AufGEpasst: I-Dötze unterwegs!

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Am 4. September werden in Nordrhein-Westfalen ca. 151.000 Erstklässler eingeschult. Den neuen Schulweg sollten die Eltern bereits jetzt mit ihrem Nachwuchs üben. (Foto: Foto: T. Leukert/LVW NRW)
 
Hand in Hand machen sich diese beiden Schulkinder auf den Weg in ihren neuen Lebensabschnitt. Damit sie mit den Gefahren, die sich auf dem Weg befinden, besser vertraut sind, können die Eltern ihnen so manche Hilfestellung geben. Aber auch die anderen Verkehrsteilnehmer sind gefragt! (Foto: Foto: Verkehrswacht Gelsenkirchen)
Gelsenkirchen: Verkehrswacht |

Mit dem Schuljahresbeginn in Nordrhein-Westfalen werden am Mittwoch, 4. September, wieder ca. 2.300 Kinder in Gelsenkirchen eingeschult. Die Schulanfänger beginnen einen neuen Lebensabschnitt, unter anderem mit dem für sie aufregenden aber als Verkehrsanfänger auch gefährlichen Schulweg auf unseren Straßen.

„Brems dich! Schule hat begonnen“

Ihre Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, ist der Verkehrswacht Gelsenkirchen ein besonderes Anliegen. Dazu führt sie eine Kampagne mit Aktionen, Spannbändern, Plakaten und Flyern unter dem Motto: „Brems dich! Schule hat begonnen“ durch.
Ausgestattet mit Schultüte, Tornister und vielen neuen Schulsachen starten die i-Dötze in einen Lebensabschnitt, der besonders zu Beginn viele neue Erfahrungen mit sich bringt.

Schon vor dem großen Tag trainieren

Bereits in den Tagen vor der Einschulung können Eltern und Kinder eine Menge tun, um sich auf den Schulstart vorzubereiten. Besonders der Weg von der Wohnung zur Schule sollte vorab geübt werden, damit sich die Kinder schnell an die neue Strecke gewöhnen können.
„In den ersten Schultagen bekommen die Erstklässlerinnen und Erstklässler viele neue Eindrücke, die sie verarbeiten müssen. Auch der neue Rhythmus im Alltag kostet Kraft. Da ist es sinnvoll, wenn der Schulweg bereits vorher eingeübt wurde“, empfiehlt Heinz Hardt, Präsident der Landesverkehrswacht NRW.

Gefährliche Stellen besonders zeigen

Wenn Eltern mit ihren Kindern den Weg zur Schule gemeinsam gehen, sollten besonders die Stellen, an denen es gefährlich werden kann, besprochen werden. Dazu zählen Straßenkreuzungen und –einmündungen, die die Kinder überqueren müssen, aber auch viel befahrene Ein- und Ausfahrten. Oft ist es besser, einen Umweg in Kauf zu nehmen, wenn damit Gefahrenstellen umgangen werden können.
Wenn man den Schulweg einige Male gemeinsam gegangen ist, sollten die Erwachsenen mit den Kindern die Rollen tauschen: Das Kind führt den Erwachsenen und trifft eigene Entscheidungen, beispielsweise wo und wann man eine Straße überquert.
Anschließend kann man besprechen, welche Entscheidungen richtig und welche falsch waren. Auch sollte man beim gemeinsamen Üben darüber sprechen, wie man auf Ausnahmesituationen wie eine ausgefallene Ampelanlage oder einen gesperrten Bürgersteig reagiert.

Nicht sofort allein gehen lassen - aber auch kein Eltern-Taxi!

Nach dem Schulanfang wird das Kind noch einige Male begleitet; erst wenn man das Gefühl hat, dass es den Schulweg sicher beherrscht, sollte es allein gehen.
Das Auto ist keine Alternative, da Kinder auf Rücksitzen keine eigenen Erfahrungen in der Verkehrswirklichkeit machen können. Außerdem verstopfen die „Eltern-Taxis“ häufig die Straßen im Schulumfeld und werden so für Kinder, die zu Fuß gehen, zur Gefahr.

Vorbereitung auf den Schulstart

• Den sichersten Weg finden
Der kürzeste Schulweg ist nicht immer der sicherste. Prüfen sie, ob ihr Kind sicherer ans Ziel kommt, wenn es einen anderen, etwas längeren Weg nimmt. Viele Schulen verfügen auch über Schulwegpläne, die den sichersten Schulweg zeigen. Fragen sie an der Schule ihres Kindes danach.

• Schulweg mehrmals üben
Gehen sie mit ihrem Kind bereits vor der Einschulung den neuen Schulweg möglichst mehrmals ab. Das gibt Sicherheit. Dabei sollten sie sich vorbildlich verhalten und erklären, warum sie was tun. Gehen sie den Schulweg möglichst wochentags zur selben Uhrzeit, zu der ihr Kind ihn später gehen wird. So erhalten sie einen Eindruck, wie dicht und gefährlich der Verkehr zu dieser Zeit ist.

