450 Millionen Euro für den Emscher-Umbau

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Dr. Werner Hoyer (li.) und Dr. Uli Paetzel bei der Unterzeichnung des Finanzierungsvertrages – im Hintergrund sind die beiden Tunnel-Röhren des Abwasserkanals Emscher zu sehen. (Foto: Rupert Oberhäuser/Emschergenossenschaft)

Eines der größten Umweltprojekte Europas erhält erneut Unterstützung der Europäischen Investitionsbank (EIB). Die EU-Förderbank stellt der Emschergenossenschaft einen weiteren Darlehensrahmen in Höhe von 450 Millionen Euro für die umfangreiche Neugestaltung des Flusssystems zur Verfügung.

Dr. Werner Hoyer, Präsident der EIB, und Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, unterzeichneten den Vertrag vor spektakulärer Kulisse – in der 45 Meter tiefen Baugrube für das Pumpwerk Oberhausen.
Mit dem Darlehensrahmen kofinanziert die EIB das Investitionsprogramm der Emschergenossenschaft für die Jahre 2017 bis 2019. Es ist nach 2011 und 2013 bereits die dritte Finanzierung von Seiten der EIB für das umfassende Entwicklungsvorhaben.

Erneut stellt die Bank einen Darlehensrahmen in Höhe von 450 Millionen Euro zur Verfügung. Neben den großen Volumina kann die EIB aber auch besonders attraktive Kreditkonditionen bieten: Die Darlehen haben eine Laufzeit von bis zu 45 Jahren und können trotz des langen Zeitraums festverzinst werden. Dies bietet die Möglichkeit, das derzeit niedrige Zinsniveau langfristig zu sichern.
Das Ruhrgebiet ist mit seinen mehr als fünf Millionen Einwohnern der größte Ballungsraum Deutschlands. Der Fluss Emscher durchläuft das zentrale Ruhrgebiet - eine Region, in der fast zweieinhalb Millionen Menschen leben. Vor allem der Bergbau hat die Region wirtschaftlich geprägt, er hatte allerdings auch erhebliche Auswirkungen auf die Landschaft. Wegen der Absenkungen durch den Kohleabbau ließ sich hier kein unterirdisches Abwasserkanalsystem einrichten, sodass die Emscher und ihre Nebenläufe fast ein Jahrhundert lang als offenes Abwassersystem dienen mussten. Erst die Nordwanderung des Bergbaus Ende der 80er-Jahre ermöglichte den Emscher-Umbau.

Mit dem aufwendigen Generationenprojekt geht zugleich der ökologische Umbau der Flusslandschaft einher. Die Emscher wird wieder naturnaher umgestaltet. Ehemalige Nutz- und Brachflächen erhalten ihren Landschaftscharakter zurück. Auf diese Weise entstehen in der dicht besiedelten Region wichtige Natur- und Erholungsräume, die bereits heute die Lebensqualität der dort lebenden Menschen erheblich steigern. Ende 2020 soll die Emscher wieder weitestgehend abwasserfrei sein.

Europaweites Vorzeigeprojekt

Dr. Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank, sagte anlässlich der Vertragsunterzeichnung: „Die Renaturierung der Emscher ist Europaweit ein absolutes Vorzeigeprojekt. Sie belegt, wie eine über Jahrzehnte von der Industrie geprägte Region wieder zu einer naturnahen Landschaft zurückgeführt werden kann. Wir geben den Menschen hier ihren Fluss und damit ein Stück Lebensqualität zurück. Ich bin deshalb ausgesprochen stolz, dass wir, die EU-Bank, die Emscher-Genossenschaft mit bisher 1,3 Milliarden Euro bei diesem so wichtigen Vorhaben unterstützen. Denn es sind solche Projekte wie der Emscher-Umbau, die zentral sind für einen nachhaltigen Umwelt- und Klimaschutz. Und es sind genau diese Projekte, für die wir viel stärker werben müssen, denn sie bezeugen, was Europa konkret für seine Bürger leistet.“

Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft: „Unser Emscher-Umbau ist mit einem Investitionsvolumen von mehr als fünf Milliarden Euro und einer Laufzeit von mehr als drei Jahrzehnten nicht nur eines der wichtigsten wasserwirtschaftlichen Projekte in der Region, sondern es ist mittlerweile ein internationales Vorzeigeprojekt mit städtebaulichem Mehrwert für Mensch und Natur. Wir investieren nicht nur in die Revitalisierung einer kompletten Flusslandschaft, sondern vor allem in die Lebensqualität der Menschen im Emscherland. Der Darlehensrahmenvertrag mit der EIB unterstützt dieses wichtige Vorhaben.“
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