler leider auch gibt. In diesem Stadtteil, in dem man eben gerne alt wird und es auch zukünftig werden möchte, gibt es nur ein Gebäude, in dem man eine Seniorenwohnung mieten kann. Dies ist zwar `in die Jahre gekommen` wird aber hoffentlich in absehbarer Zeit an den heutigen Standard barierrearmen Wohnens angeglichen werden.
Das größere Problem ist allerdings die erhöhte Nachfrage nach solchen Wohnmöglichkeiten, die zurzeit im Stadtteil selber nicht befriedigt werden kann. Über dieses eine Gebäude auf der Kanzlerstraße hinaus gibt es keine weiteren Seniorenwohnungen. Die Möglichkeit von betreutem Wohnen oder eine Seniorenanlage fehlen ganz. Viele Heßleraner sind schon älter und das kleine Eigentum, in dem man hier vielfach wohnt, kann dann schnell zu Last werden. Immer drängender wird der Bedarf nach entsprechendem Wohnraum, der es möglich macht, auch im Alter nicht aus Heßler wegziehen zu müssen. Dabei ist es gleich, ob man ein eigenes kleines Häuschen hat oder zur Mieter wohnt wie Liselotte Hohenstein. „Zur Zeit fühle ich mich noch pudelwohl in meiner Mietwohnung. Aber wie schnell kann sich das aufgrund meines Alters und dann eintretender massiver körperlicher oder geistiger Einschränkungen ändern. Liebend gerne würde ich auch in einem solchen Fall in Heßler wohnen bleiben. Das hat ja auch was mit Lebensqualität zu tun, wenn man dort bis zu seinem Ende bleiben kann, wo man verwurzelt ist und so wie ich viele Kontakte und Freundschaften aufgrund meiner jahrzehntelangen ehrenamtlichen Tätigkeiten aufgebaut hat.“, vertritt Liselotte Hohenstein viele Heßleraner auch die, die noch nicht in ihrem Alter sind, sich aber schon jetzt Gedanken über ihren Ruhestand in ihrem „Dorf“ machen.

Heßleraner werden in ihrer Forderung unterstützt

„Hier ist massiver Handlungsbedarf, für den ich mich als Seniorenbeauftragter einsetzen werde.“, verspricht Ernst Majewski der lebhaft diskutierenden aber auch fordernden Runde. „Wenn nicht, dann kannst Du Dich demnächst nicht mehr im neuen Gafög-Laden sehen lassen, und Du willst doch wohl auch noch in den nächsten Jahren in Heßler wohnen bleiben, oder?“, lacht ihn Manfred Beckmann an.
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