Kinder in Ückendorf planen ihr Quartier

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Stolz präsentierten die Kinder die Früchte ihrer achtmonatigen „Arbeit“ am Kinder- und Jugendstadtplan und der App für das Internet. Von diesen neuen Errungenschaften können schon bald alle Kinder und Jugendlichen in Ückendorf profitieren, denn der Stadtplan soll schon bald ausliegen und die App „online“ gehen. Darauf können die jungen Ückendorfer zu recht stolz sein. Foto: Gerd Kaemper
Gelsenkirchen: Spunk |

Der demografische Wandel zeigt auf, dass es immer mehr ältere Menschen in Gelsenkirchen gibt. Da stellt sich die Frage, was kann die Stadt in ihren Quartieren der Jugend bieten? Kinder und Jugendliche in Ückendorf gingen der Frage nach unter dem Motto „Kinder erobern ihren Stadtteil“.

Acht Monate Arbeit liegen hinter den Kids und Jugendlichen


Seit Oktober befassten sich Kinder und Jugendliche, die sich im Kinder- und Jugendzentrum Spunk am Festweg, also mitten in Ückendorf, treffen, mit dem Thema und machten sich dazu auf den Weg durch ihren Stadtteil.Am Ende kamen ein Kinder- und Jugendstadtplan sowie eine App dabei heraus.
Unter der Anleitung von Projektleiterin Antonia Oster gingen die jungen Leute zunächst der Frage nach: Was gibt es alles in unserem Quartier? Bei ihrer Entdeckungstour stießen sie auf manches, das nicht jedem von ihnen auf Anhieb eingefallen wäre.
Im nächsten Schritt überlegten die Teilnehmer, was man am vorhandenen Bestand noch verbessern könnte und was man sich noch an zusätzlichen Errungenschaften wünschen würde.

Ein bisschen Spaß durfte auch sein


„Mit Hilfe einer Übernachtungsaktion und einer Zukunftswerkstatt befassten wir uns mit den Möglichkeiten, die der Ortsteil der Jugend zu bieten hat und gingen den einzelnen Angeboten nach und nach auf den Grund“, schildert Antonia Oster.
In einem Stadtteilplan wurden alle Orte, die für Kinder und Jugendliche von Interesse sind, markiert und mit Logos versehen. Inzwischen liegen die ersten Druckexemplare des Kinder- und Jugendstadtplanes für Ückendorf vor und die jungen Leute können auf einen Blick sehen, was es an Freizeit, Sport, Kultur- und Anlaufpunkten für sie gibt, wo sich Spiel- und Bolzplätze befinden und wo Schulen und Kindergärten angesiedelt sind.

Ein Stadtteil - wie Kinder ihn sich erträumen


Aber die Kinder haben sich auch Gedanken darüber gemacht, wie ihre Traumstadt aussehen sollte. Johanna und Maja stellten ihre Ideen dazu vor: „In unserer Traumstadt wären alle Kinder willkommen. Es gäbe wenig Müll, weil es überall Mülleimer gibt und jeder seinen Müll auch dort entsorgen würde. Parks, Spielplätze, ein Schwimmbad und natürlich das Spunk würden dafür sorgen, dass die Kinder viel Spaß haben. Es gäbe viel weniger Autos und dadurch wäre die Luft einfach besser. Überall würden zwischen Häusern und auf Straßen Bewegungsangebote vorhanden sein. Und wir würden eine Menschenkette bilden, um zu zeigen, wie schön es hier ist.“

Ein Spielplatz-Check in Ückendorf


Auf dem Weg zur Realisierung ihrer Traumstadt, zumindest in einigen Teilen, besuchten die Kinder alle zehn im Stadtteil liegenden Spielplätze. Sie bewerteten jeden einzelnen Platz nach dem, was gut oder schlecht ist, welche Spielgeräte er bietet und was sie sich wünschen würden. Am Ende wurden Noten verteilt, die von 2,0 bis 4,6 reichten, wobei die Spielplätze an der Hohenfriedberger und DessauerStraße nicht nur mit 4,6 die schlechtesten Noten bekamen, sondern auch für komplett erneuerungswürdig erachtet wurden.

Kinder wünschen sich klare Regeln durch Hinweisschilder


Interessant ist, dass die Kinder sich Hinweisschilder wünschen würden, auf denen darauf hingewiesen wird, wie man sich auf einem Kinderspielplatz verhalten sollte. Und einfach mehr Farbe würden sich die Kinder wünschen und zwar nicht nur auf den Spielplätzen, sondern überhaupt im Stadtteil. Nur mit der Auswahl der Farbe könnte es dabei ein Problem geben, weil die jungen Damen zu lila tendieren würden und da könnte es passieren, dass die jungen Herren ein Veto einlegen.
Nach acht Monaten Arbeit zeigte sich Projektleiterin Antonia Oster stolz auf die Einsatzbereitschaft der Kinder und das, was sie in der Zeit alles geschafft haben. Und die Kinder sind dabei so zusammengewachsen, dass sie spontan ein Geburtstagsständchen für Leni sangen, die es sich trotz ihres Ehrentages nicht nehmen ließ, bei der Projektvorstellung dabei zu sein.
An den Aktionen beteiligten sich zwischen acht und 15 junge Leute im Alter von sechs bis 16 Jahren. Als Vertreter der Politik waren Melek Topaloglu, die Vorsitzende des Integrationsrates, und Gianluca Bruno von der Bezirksvertretung Süd vor Ort, um sich zu infomieren, was die Kinder in Ückendorf erlebt haben. Bruno versprach besonders die Anliegen, die beiden sanierungsbedürftigen Spielplätze betreffend, mit in die nächste Sitzung der Bezirksvertretung zu nehmen.

Die App ist noch nicht "on", aber bald....


Die App kann man sich im Spunk bereits ansehen, bis sie aber für alle kleinen Ückendorfer zu sehen ist, wird es noch etwas dauern. Das sind eben die Tücken der Technik. Doch sobald sie online ist, kann dort geschaut werden, welche Vereine es gibt und wie man diese kontaktieren kann und welche Angebote sie für die Jugend bieten. Der Stadtplan soll schon bald in öffentlichen Einrichtungen überall in Ückendorf ausliegen.
Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Förderung der Initiative „Ich kann was!“ der Deutschen Telekom.
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