Sankt Martin oder Sonne-Mond-Sterne-Fest?

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Die Kinder der KiTa Hedwigplatz waren bereits mit ihren Laternen unterwegs und sorgten im AWO-Seniorenzentrum an der Darler Heide beim Generationenfest für große Freude bei den Senioren. Denn sie wanderten mit ihren Lichtern von der KiTa zu dem Seniorenzentrum und feierten dort Sankt Martin mit den älteren Bürgern (Foto: Gerd Kaemper)

Wer von den heutigen Erwachsenen ist nicht schon als Kind mit seiner Laterne im Sankt Martins-Zug mitmarschiert? Und das sind schon lange Erinnerungen, die die Menschen mit Zuwanderungsgeschichte mit uns teilen. Das sieht der Landessprecher der Linken in Nordrhein-Westfalen, Rüdiger Sagel, anders. Er fordert die Trennung von Kirche und Staat und das auch in der KiTa rund um Sankt Martin.

Mehr als 50 Jahre Zuwanderergeschichte

Damals als noch echte Kerzen in den Laternen brannten, gab es auch das ein oder andere weniger schöne Erlebnis, wenn die in mühseliger Bastelei selbst erstellte Laterne in Flammen aufging noch ehe der Zug am Ziel ankam.
Heute ist der Spaziergang mit der Laterne sehr viel weniger spektakulär. Aber auch heute gibt es noch viele Umzüge, bei denen ein Reiter hoch zu Ross den Zug anführt, der begleitet wird von Musikern und dem Gesang der Kinder und ihrer Eltern.
Sowohl an den Bastelarbeiten im Vorfeld, wie auch dem Umzug selbst, nehmen die Familien mit Zuwanderungsgeschichte in Gelsenkirchen seit vielen Jahren an den Martins-Zügen teil und erfreuen sich der gemeinschaftlichen Aktion mit Singen und oft auch dem Martinsspiel am offenen Feuer mit der Brezelvergabe.
Mittlerweile rudert Sagel zurück und erklärt: „Dass St. Martins Umzüge nicht mehr stattfinden sollen oder der katholische Heilige gar abgeschafft wird, ist nicht meine Meinung. Die Botschaft des katholischen Heiligen Martin, den Mantel zu teilen und den Armen zu helfen, ist auch ein zentraler Bestandteil unserer Politik. Kinder sollen auch weiterhin mit ihren Laternen bei den Martins-Umzügen ihre Freude haben. Die Frage, wie eine Trennung von Kirche und Staat, insbesondere auch in Einrichtungen, die aus öffentlichen Geldern finanziert werden, realisiert wird, bleibt für mich aber auf der Tagesordnung.“

Die Martinszüge im Stadtnorden

Und auch wenn er an seiner Meinung festgehalten hätte, in Gelsenkirchen ziehen die Martinszüge weiter durch die Straßen, wohl behütet durch Ordner oder auch die Gelsenkirchener Polizei.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeitgibt der Stadtspiegel hier eine Übersicht über die anstehenden Umzüge und Feste zu Sankt Martin:

Buer Bülse

Am Sonntag, 10. November, startet um 17 Uhr der 37. Umzug durch Buer Bülse an der Bülseschule. Auch in diesem Jahr wird St. Martin begleitet, von vielen Kindern und Erwachsenen aus dem Stadtteil und der Umgebung. Begleitet wird der Zug, vom „Spielmannszug des Bürgerschützenvereins Buer Bülse“ und vom „Musik Corps Marl Hüls“. Bei der Ankunft am Schulhof wird die Martinsgeschickte erzählt. Im Anschluss daran, werden die Brezel gegen eine gültige Brezelkarte ausgegeben.

Resse

Bereits zum 4. Mal in Folge laden die Bläserklasse der Klasse 6B des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums und der Wolterhof herzlich zum diesjährigen traditionellen Martins-Umzug ein. Mit musikalischer Unterstützung der jungen Musikerinnen und Musiker marschieren wir mit den Laternen gemeinsam mit St. Martin und seinem Pferd eine kleine Runde durch Resse, um anschließend bei warmen Getränken und Martinsbrezeln gemütlich St. Martin auf dem Wolterhof zu feiern. Der Umzug startet am Montag, 11. November, um 17 Uhr auf dem Wolterhof, Middelicher Straße 194.

