100. Todestag des Arbeiter-Kaiser August Bebel

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Heike Gebhard und Joachim Poß erinnerten für die Gelsenkirchener SPD an den 100. Todestag des Arbeiter-Kaisers August Bebel. Foto: Gerd Kaemper
 
Die Gäste sangen gemeinsam alte Arbeiter- und Kampflieder, wie das von den Webern. Foto: Gerd Kaemper
Gelsenkirchen: August-Bebel-Haus |

Die SPD Gelsenkirchen beging in dieser Woche den 100. Todestag ihres Vordenkers des „Arbeiterkaisers“ August Bebel, dem zu Ehren sie auch ihre Geschäftsstelle nach ihm benannten.

Überprüfung des Partei-Fundamentes

Doch dem Unterbezirk ging es dabei, wie die Vorsitzende Heike Gebhard, erläuterte nicht nur um den Namensgeber des Gebäudes, sondern vielmehr um die Vergewisserung des Fundamentes der Partei, das auf Thesen und Ideen August Bebels aufbaut.
„Sicherlich war man bei unserem Einzug in dieses Haus nicht ganz so euphorisch wie im Jahr 1947 als das August-Bebel-Institut in Berlin eröffnet wurde, aber wir waren uns sicher, dass Bebels Geist auch heute noch besteht und darum war er für uns der passende Namensgeber für unsere Geschäftsstelle“, erinnerte sich Heike Gebhard.

„Die Frau und der Sozialismus“

Die SPD-Landtagsabgeordnete erinnerte sich an ihre Juso-Zeit als sie erstmals mit August Bebels „Die Frau und der Sozialismus“ in Kontakt kam und zeigte sich dabei nachhaltig beeindruckt von seiner Aussage: „Die Frau der neuen Gesellschaft ist sozial und ökonomisch vollkommen unabhängig, sie ist keinem Schein von Herrschaft und Ausbeutung mehr unterworfen, sie steht dem Manne als Freie, Gleiche gegenüber und ist Herrin ihrer Geschicke.“
Dabei betonte Gebhard, dass Bebel genau so mit seiner Gattin Julie gelebt hat, als gleichberechtigte Partner. Und sie erinnerte daran, dass die Themen seiner Zeit noch heute aktuell sind, wenn man an das Ehegattensplitting denkt, dass Frauen, weil sie ja in der Regel weniger verdienen als ihre Männer, oft in die Steuerklasse 5 verbannt und die Frauen dann mit einem gefühlten Taschengeld nach Hause gehen, obwohl sie arbeiten.

„Chef-Historiker“ Sebastian Watermeier

Sebastian Watermeier ließ als „Chef-Historiker“ das Leben und Wirkeln August Bebels Revue passieren und nahm die Gäste mit auf eine Zeitreise zur Lage der Nation zu Lebzeiten August Bebels.

„Das Erbe August Bebels für die heutige Politik“

Über „Das Erbe August Bebels für die heutige Politik“ referierte der Bundestagsabgeordnete Joachim Poß und beleuchtete dabei, was Bebel wohl zur heute aktuellen Situation sagen würde.
Poß erläuterte: „Viele Fragen, die wir heute diskutieren, wären ihm durchaus vertraut: Lohndumping, Ausbeutung / Benachteiligung von Frauen, Intoleranz ja Rassismus, soziale Spaltung. Er würde schnell erkennen, dass sich der ihm bekannte Manchesterkapitalismus zu einem globalisierten Finanzkapitalismus (Raubtierkapitalismus) entwickelt hat. Dass die Versuche, die Schriften seiner Freunde Marx und Engels in die gesellschaftliche Wirklichkeit umzusetzen gescheitert sind.“

Grass: Die SPD steht sich selbst im Weg

Joachim Poß schilderte, dass Bebel feststellen würde, dass genau heute die eigentliche Stunde der Sozialdemokratie geschlagen hat, aber auch, dass sich die Partei wie schon zu seinen Lebzeiten schwer mit sich tut.
In diesem Zusammenhang zitierte Poß auch Günter Grass, der gerade an diesem Tag in der Süddeutschen Zeitung über die SPD sagte, dass die Sozialdemokraten es nicht verstehen, ihre eigenen Erfolge ins rechte Licht zu rücken. Das habe auch damit zu tun – so Grass -, dass sie selten mit dem was sie geschafft haben, zufrieden sind.
Desweiteren erläuterte Poss, wie interessiert sich Bebel zeigen würde an der Integration der Menschen mit Migrationshintergrund und er würde begeistert sein von den Bildungsmöglichkeiten, die sich den Menschen heute bieten, weil er sich selbst sein ganzes Leben lang weiter gebildet hat.
Der Bundestagsabgeordnete lobte August Bebel als einen Menschen, „der mutig war und auch gegen Gegner an trat, die scheinbar hoffnungslos überlegen waren. Er ließ sich nicht einschüchtern und nicht mundtot machen, auch nicht durch Haft, Hausdurchsuchung, Ausweisung oder Parteiverbot.“
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