QuartiersNetz Schalke-Nord

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Das Foto entstand in diesem August und zeigt die gleiche Ecke wie vor zwei Jahren, die nach wie vor ein Problem für mobilitätseingeschränkte Personen darstellt. In diesem Jahr war aber ein Vertreter der Verwaltung vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen. Foto: Gerd Kaemper
 
August 2014: Bis ganz kurz vor den Einmündungsbereich zur Schalker Straße und noch dazu genau vor der abgesenkten Bordsteinkante, die sich genau gegenüber der Fußgängerfurt befindet, parkte eine Autofahrerin, die zur Rede gestellt zugab, dass ihr die Absenunkung gar nicht aufgefallen war. Fotos: Gerd Kaemper

In Schalke finden seit 2011 regelmäßige Quartierskonferenzen unter dem Motto „Gut leben in Schalke“ statt. Denn zwischen 2010 und 2013 förderte das Bundesministerium für Bildung und Forschung drei Jahre lang ein Forschungsprojekt der Dortmunder Fachhochschule im Fachbereich für angewandte Sozialwissenschaften. Inzwischen werden die Konferenzen im Projekt „QuartiersNetz“ fortgeführt.

Schalker Bürger und ihre Themen


Sechs große Themen bestimmen die Zusammenarbeit der verschiedenen Arbeitsgruppen in Schalke-Nord. Und inzwischen haben die Menschen vor Ort viel für ihren Stadtteil erreicht, unter anderem auch, weil die Arbeitsgemeinschaften dabei helfen einander zuzuhören und miteinander aktiv zu werden. Denn ein Ziel verbindet die Menschen im Quartier: Schalke soll schöner und lebenswerter werden.
In Schalke-Nord haben sich Arbeitsgruppen gebildet für die Bereiche „Wohnen-Wohnumfeld-Sicherheit und Sauberkeit“, „Mobilitäts-Verkehrssicherheit“, „Nachbarschaftliches Zusammenleben-Gesundheit-Bewegung-Kultur“, „Infrastruktur-Nahversorgung-Technik und Öffentlichkeitsarbeit“, „Technikbotschafter“ und Digitale Quartiersplattform“.
„Die Arbeitsgemeinschaften sind im Laufe der Jahre gewachsen. Zum einen in der Größe, aber auch in Form einen Zusammenwachsens. So ist es heute so, dass sich die Bürger auf der Straße erkennen, weil sie sich bei verschiedenen Gelegenheiten treffen und einander kennen gelernt haben. Und sie eint die Tatsache, dass sie seit 2011 durch ihren Bürgereinsatz viel erreicht haben“, freut sich Michaele Lukas, die im Infocenter Generationennetz tätig ist und Ansprechpartnerin für das QuartiersNetz Schalke-Nord ist.
„Ich erinnere mich auch an den Besuch im sogenannten Nassen Cafe der Suchthilfe. Da schlugen im Quartier die Wogen hoch, als es angesiedelt werden sollte. Der Besuch hat dann neue Erkenntnisse gebracht im Mit- und Nebeneinander und der guten Sache gedient“. schildert Lisa Heite, die stellvertretende Geschäftsführerin des Generationennetzes Gelsenkirchen und Vorstand QuartiersNetz.
Sie hat auch die Erfahrung gemacht, dass die „Verwaltung Zugeständnisse macht, indem sie bei Veranstaltungen des QuartiersNetz anwesend ist und auch Erklärungen zu aufgekommenen Fragen bietet.“
Um die Bürger vor Ort einzubinden, wurde eine Liste erstellt mit Ansprechpartnern zu den verschiedenen Bereichen. Das führt dann auch schon mal dazu, dass das Referat Verkehr sich vor Anrufen von Bürgern gar nicht retten kann.
Allerdings wollen die Schalker Bürger gar nicht immer nur den Finger in Wunden legen und etwas anpreisen, das nicht schön ist. Ganz im Gegenteil, sie melden auch Dinge, die schön sind oder hilfreich oder nützlich für alle Bürger.
Um den Austausch zwischen Jung und Alt im Quartier zu stärken ist derzeit eine Kooperation mit dem Berufskolleg Königstraße angedacht. Hier könnte eine Projekt-AG von Schülern und Senioren entstehen.
„Die Bürger gehen durch das Quartier und vermerken, was im Argen liegt und entwickeln Idee zur Abhilfe. So werden zu hohe Hecken und Zäune bemängelt. Immer wieder ist die fehleden Sauberkeit ein Thema und es wird über GEputzt-Aktionen in kürzeren Abstanden für das Quartier Schalke nachgedacht so nach dem Motto „Unser Dorf soll schöner werden“. Man merkt immer häufiger, wie die Menschen selbst aktiv werden“, freut sich Lukas.
So ist den Bürgern im Quartier die Nahversorgung wichtig und hier kommt das leerstehende Ladenlokal des ehemaligen Aldi-Marktes an der Kurt-Schumacher-Straße/Ecke Grenzstraße ins Spiel. „Hier wartet eine Bürgerin darauf, endlich mal einen Ansprechpartner vor Ort zu finden, den sie direkt befragen kann, was dort geplant ist“, schildert Michaela Lukas. Die Bürger hatten beobachtet, dass sich in dem Leerstand etwas tut, aber dann passiert wieder lange Zeit nichts und niemand weiß, was das alles zu bedeuten hat.

Dauerthema jetzt mit Verwaltungsbeteiligung


Unweit der Lessing-Realschule und des AWO-Seniorenzentrums Schalke an der Grenzstraße kreuzt die Schalker Straße. Hier bietet sich den Senioren in Schalke ein ebenfalls nicht befriedigendes Verkehrsproblem.
Nicht nur, dass hier bis an das Stop-Schild geparkt wird, auch der Fußweg gegenüber wird zugeparkt, weil die Autofahrer die Zweiteilung der Pflasterung in Gehwegplatten und Knochensteine als Hinweis auf eine Parkfläche annehmen. Dabei gilt dort das eingeschränkte Halteverbot, auf das die Schilder deutlich hinweisen.
Das Verhalten engt natürlich für Passanten den Bürgersteig erheblich ein und schränkt die Fußgänger ebenso bei der Querung der Fahrbahn ein. Denn sie müssen da wie dort zwischen geparkten Fahrzeugen hindurch ihren Weg suchen.
Besonders extrem ist das Verhalten der Autofahrer aber für Bürger wie Christa Kothe-Löscher, die aufgrund ihrer Mobilitätseinschränkung meist mit einem E-Scooter unterwegs ist. Sie hat keine Chance, die hier angebrachten Bordsteinabsenkungen zu nutzen, wenn diese konsequent zugeparkt werden. Die Absenkungen befinden sich an beiden Seiten der Kreuzung der Schalker Straße mit der Grenzstraße.
Über die Grenzstraße könnte die Seniorin die dortige Fußgängerfurt nutzen, nur so kommt gar nicht erst runter vom Bürgersteig mit ihrem Gefährt. Gleiches gilt auch hier wieder für Senioren mit Rollator oder Rollstuhl und ebenso Mütter mit Kinderwagen.
Das Problem wurde vom Stadtspiegel schon im August 2014 aufgegriffen, getan hat sich bisher noch nichts. Doch in diesem August war ein Vertreter des Referat Verkehr vor Ort, der sich selbst ein Bild von der Situation machen wollte. Das Foto entstand in diesem August und zeigt die gleiche Ecke wie vor zwei Jahren, die nach wie vor ein Problem für mobilitätseingeschränkte Personen darstellt. In diesem Jahr war aber ein Vertreter der Verwaltung vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen.
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