Weil „sicher“ nicht sicher genug ist

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Heinz-Klaus Junk wird von Admir Lala gepflegt. Auch für den Bewohner ist das Bleiberecht seines Pflegers eine Herzenssache: „Er ist ein richtig guter Pfleger und arbeitet hart. “ Foto: Julia Dillmann/Caritas.
Gelsenkirchen: Liebfrauenstift |

Seit drei Monaten arbeitet ein ausgebildeter Krankenpfleger im Bundesfreiwilligendienst im Liebfrauenstift. Bewohner und Kollegen mögen ihn und sein Arbeitgeber Caritas möchte ihn weiter beschäftigen, ihm sogar eine Ausbildung ermöglichen. Dennoch sind Admir Lalas Perspektiven alles andere als gut, sein Asylantrag wurde bereits abgelehnt.

Albanien - ein sicheres Herkunftsland?


Ratternde Maschinenpistolen, Schüsse in einem Café und Admir Lala mittendrin. Glaubt man dem jungen Mann, bestimmen Blutrache, Korruption und Gewalt den Alltag in seiner Heimat Albanien. Und doch hat Deutschland Albanien als „sicheres Herkunftsland“ eingestuft.

Die Abschiebung droht jeden Moment


Für den Krankenpfleger bedeutet das seine drohende Abschiebung. „De facto könnte es jederzeit so weit sein“, weiß Liebfrauenstiftleiterin Elisabeth Baier. Für Pflegedienstleiter Michael Lork ein Unding: „Gerade im Zuge des bestehenden Fachkräftemangels in der Pflege ist Herr Lala ein positives Beispiel dafür, dass Flüchtlinge in Deutschland etwas bewirken können.“ Mit einer Medienoffensive möchten Freunde, Nachbarn und auch die Caritas ein Zeichen setzen.

Seit einem Jahr in Deutschland und gut integriert


Ende 2014 ist Admir Lala zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder nach Deutschland gekommen. Aus eigener Tasche bezahlte und belegte er zusammen mit seinem Bruder Indrit zeitnah einen Deutschkurs. Beide entschieden sich schnell für ein Ehrenamt, Admir bei der Caritas und Indrit bei der Tafel. Mittlerweile arbeitet Admir Lala seit drei Monaten als Bufdi im Liebfrauenstift. Da sein Abschluss aus Albanien nicht anerkannt wurde, würde ihm der Caritasverband auch gerne eine Ausbildung ermöglichen. Bruder Indrit hat ebenfalls die Aussicht auf einen Ausbildungsplatz, Mutter Xhema könnte im Hotelgewerbe arbeiten.
Familie Lala ist gut integriert. Ihre Schalker Nachbarn, Auf GE, Courage und die Caritas wollen, dass die Familie doch noch ein Bleiberecht bekommt. Als Freundeskreis der Familie Lala initiierten und unterstützen sie daher eine Petition an den Landtag.

Unterschriften werden gesammelt


Eine entsprechende Unterschriftensammlung kann unter www.caritas-gelsenkirchen.de abgerufen und ausgedruckt werden. Die ausgefüllten Listen können mittwochs von 10 bis 12 Uhr im „Treff International“, Hauptstraße 40, abgegeben werden.
Außerdem liegen Unterschriftslisten auch im Liebfrauenstift an der Ruhrstraße 27 aus.
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Karl-Heinz Hohmann aus Unna | 26.12.2015 | 07:47  
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