• Stopp am Bordstein!
Der Bordstein ist die Grenze! Ihr Kind muss verinnerlichen, dass es hier immer stehen bleiben muss.

• Gefahrenstellen erkennen
Besprechen sie mit ihrem Kind, an welchen Stellen es besonders aufpassen muss. Gefahren lauern nicht nur auf der Straße! Weisen sie es auf Tor- und Garageneinfahrten hin. Auch viel befahrene Zufahrten zu Tankstellen oder Verbrauchermärkten können gefährlich sein.

• Sichere Querungen wählen
Erklären sie ihrem Kind, dass es dicht befahrene Straßen nur an Ampeln oder
Zebrastreifen überqueren darf. Auch wenn die Ampel grün zeigt, sollte es sich vor dem Überqueren nach links und rechts umsehen und erst dann gehen, wenn alle Autos stehen.
Gleiches gilt am Zebrastreifen: Das Kind muss erst stehen bleiben und mit Handzeichen signalisieren, dass es die Straße überqueren will. Erst wenn alle Autos stehen, darf es gehen.

• Geschwindigkeit schätzen lassen
Lassen sie ihr Kind die Geschwindigkeit und Entfernung von sich nähernden Autos schätzen. Im Gegensatz zu Erwachsenen müssen Kinder noch ein Gefühl für Geschwindigkeit entwickeln.

• Toten Winkel meiden
Erklären sie ihrem Kind anhand eines stehenden PKW, was der „Tote Winkel“ ist und wie man diesen Gefahrenbereich meidet. Besonders bei LKW, die an Kreuzungen nach rechts abbiegen, muss man vorsichtig sein. Auch hier gilt: Trotz Grünphase warten, bis der LKW steht.

• Tauschen sie die Rollen
Lassen sie sich von ihrem Kind zur Schule führen. Dabei soll es ihnen erklären, was es sieht und was es aufgrund der jeweiligen Situation tun möchte. Wenn das Kind bereits den Schulweg geübt hat, kann man es auch allein gehen lassen und in einem kleinen Abstand folgen. Anschließend bespricht man, an welchen Stellen sich das Kind falsch verhalten hat. Diese Stellen können noch einmal geübt werden.

• In der Gruppe üben
Wenn sich ihr Kind mit Nachbarskindern auf den Schulweg macht, sollten sie auch möglichst gemeinsam den Schulweg üben. In der Gruppe sind Kinder stärker abgelenkt und schauen seltener nach rechts und links, bevor sie über die Straße gehen. Daher sollten alle Kinder beim gemeinsamen Üben auf die Gefahren hingewiesen werden, die auf dem Schulweg liegen.

• Schulbus

Wenn ihr Kind mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem Schulbus zur Schule fährt, kann man das richtige Ein- und Aussteigen sowie das richtige Verhalten an der Haltestelle und im Bus üben.

Was außerdem noch wichtig ist:

• Gehen sie auch in den ersten Tagen nach Schulstart mit ihrem Kind zur Schule. Erst wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Kind das Gelernte beherzigt und sich sicher im Verkehr bewegt, sollten sie es allein gehen lassen.

• Schicken sie ihr Kind rechtzeitig los!
Hetze führt oft zu Unachtsamkeit. Wenn ihr Kind eine Viertelstunde vor Unterrichtsbeginn an der Schule eintrifft, hatte es für den Weg ausreichend Zeit.

• Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen,
haben durch die Bewegung an frischer Luft bereits alle Reste von Müdigkeit abgeschüttelt und können dem Unterricht aufmerksam folgen. Durch den Schulweg lernen die Kinder sich in der Verkehrswirklichkeit zu bewegen, Gefahren einzuschätzen und gewinnen an Selbstständigkeit. Wenn doch einmal mit dem Auto gefahren wird, muss das Kind immer korrekt im Kindersitz auf der Rückbank gesichert werden. Dies gilt auch für kurze Strecken! Achten sie besonders im Schulumfeld auf Kinder, die zu Fuß unterwegs sind und setzen sie ihren Nachwuchs in einiger Entfernung zur Schule zur Gehwegseite ab. So entzerrt sich der Bringverkehr im direkten Schulumfeld.

• Besonders in der dunklen Jahreszeit und bei schlechtem Wetter
sollten sie darauf achten, dass ihr Kind auf der Straße gut gesehen wird. Achten sie bereits beim Einkauf darauf, ihr Kind mit möglichst heller Kleidung auszustatten. Auch reflektierende Materialien an Kleidung und Tornister verbessern die Sichtbarkeit ihres Kindes. Mit einer Taschenlampe in einem dunklen Raum kann man den Effekt gut testen.

• Zu guter Letzt:
Eltern sind immer Vorbilder – im Guten wie im Schlechten. Was Sie Ihren Kindern vorleben, wird von ihnen nachgemacht. Verhalten sie sich im Straßenverkehr also immer vorbildlich!
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