Gottes Segen vom Papst

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Die erste CD mit „Vater unser Hits“ übergab Detlev Jöcker Papst Franziskus bei einer Audienz im Vatikan. Die CD enthält 14 Lieder, erscheint beim Label „Europa Family Music“ und kostet 9.99 Euro .Foto: Judith Schmitz
 
Kinderliedermacher Detlev Jöcker mit seiner Gitarre, wie man ihn von unzähligen Auftritten kennt. Foto: Privat

Auch wenn es schon einige Tage her ist, zeigt sich der Kinderliedermacher Detlev Jöcker aus Münster nach wie vor zutiefst beeindruckt von seiner Audienz bei Papst Franziskus in Rom. Der Musiker ließ diese Begegnung mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche nicht verstreichen, ohne ihm eine Vorab-CD seines neuesten Werkes „Vater unser Hits“ zu überreichen.

Der Stadtspiegel im Gespräch mit Detlev Jöcker

Der Stadtspiegel sprach mit dem Mann, der in seinem Leben bisher mehr als 1.300 Songs geschrieben hat, darunter über 300 religiöse Lieder für Kinder von der Geburt bis zum achten Lebensjahr. Jöcker hat 13 Millionen Tonträger verkauft und war der erste Liedermacher, der Lern-, Spiel- und Bewegungslieder für Vorschulkinder komponiert hat. Er ist inzwischen schon zwei Generationen durch seine Lieder ein Begriff.

Stadtspiegel: Sie waren kürzlich bei Papst Franziskus. War das Ihr erster Besuch bei einem Papst?
Detlev Jöcker: „Ja, ich war zum ersten Mal bei einem Papst und nun noch dazu bei einem, den ich zuvor schon sehr verehrt habe. Franziskus steht für die lebendige Ökumene und auch evangelische Christen sind von ihm begeistert. Ich war und bin noch immer voller Emotionen und ganz beeindruckt von dem Charisma des Papstes.“

Sie waren auf die Begegnung vorbereitet und hatten Ihre neue CD „Vater unser Hits“ mit dabei, um sie dem Papst zu schenken. Wie war das für Sie?
„Franziskus wusste schon Bescheid. Ich habe seine Kraft bewundert, als er sich sehr interessiert zeigte und in einem guten Deutsch mit mir plauderte. Ich wusste nicht, dass er eine Weile in Deutschland gelebt hat. Ich muss aber auch zugeben, dass ich beeindruckt war von dem ganzen Umfeld im Vatikan. Schon während ich gewartet habe, konnte ich feststellen, dass viele bekannte Gesichter aus Politik und Showbiz zugegen waren. So stand ich zum Beispiel neben Arnold Schwarzenegger, der sehr nett war, aber gar nicht so groß, wie ich immer gedacht hatte.“ (lacht)

Wie kam es, dass Sie gerade jetzt die Idee hatten das Vater unser kindgerecht zu vertonen?
„Ich komponiere schon seit 40 Jahren religiöse Lieder. Inzwischen bin ich vierfacher Großvater und habe wieder viele Einblicke in junge Familien in der heutigen Zeit. Und darum dachte ich mir, dass gerade in dieser nicht ganz einfachen Zeit eine solche Musik hilfreich sein könnte.“

1.300 Lieder, das hört sich unglaublich an. Woher nimmt man die Ideen dazu?
„Ich habe vier Kinder mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten. Mein ältester Sohn ist inzwischen 43, der jüngste 21. Ich habe sie ihr Leben lang als Vater und Musiker begleitet. Das fing an mit Wickeltischliedern, ging über Lauflernlieder bis zur ersten Schulzeit. Ich glaube, dass man durch die Musik auch Werte vermitteln kann wie das Zuhören, das nicht dazwischen quatschen und auch die Sprachbildung fördert.“

Was hat sich im Laufe der Jahre geändert an den Inhalten Ihrer Lieder?
„Als Großvater schaue ich glaube ich mehr auf die Sicherheit, wenn ich meine Enkel auf dem Spielplatz beobachte. Und ich stelle dann auch fest, dass mein Haus nicht mehr kindgerecht ist und für Kinder gefährliche Reinigungsmittel frei zugänglich gelagert sind. So finde ich neue Ideen. Aber auch die vielen Flüchtlinge, die hier eine Zuflucht suchen, sind ein Thema für mich. Denn ich hoffe, dass ihnen meine Musik unsere Sprache, Inhalte und Werte näher bringt.“

Auf der CD „Vater unser Hits“ sind auch Kinderstimmen als Soli zu hören. Wo haben Sie die Kinder entdeckt?
„Das ist einfach Zufall gewesen. Auf die Sängerin, die ein Solo singt, haben mich Freunde aufmerksam gemacht, als ich eine schöne warme „Mutterstimme“ suchte. Die beiden Kinder sind neun und zehn Jahre alt und besuchen die Musikschule in Havixbeck.“

In einem Interview, das Sie gegeben haben, zitierten Sie Elton John. Sind Sie ein Fan und tragen ähnlich wie er die passende Brille zum Outfit?
„Ich verehre ihn sehr, aber aus dem Fan-Alter bin ich heraus. Dass ich bei der Gelegenheit, die Sie ansprechen, eine rote Brille zum roten Hemd getragen habe, war Zufall. Bei uns im Haus geistern immer sechs Brillen herum und ich nehme die, die mir am nächsten liegt.“

Welche Musik mögen Sie?
„Ich bin mit den Beatles groß geworden. Das war eine göttliche Musik, die mich sehr geprägt hat. Und heute denke ich beim Zuhören daran zurück, was ich damals empfunden habe, als die Songs aktuell waren. Ansonsten mag ich Jimi Hendrix, die frühen Stücke von Michael Jackson und die Gruppe Toto. Aber ich höre auch sehr gern Bach und Telemann oder südamerikanische Klänge wie Salsa, zu dem ich auch tanzen kann.“

Bei den „Vater unser Hits“ gibt es einen Song mit Reggaeklängen. Wie kam es dazu?
„Für mich muss es eine Verbindung zwischen dem Text und der Musik geben. Jetzt ging es um Lebensfreude und die Liebe zu Gott, da passt Reggae, weil es eine archaiche Musik ist, aber auch eine internationale Musik, wie eben auch das Thema der CD Christen auf der ganzen Welt anspricht.“
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