Sutum

Rund um St. Clemens geht der Martinszug am Dienstag, 12. November. Treffpunkt ist um 17 Uhr der Kirchplatz vor der St. Clemens-Kirche an der Theodor-Otte-Straße 72 in Sutum.

Beckhausen

Von der Christus-Kirche an der Bergstraße geht es durch Beckhausen am Mittwoch, 13. November, um 17 Uhr zur Liebfrauenkirche an der Horster Straße 301.

Resser Mark

Der voraussichtlich letzte Martinszug des Jahres findet am Samstag, 16. November, in der Resser Mark statt. Dann lädt die Raphael-Schule von 12 bis 16 Uhr zu einem Basar mit anschließendem Martinsumzug ein. Die Schülerinnen und Schüler sämtlicher Klassen werden die Schule festlich mit Bildern und Sternen schmücken und dazu beitragen, dass Kaffee und Kuchen oder Deftiges auf die Besucher warten. Der Basar wartet auf mit handwerklich Hergestelltem aus Wolle und Holz, Kerzen, Specksteinarbeiten, Bildern und Büchern, Broten und mehr. Von den zahlreichen Aktivitäten wie Kerzendrehen oder Weihnachtsbäckerei kann man sich z.B. im Martinscafé bei einem ausgiebigen Pläuschchen mit Kaffee und Kuchen und vorweihnachtlicher Musik erholen... Der Martinszug setzt sich gegen 16.30 Uhr an der Schule, Coesfelder Straße 75, in Bewegung.

Martinsfeiern im Stadtsüden

Im Stadtsüden sind bereits die ersten Züge unterwegs gewesen.

Bulmke

Am Samstag, 9. November, findet von 14 bis 18 Uhr das 10. Bulmker Martinsfest im Bulmker Park statt. Auch in diesem Jahr gibt es neben vielen Naschereien wie Brezeln, Waffeln, Würstchen diverse Angebote für Kinder und ein umfangreiches Bühnenprogramm. Bevor es jedoch zum ersehnten Martinsumzug geht, werden Mitglieder des Bulmker Forums noch einmal gemeinsam mit den Kindern die beliebten Martinslieder üben. Hoch zu Ross wird dann gegen 18 Uhr Sankt Martin den Laternenumzug anführen, begleitet von den Kindern und der Musik der Bläserkapelle. Der Weg führt um den Bulmker Teich und dann Richtung Wanner Straße. Endpunkt ist die katholische Kirche der Gemeinde Heilige Familie.
„ Hier gibt es ein, für Gelsenkirchen, einmaliges Ereignis. Sankt Martin wird mit seinem Pferd sogar in die Kirche reiten und die Geschichte von Sankt Martin aktiv mitgestalten. Auch das ist schon 10jährige Tradition,“ erläutert Werner Skiba eine der vielen Besonderheiten des Bulmker Martinsfestes.

Feldmark

Am Samstag, 9. November, reitet St. Martin wieder durch den Revierpark Nienhausen an der Feldmarkstraße 201. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und der Revierpark Nienhausen laden ab 17 Uhr zum gemeinsamen Singer, der Erzählung der Martinslegende, der Mantelteilung, Umzug und Brezelvergabe ein. Treffpunkt ist die Wiese hinter dem ehemaligen Freizeithaus.

Was denken Sie über die Umbenennung des Martins-Festes?

Sind Sie der gleichen Meinung wie der Linke-Politiker? Sollte in „Einrichtungen, die aus öffentlichen Geldern finanziert werden“ die Relgion keine Rolle mehr spielen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung per mail als Leserbrief an redaktion@stadtspiegel-gelsenkirchen.de oder als Kommentar auf diesen Artikel.
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