Geschichtsstunde: Holocaust-Überlebender trifft Jugendliche „Ich sollte nicht leben“ - Zeitzeuge besucht Berufsschüler in Gelsenkirchen

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Gelsenkirchen: iG - BAU BEZIRKSVERBAND |
Schulstunde der besonderen Art: Bei mehr als 100 Berufsschülern aus dem gesamten Bundesgebiet steht am kommenden Dienstag. 17. September 2013 „Geschichte aus erster Hand“ auf dem Stundenplan. In der Aula des Hans-Schwier-Berufskollegs in Gelsenkirchen wird der Holocaust-Überlebende Leslie Schwartz mit Schülern über die Judenverfolgung während des Nazi-Regimes sprechen.

Eingeladen haben ihn das Berufskolleg und die IG BAU Emscher-Lippe-Aa.

„Ich komme nicht als Richter oder Ankläger – ich bringe Warnung aus der Vergangenheit“, beschreibt Leslie Schwartz seine „Geschichtsstunde“. Die Gräueltaten der Nazis dürften nie in Vergessenheit geraten, so die Botschaft des Holocaust-Überlebenden. Der Wahl-Münsteraner holt bei seinen Gesprächen ein Stück Kindheit nach. Jedes Mal, wenn er junge Zuhörer sehe, fühle er sich wieder wie der kleine Junge von damals. „Begegnungen wie diese sind für mich wichtig“, denn „meine Jugend wurde mir genommen“, sagt Schwartz.

1944 deportieren die Nationalsozialisten Leslie Schwartz ins Konzentrationslager Auschwitz. Von dort kann er entkommen, wird jedoch ins KZ Dachau gebracht und später in das Massenvernichtungslager Mühldorf verlegt. 1945, wenige Tage vor Kriegsende, zwingt man ihn in den berüchtigten „Todeszug von Poing“, den er durch die Befreiung US-amerikanischer Soldaten mit letzter Kraft überlebt.

Ali- Ekber Kosan von der IG Bauen-Agrar-Umwelt Emscher-Lippe-Aa glaubt, dass das „Gesicht zur Geschichte“ bei den Berufsschülern einen tiefen Eindruck hinterlassen wird. Im Hans-Schwier-Berufskolleg, das nach dem ehemaligen NRW-Wissenschafts- und Kultusminister benannt ist, seien Toleranz und Mitmenschlichkeit zentrale Botschaften an die jungen Menschen. „Von Gräueltaten in Büchern zu lesen, ist eine Sache. Aber einen Menschen kennenzulernen, der unter den Nazis unsäglich leiden musste, das prägt sich tief in den Köpfen ein“, so der IG BAU-Gewerkschaftssekretär.
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