Aus für's Taubenhaus?

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Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehören wird? Das Ende des Aprils scheint auch das Ende des Taubenhaus e.V. zu sein. (Foto: Archiv)
Gelsenkirchen: taubenhaus |

Zuletzt appellierte der Vorstand des Förderkreises noch an die Bevölkerung, um Nachfolger zu finden. Doch niemand meldetet sich. Nun sieht der Verein die Stadt in der Verantwortung.

Der Förderkreis Taubenhaus Buer e.V. kümmert sich mit der Holzkonstruktion auf der Grünfläche zwischen Goldbergstraße und Springestraße um den Tierschutz und nicht zuletzt auch um sauberer Innenstädte. Mit artgerechtem Futter werden die Tauben hierher gelockt, ihnen wird ein Platz zum Eier legen gegeben und diese Eier werden dann durch Gipseier ersetzt, damit diese nicht ausgebrühtet werden können und die Anzahl der Tauben nicht weiter steigen kann.

Wertvolle und wichtige Arbeit

Diese wertvolle Arbeit, von der nicht nur Passanten und die Bueraner Geschäftsleute, sondern auch die Immobilienbesitzer profitieren, wird nun vom Vorstand aufgegeben. Vor mehreren Wochen rief dieser zur Mithilfe in der Bevölkerung auf: man suchte Nachfolger. Es fanden sich jedoch bisher lediglich eine Handvoll Männer, die zwar die manuelle Arbeit am Taubenhaus übernehmen würden, jedoch nicht die der Leitung.

Nachdem der Verein eine Absage von der Ehrenamtsagentur erhielt auf Nachfrage für eine Nachfolge, appelliert der Vorstand nun in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister Frank Baranowski und den Bezirksbürgermeister Thomas Klasmann, um dieses wichtige Projekt weiterhin auf den Beinen zu halten.

Die Stadt ist nun am Zug

In seinem Brief meint Karl Henke, Vorsitzender des Förderkreises: „Meiner Ansicht nach bleibt nur noch die Möglichkeit, dass eine städtische Einrichtung sich um dieses zarte Pflänzchen ‚Tierschutz‘ kümmert. [...] Man könnte ja auch an diese Aufgabe herangehen, indem man den Tierschutz als kommunale Aufgabe akzeptiert und nicht nur das Taubenhaus übernimmt, sondern indem man diese hilfreiche Maßnahme vorsichtig ausbaut.“

Ginge man nach den Zahlen des Vereins, würden auf die Stadt in diesem Fall Kosten im unteren vierstelligen Bereich zukommen. „Die Bereitschaft der Übergabe, verbunden mit einer fachmännischen Einarbeitung und der mittelfristigen Beratung besteht nach wie vor“ heißt es weiter in dem Brief, denn der Vorstand will für einen möglichst flüssigen Übergang sorgen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Bis zur Jahreshauptversammlung im Mai besteht noch ein kleiner Funken Hoffnung, dass sich doch noch jemand für die Leitung des gemeinnützigen Vereins interessiert. Sonst wird der Termin gleichbedeutend mit der Auflösung des Förderkreises.

Nachtrag:

Durch die stetige Berichterstattung des Stadtspiegels in dieser Sache kam bei der letzten Jahreshauptversammlung des „Förderkreis Taubenhaus Buer e.V.“ ein neuer Vorstand zustande: Als 1. Vorsitzende wurde Jasmin Windisch gewählt. Karl Henke übernimmt nun den Posten des 2. Vorsitzenden und neue Schatzmeisterin ist Solveigh Zieger. Auf dieser Jahreshauptversammlung waren ganze elf Teilnehmer anwesend; ein Rekord für den kleinen Verein, der nun zwar weiterbesteht, aber immer noch auf Spenden angewiesen ist.
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