Jung bleiben mit Musik

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Felizitas Hofmann, Musikpädagogin und Dozentin für Musikgeragogik, stellt ihre Veeh-Harfe vor, eines der Instrumente, die gut geeignet sind, um mit älteren oder musikalisch wenig vorgebildeten Menschen Musik zu machen.

"Wir haben schon immer etwas angeboten für erwachsene Schüler – auch fortgeschrittenen Alters", erklärt Alfred Schulze-Aulenkamp, Leiter der städtischen Musikschule. Doch was nun dazu kommt, geht noch einen Schritt weiter.

Der immer älter werdenen Gesellschaft möchte man auch auf musikalischem Gebiet begegnen können. Deshalb widmet sich die Musikschule zukünftig verstärkt der "Musikgeragogik", also pädagogicher Arbeit mit älteren oder auch dementen Menschen.
"Hier geht es auch um das ,Recht auf Teilhabe"', sagt Felizitas Hofmann, die seit kurzem zertifizierte Musikgeragogin ist. "Meistens wird dieses Prinzip auf Kinder angewendet", sagt das langjährige Mitglied des Lehrerkollegiums der Musikschule. "Doch auch ältere nicht mehr mobile Personen haben dieses Recht."

Recht auf Teilhabe auch für Ältere


Dabei geht es sowohl um Menschen, die in der Vergangenheit ein Instrument gespielt haben, als auch um gänzlich musikalisch unvorgebildete. Hofmann: "Wenn man keinen Sport mehr machen kann und nicht mehr reisen, Malerei oder andere kreative Tätigkeiten nur eingeschränkt möglich sind und man mit den schlechten Augen auch nicht mehr lange lesen kann: Was bleibt dann, um noch aktiv zu sein?" Die Antwort ist für Felizitas Hofmann eindeutig: Musik machen. "Musik ist der Schlüssel", ist Hofmann überzeugt. "Egal, ob es um das Gemeinschaftserlebnis geht oder darum, die Menschen emotional anzusprechen oder noch etwas dazuzulernen."
Hier will die Musikschule ansetzen. Einer der größten Unterschiede zu bereits bestehenden Angeboten liegt darin, dass man nicht erwarten kann, dass die Teilnehmer in die Musikschule kommen. Die Musikpädagogin wird dann zum Beispiel in Seniorenheime gehen oder in die Tagespflege und Instrumente mitbringen oder solche, die vor Ort vorhanden sind, nutzen. Dazu wird die Blöckflötistin ihr eigentliches Instrument zu Hause lassen. "Denn wenn ich Flöte spiele, kann ich nicht gleichzeitig andere anleiten", schmunzelt Hofmann. Ihre Veeh-Harfe ist dafür schon wesentlich besser geeignet. Ein Instrument, das aus ihrer Erfahrung auch demenzkranke noch erlernen können.

Veeh-Harfe einfach zu erlernen

Daneben können mit einfachen Instrumenten wie Stabspielen oder Percussioninstrumenten anderer Kulturkreise neue Klangwelten erkundet werden. Ein Schwerpunkt im Angebot der Musikschule für Senioren wird jedoch das gemeinsame Singen und Bewegen sein. Vor allem aber geht es natürlich beim Musizieren und Singen mit älteren Menschen nicht um Leistung oder die Präsentation von Erlerntem, sondern um die Teilhabe, um das gemeinsame erleben, um Lebensfreude, Lachen, "und menschliche Nähe, wo der Alltag wenig Raum zur Individualität lässt", ergänzt Alfred Schulze-Aulenkamp.
"Der Bedarf wächst", ist sich der Musikschulleiter sicher. Wer Interesse hat, das Angebot in Anspruch zu nehmen, kann sich bei der städtischen Musikschule melden.

Info

 Felizitas Hofmann hat eine einjährige Fortbildung zur zertifizierten Musikgeragogin gemacht.
Interessenten, insbesondere Seniorenheime, Tagespflegeeinrichtungen oder Seniorengruppen, können sich bei der städtischen Musikschule melden unter Tel. 169-6174.
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