„Wir sind alle Jugendliche“

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Es gibt viele unbegleitete Flüchtlinge im Kinder- und Jugendalter, die sich hier schneller einleben und integrieren, wenn sie mit heimischen Jugendlichen in Kontakt kommen. Damit diese Annäherung klappt, bietet die Caritas das neue Peer-Projekt an. Foto: Gerd Kaempoer
„Wir sind alle Kinder und Jugendliche“, sagt Joscha. Mit diesem Satz hat er den Hintergrund des neuen Peer-Projekts der Caritas auf den Punkt gebracht: Joscha nimmt zusammen mit knapp 15 anderen Gelsenkirchener Jugendlichen an einer Schulung teil.
Die Schulung wird die Jugendlichen noch bis Ende April auf gemeinsame Aktionen mit geflüchteten jungen Menschen vorbereiten. „Hier geht es vor allem darum, den Kindern zu zeigen, dass und welche kulturellen Unterschiede es gibt. So werben wir von Anfang an für mehr Verständnis untereinander“, erklärt Christoph Grün, Caritas-Fachbereich Kinder, Jugend und Familie. Die langfristigen Ziele seien dabei, die Flüchtlingskinder in Jugendgruppen zu integrieren, und dass sich die jungen Menschen auch mal privat treffen.
Das passt auch zu den Vorstellungen der teilnehmenden Pfadfinder vom Stamm Rochus Spieker: „Es wäre schön, wenn wir ein bis zwei Kinder aus anderen Kulturen in den Gruppenrunden integrieren könnten“, so Marius, Leiter der Wölflinge, seine Motivation an der Schulung teilzunehmen. Bereits Ende letzten Jahres hatten Pfadfinder vom Stamm Albino Luciani ein Benefizkonzert veranstaltet, um das Projekt fördern zu können. Ganze 5.000 Euro sind so zusammengekommen.
Geld, das unter anderem die gemeinsamen Unternehmungen wie Kinobesuche oder Mitgliedsbeiträge finanzieren kann. Damit der Kontakt vorurteils- und konfliktfrei ist, sensibilisiert die die Caritas die teilnehmenden Jugendlichen für die Belange der Flüchtlingskinder. Michael Niehaus, Teamleiter der Caritas-Flüchtlingshilfe in Gelsenkirchen, dazu: „Kleine Anlässe können Situationen kippen lassen. Hier ist es gut, den Fokus auf das hier und jetzt zu setzen nach dem Motto ´Unser Leben ist hier sicher´. Das lenkt von der schlimmen Vergangenheit ab.“
Vivien Lowin, Caritasmitarbeiterin des Peer-Projekts, ergänzt: „Gleichzeitig haben wir auch schon oft die Erfahrung gemacht, dass ein großer Erzähldrang vorhanden ist.“ Auch Niehaus zeigt sich optimistisch: „Die Geschwindigkeit, mit der Flüchtlingskinder Dinge aufnehmen, ist enorm. So lassen sie sich zum Beispiel schnell auf die neue Sprache ein.“
Mit der Schulung wird den Jugendlichen vor allem gezeigt, was möglich ist und worauf sie achten sollten. Nach dem Initialprojekt sollen die Aktionen in Eigenregie weitergehen - selbstverständlich stehen die Fachleute der Caritas weiter zur Verfügung. Zurzeit gibt es 4200 Flüchtlinge in Gelsenkirchen; etwa die Hälfte ist unter 25 Jahren.
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