Neue Entwicklungen in der Jugendamts-Affäre nach Monitor-Bericht

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Im Rathaus werden jetzt alle genehmigten Nebentätigkeiten der Jugendamts-Mitarbeiter geprüft.

Neue Entwicklungen in der Monitor-Affäre: Der Kinderschutzbund, dessen zweiter Vorsitzender bis gestern Abend der stellvertretende Jugendamtsleiter Thomas Frings war, hat wohl Abrechnungen für die Neustart kft übernommen - und auch das Kinderheim St. Josef hat Verbindungen zur Neustart kft, dort wurde die Kinderheimleiterin vom Dienst freigestellt.

Oberbürgermeister Frank Baranowski hat gestern, im Zusammenhang mit den Untersuchungen rund um die von zwei städtischen Mitarbeitern gegründeten Neustart kft in Ungarn, die Verwaltung beauftragt, das Verfahren zur Genehmigung von Nebentätigkeiten für städtische Mitarbeiter zu überprüfen und tiefergreifende Kontrollmechanismen einzuführen.

Stadt stoppt Zusammenarbeit mit Reiterhof in Pecs - sicherheitshalber


Alle im Bereich des Jugendamtes existierenden Nebentätigkeitsgenehmigungen werden zudem einer erneuten Prüfung unterzogen.
Unterdessen geht die Stadt Gelsenkirchen weiteren Hinweisen nach. Dabei geht es auch um die Ferienfreizeit auf dem ungarischen Reiterhof Tekeres in der Nähe der Stadt Pécs. Da zum jetzigen Zeitpunkt nicht völlig ausgeschlossen werden kann, dass die derzeit freigestellten Mitarbeiter des Jugendamtes an dem Reiterhof oder der im Zuge der Ferienfreizeit genutzten Umgebung beteiligt sind, hat Oberbürgermeister Frank Baranowski die Maßnahme gestoppt. Für Kinder und Familien, die diese Freizeit bereits gebucht haben, wird eine adäquate Ersatzlösung gesucht.

Stellungnahme der St. Augustinus Heime GmbH


Die St. Augustinus Heime GmbH nimmt in einer Pressemitteilung vom Nachmittag des 6. Mai Stellung zu den neuen Erkenntnissen im Zusammenhang mit dem Monitor-Bericht „Mit Kindern Geld machen“ - es gab doch eine Verbindung zwischen dem Kinderheim St. Josef und der Neustart kft in Ungarn.

„Am 02.05.2015 hat die St. Augustinus Heime GmbH als Träger der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Josef unter anderem darüber informiert, dass es auf Unternehmensebene keine Absprachen und Verbindungen mit der ungarischen Firma „Neustart kft“, welche von den beiden Leitern des Gelsenkirchener Jugendamtes gegründet wurde, gibt und gegeben hat.
Seit heute Morgen hat sich eine veränderte Sachlage ergeben: Die St. Augustinus Heime GmbH musste feststellen, dass es zwischen der Leiterin der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Josef, Frau Anja Gresch, und der Firma „Neustart“ Verbindungen gegeben hat. Auf Vereinbarungen zwischen Frau Gresch persönlich, der Firma „ Neustart“ und dem Deutschen Kinderschutzbund wurde bereits vom Deutschen Kinderschutzbund in seiner heutigen Pressemitteilung hingewiesen. Der St. Augustinus Heime GmbH liegt seit heute Morgen ein Informations-Flyer der „Neustart kft“ vor, in dem die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Josef als „deutscher Kooperationspartner“ bezeichnet wird. Als Ansprechpartnerin wird in diesem Flyer ebenfalls die Leiterin der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Josef, Frau Anja Gresch, benannt. Die Erstellung des Flyers und jegliche Verbindung mit der „Neustart kft“ sind ohne Wissen der Organe der St. Augustinus Heime GmbH erfolgt.
Um eine lückenlose und rückhaltlose Aufklärung – auch unter Achtung der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Mitarbeiterin – zu gewährleisten, wurde Frau Anja Gresch heute vorerst von ihren Verpflichtungen als Leiterin der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Josef entbunden. Zudem wird die St. Augustinus Heime GmbH den Landschaftsverband Westfalen-Lippe als für die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Josef zuständige Aufsichtsbehörde um Unterstützung bei der Aufarbeitung der Zusammenhänge bitten. Darüber hinaus werden rechtliche Schritte erwogen.
Der Wille und die Bereitschaft der St. Augustinus Heime GmbH, zur Aufklärung der im Raume stehenden Vorwürfe beizutragen, sind am heutigen Tage zudem in einem Schreiben an den Rechts- und Ordnungsdezernenten der Stadt Gelsenkirchen, Herrn Stadtrat Dr. Schmitt, betont worden.
Im Übrigen bleibt es bei der Feststellung, dass über die Einleitung einer Jugendhilfemaßnahme in Ungarn ausschließlich das zuständige Jugendamt und der Inhaber des Personensorgerechts für den Minderjährigen entscheiden können. Die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Josef und die St. Augustinus Heime GmbH verfügen hierzu über keine Rechtsmacht.


Auch der Kinderschutzbund hat eine Pressemitteilung herausgegeben, diese liegt dem Stadtspiegel allerdings bis jetzt nicht vor. Und man ist offensichtlich beim Kinderschutzbund auch nicht in der Lage, das nachzuholen...

Die Hintergründe über die Affäre und die ersten Untersuchungsergebnisse der Stadt Gelsenkirchen lesen Sie hier.
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