Nach einem Jahr in Texas: Zuhause, aber...

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Nach der Landung in Deutschland großer Bahnhof von Familie und Freunden für Kim: Da waren Jetlag und Abschiedsschmerz schnell vergessen. Fotos: Privat
 
„We will miss you, Kim! Take care!“ stand auf der Abschiedstorte, die Kim von ihrer Gastfamilie bekam. „War seeehr lecker“, lächelt sie.

Sie sucht noch ein bisschen nach Worten, deutschen Worten: Nach ihrem Austauschjahr in Texas/USA ist die Horsterin Kim Dornfeld dabei, sich wieder in Gelsenkirchen-Horst einzuleben...

Zum Abschluss ihres Austauschjahres, das sie im Rahmen des Patenschaftsprogramms des Deutschen Bundestages als „Patenkind“ des SPD-Bundestagsabgeordneten Joachim Poß angetreten hatte, traf sie die anderen „Patenkinder“ bei einer Veranstaltung in Washington D.C.. „Dort haben mir ganz viele zu mir gesagt, dass ich wohl eines der besten Jahre hatte“, schmunzelt sie.
Dabei hatte sie durchaus Vorbehalte, als sie erfuhr, dass es sie nach Texas verschlagen sollte... „Aber im Nachhinein war es wirklich perfekt. Ich habe als Stadtkind auf einer Ranch in Texas so viel gelernt, außerdem ist meine Gastfamilie mit mir viel herumgereist. Ich war in Chicago oder in New Orleans, wir haben so viel gemacht.“ Dass das nicht selbstverständlich ist, hat sie unter anderem beim Abschluss-Seminar in Washington durch die anderen Austauschschüler erfahren.
Immerhin kann das „City-Girl“ Kim jetzt reiten. „Na ja, ich falle nicht mehr so oft runter“, grinst sie. Und erzählt von einem Rodeo, das sie besucht hat. „Dort setzen sie Vierjährige auf Schafe und nennen das Kinder-Rodeo“, schüttelt sie immer noch den Kopf. „Da habe ich nicht mitgemacht. Ich habe die Kinder dann getröstet, wenn sie runtergefallen sind.“ Aber die Jugendlichen in Texas können natürlich alle reiten ohne runterfallen? „Sicher“, schmunzelt die 17-Jährige.

City-Girl kann jetzt reiten

Seit sie zurück ist, hatte sie jeden Kontakt mit ihrer amerikanischen Familie. „Wir schicken uns viele Fotos“, verrät sie und erinnert sich daran, wie sie mit ihren Gastgeschwistern mit Wasser in Sektgläsern vor dem Computer gesessen haben, um mit den Eltern in Gelsenkirchen aufs neue Jahr anzustoßen. „Deutschland ist sieben Stunden - was heißt nochmal ahead?“ Weihnachten war die Zeit, in der sie ihre Familie am meisten vermisst hat. „Das war schon hart“, sagt sie. Aber durch die moderne Technik inklusive Skype konnte sie gut Kontakt halten. „Einmal gab es einen Buschbrand gegenüber von unserer Ranch, da habe ich echt überlegt: Kommt das in den deutschen Nachrichten? Deshalb habe ich meinen Eltern schnell geschrieben, das alles gut ist“, erinnert Kim sich. „Oder als es an unserer Schule eine Bombendrohung gab... Oder als ich plötzlich einer Gräserallergie hatte und schlecht Luft bekam...“ Die Eltern sollten sich ja keine Sorgen machen müssen. „Aber ansonsten hatte ich immer so viel zu tun mit der Schule und allem, dass die Zeit einfach nur verflogen ist.“ Und dann kam der Tag des Abschieds, zuvor gab es eine Abschiedsparty mit echtem Texas-Barbecue.

Kommunikation mit den Eltern

Und dann soll man alles, was man in einem Jahr bekommen und gekauft hat, in einen Koffer packen... „Ich hatte vier Kilogramm Übergpäck am Flughafen“, erzählt sie. „Dann habe ich noch was dagelassen.“ Ein Koffer steht sowieso noch bei den Gasteltern. Und bei der Ankunft in Deutschland war das Heimweh nach Texas, das jetzt langsam zu Fernweh wird, schnell vergessen, denn es galt den kleinen Bruder in die Arme zu schließen und alle anderen, die sie lieben und gekommen waren, um sie abzuholen.

Ein Jahr in einem Koffer...

„Den Führerschein machen ist jetzt mein nächstes Ziel und dann natürlich das Abi. Und danach würde ich gern den Koffer abholen...“ Und beruflich? Kim überlegt lange. Anders gefragt: Was hättest Du vor einem Jahr auf die Frage geantwortet? „Damals hätte ich Lehrerin gesagt“, lächelt sie. „Jetzt weiß ich noch nicht. Vielleicht studiere ich auch nur Englisch. Irgendwie möchte ich in die weite Welt hinaus.“ Wenn das so sein soll, dann viel Glück dafür...
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