ab 6.00 Uhr die zweite Runde des 24-Stunden-Blitz-Marathons.
Die Polizei will mit den Bürgerinnen und Bürgern über das Thema intensiver ins Gespräch kommen und sie beteiligen. "Die Menschen erleben in ihrer direkten Umgebung, dass viele Autofahrer rücksichtslos fahren und das Leben anderer gefährden.
Das macht sie wütend und besorgt", sagte Innenminister Ralf Jäger heute (20.
Juni) in Düsseldorf. "Für die Bürgerinnen und Bürger zählen nicht
statistische Unfallbrennpunkte, sondern diese Wutpunkte. Deshalb öffnet die
Polizei landesweit den Blitzmarathon für Bürgerhinweise und kontrolliert auch
an diesen Wutpunkten". Ab dem kommenden Montag, 25. Juni nimmt die Polizei
Vorschläge für Kontrollstellen per E-Mail entgegen. Die E-Mail-Adressen und
Telefonnummern der örtlichen Polizeibehörden stehen dann unter
www.24h-Blitz-Marathon.de.
Der Blitz-Marathon ist Teil der langfristigen Kampagne "Brems Dich - rette
Leben!" gegen Geschwindigkeitsunfälle. Seit deren Start vor sieben Monaten
haben Polizei und Kommunen die Zahl der "Geschwindigkeitskontrollen erhöht. Der
stärkere Kontrolldruck allein reicht aber nicht aus. "Wir brauchen Aktionstage
wie den Blitzmarathon, um die Menschen wachzurütteln", erklärte Minister
Jäger. "Es ist der landesweite Appell an alle - Autofahrer, Fußgänger und
Fahrradfahrer - sich dauerhaft an die Verkehrsregeln zu halten, um sich und
andere zu schützen."
Im letzten Jahr hatte es einen Anstieg bei Verkehrstoten um 15 Prozent gegeben.
In den ersten fünf Monaten dieses Jahres starben 207 Menschen im
Straßenverkehr. Das sind 13 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des
Vorjahres. "Der Rückgang ist ein Indiz, dass wir mit unserer neuen Strategie
auf dem richtigen Weg sind. Wir dürfen uns aber auf diesem Zwischenergebnis
nicht ausruhen. Jeder Tote bedeutet Schock, Wut, Trauer und Verzweiflung für
die Familie, Freunde und Arbeitskollegen", betonte Jäger.
Mit dem ersten Blitz-Marathon ist es gelungen, vielen Menschen ins Bewusstsein
zu rufen, wie gefährlich zu schnelles Fahren ist. Die meisten sind an diesem
Tag verantwortungsbewusster gefahren. Es wurde nur halb so viel gerast wie an
anderen Tagen. Die Polizei kontrollierte landesweit rund 456.000
Verkehrsteilnehmer. 17.169 von ihnen fuhren zu schnell. "Unser größter Erfolg
beim 24-Stunden-Blitz-Marathon wäre es, wenn sich alle an die Regeln hielten
und die Polizei keine Knöllchen ausstellen müsste", machte Jäger deutlich.
Kernpunkte der neuen Verkehrsstrategie der NRW-Polizei:
• Mehr Flexibilität: Kontrollen werden dort durchgeführt, wo nach örtlicher
Analyse der Unfallzahlen Radfahrer und Fußgänger besonders gefährdet sind und
überall dort, wo gerast wird.
• Mehr Offenheit: Die Kontrollstellen werden veröffentlicht. Die Polizei
setzt auch blau-silberne Streifenwagen an Kontrollstellen ein.
• Mehr Kontrollen: Durch einen Mix aus Kontrollen mit und ohne Anhalten wird
eine höhere Kontrolldichte erreicht.
• Mehr Konsequenz: Zu schnelles Fahren sowie Fehlverhalten von Radfahrern und
Fußgängern wird konsequent verfolgt.
• Mehr Kooperation: Die Zusammenarbeit und Koordination mit Kommunen wird
verbessert.






