Flyer-Freu(n)de – Wenn Aktionen Spaß machen

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Wie ich bereits ankündigte, haben wir von „Stellenanzeigen“ mit einer Flyeraktion die Initiative Sanktionsfrei unterstützt.

Kaum, dass wir uns vor dem Jobcenter an der Vattmannstraße in Gelsenkirchen trafen, begann es zu regnen. Wir sind zwar wetterfest, die Flyer leider nicht. Also mussten wir erst mal über Alternativen nachdenken. Wir freuten uns auch, Dirk von den Linken anzutreffen. Er verteilte nicht nur Flyer von Sanktionsfrei, sondern auch Infos über die Sozialsprechstunde der Linken. Wie wir wissen, wehren sich zu wenige Menschen, wurden sie sanktioniert. Daher müssen wir dringend informieren, wo man sich Hilfe holen kann.

In der gleichen Straße des Jobcenters befindet sich das Referat Soziales. Wir fanden es sehr sozial, uns dort erst mal unterzustellen. Das hielt und nicht davon ab, den vorbeilaufenden Menschen Flyer mit auf den Weg zu geben. Zugegeben, ihr Interesse auf eine Unterhaltung war ob des Wetters etwas gering. Also drehten Jo und ich uns um, fragten, ob wir Flyer im Referat auslegen dürfen und bekamen grünes Licht. Danke noch mal an dieser Stelle!


Irgendwie hatte ich Lust auf Guerilla-Flyer-Verteiling und ging zur VHS. Zwar hätte ich fragen können, aber möglich wäre auch eine Absage gewesen. Also legte ich ganz heimlich ein paar Flyer aus, in der Hoffnung, sie haben noch in die Tasche von Interessierten gefunden. Als ich aus dem Gebäude der VHS kam, schaute ich auf die andere Straßenseite.

War es die Sonne oder ein sakrales Licht? Das Büro der Grünen in Gelsenkirchen erstrahlte, so dass ich mich wie durch eine magische Kraft angezogen fühlte. Ich wollte wieder zur Gruppe zurück, um meine Idee kundzutun. Da kam mir noch ein Herr entgegen. Einer inneren Eingebung folgend, sprach ich ihn zum Thema „Sanktionsfrei“ an und fragte, ob er Interesse an Information darüber hätte. Er blieb stehen und bejahte. Dazu sei erwähnt, dass mittlerweile wieder die Sonne schien. April halt. Kurz erklärte ich, was es mit Sanktionsfrei auf sich hat. Seine Reaktion gab im Grunde das wieder, was ich schon seit einiger Zeit versuche, der SPD klar zu machen.

Er: „Ich bin Protestwähler“
Ich: „Ich hoffe, nicht, dass Sie die AfD wählen“.
Er: „Nein, nein, früher die CDU. Aber die kann man nicht mehr wählen. Und die SPD schon mal gar nicht. Aber ich finde toll, was Sie machen. Früher habe ich ja über Sanktionen anders gedacht, aber so geht es ja nicht mehr.“

Er gab mir die Hand, bedankte sich für meine Arbeit und wollte sich den Flyer durchlesen. Diesen Dank gab ich auch gleich an die „Stellen anzeiger“ weiter, da es ja unsere gemeinsame Arbeit ist. So ein Gespräch ermutigt, weiterzumachen. Ich schlug vor, doch mal dem Grünenbüro einen Besuch abzustatten und zu erfragen, wie die Stimmung in Gelsenkirchen in Sachen Sanktionen ist. Zwischendurch habe ich verfolgt, dass es innerhalb der grünen Partei verschiedene Lager von Befürwortern und Nichtbefürwortern gibt. Wir klingelten und Patrick öffnete uns die Tür.

Ein sehr angenehmes Gespräch entwickelte sich zwischen uns. Man tauschte sich über eigene Erfahrungen aus und war sich einig, dass es so auch nicht weitergehen kann. Patrick war so lieb und nahm uns einen Stapel der Flyer ab, die er den Mitgliedern zuschicken wollte. Das nenne ich eine wunderbare Kooperation. Danke an dieser Stelle auch noch mal an Patrick!

Ein paar Flyer wollte Jo noch bei der Arbeitslosenberatung der ev. Kirche hinterlegen, die hatten bereits zu. Aber ich bin sicher, das holt er nach.

Unterwegs trafen wir noch Conny und Renate von der Lokalität Kenkenberg. Ohne die Unterstützung von Kenkenberg, hätte ich nie so viele politische Aktionen machen können. Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie viele Veranstaltungen und Treffen wir dort abhielten. Natürlich werden auch dort unsere Flyer ausgelegt. Und weg waren sie. Alle Flyer, die wir hatten, waren verteilt. Nun gilt es neue zu ordern, damit wir noch mal losgehen können.

Wir Stellenanzeiger haben uns erst mal eine Einkehr ins Café gegönnt. Dort wurden neue Ideen entwickelt, Informationen über die aktuelle Lokalpolitik ausgetauscht und weitere Kooperationen geplant. Wir fühlen uns in unserem Engagement, Sanktionsfrei zu werden, wirklich unterstützt. Danke dafür. Wir hoffen, dass die Idee der Initiative bundesweit auf diese positive Resonanz stößt, die wir mit dieser Aktion erleben durften. Bei der Gelegenheit möchten wir noch mal darauf hinweisen, dass das Crowdfunding bis zum 9 Mai läuft. Es werden noch ca. 47.000 Euro benötigt, damit die Finanzierung steht, auch Darlehen an Sanktionierte auszuzahlen, die von Wohnungsnot bedroht sind.

Eins konnten wir uns nicht verkneifen. Auf dem Weg nach Hause kamen wir am August-Bebel-Haus der SPD-Gelsenkirchen vorbei. Ich erinnerte mich an folgende Zeilen, die mir diese Partei kürzlich zukommen ließ:

„Ihren Vorwurf, wir würden geringe Wahlbeteiligung produzieren, weiden wir daher entschieden zurück, und laden Sie gerne ein, am Gegenteil mitzuwirken“.

Das haben wir dann getan, indem sie nun auch einen Flyer zwecks weiterer inhaltlicher Verbreitung nutzen können. Dabei ist auch unser Vorschaubild entstanden. Es soll uns ja keiner Vorwerfen, wir nehmen die SPD nicht ernst.

Die Vernetzung geht weiter.

Weiterführende Links:

Sanktionsfrei

Sozialverband Deutschland

Hartz-IV Sozialsprechstunde

Erwerbslosenberatung ev. Kirchenkreis
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