Kinderfest der Integration

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Als gerade die Flüchtlinge nur so in die Stadt Gelsenkirchen strömten, brachte das Jürgen Hansen ins Gespräch mit dem Schalker Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies. Inzwischen verstehen die beiden Herren sich auch mit wenigen Worten sehr gut.Foto: Gerd Kaemper
 
Der Unternehmer ist immer busy und muss auch mal ein wichtiges Telefonat annehmen, während er gleichzeitig die ihm vorgelegten Zahlen der Flüchtlinge und Zuwanderer in Gelsenkirchen studiert. Foto: Gerd Kaemper
Gelsenkirchen: Hans Sachs Haus | In diesem Jahr findet am 26. August zum vierten Mal das Fest für Flüchtlingskinder in Gelsenkirchen statt. Allerdings wird dieses Mal der Schwerpunkt auf die Integration gesetzt, denn „inzwischen sind die Kinder ja beheimatet und keine Flüchtlinge mehr“, wie Jürgen Hansen von der Taskforce Flüchtlingshilfe zu Recht feststellt.


Von Anfang an mit im Boot bei dem Fest ist auch Clemens Tönnies, der Unternehmer und Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04. Jürgen Hansen hatte im Zuge der Flüchtlingswelle den Kontakt aufgenommen und war bei Tönnies sofort auf offene Ohren gestoßen, der bereit war, unbürokratisch Hilfe zu leisten. Hansen fand in ihm direkt einen Schirmherren für das Kinderfest. Außerdem spendete der Unternehmer im ersten Jahr gleich zehn Kinderzimmer-Ausstattungen für Flüchtlingsfamilien und in den Folgejahren steuerte er die Würstchen für das Fest bei.
Inzwischen sind Tönnies und Hansen per Du und Jürgen Hansen kann in seiner unvergleichlichen Art „pumpen“, um seine Ideen zum Gelingen des Festes umzusetzen, während Tönnies geduldig abnickt.
„Clemens, Du hattest uns 1.500 Würstchen versprochen, aber ich fürchte, das ist einfach zu wenig. Bei den vielen Leuten, die wir erwarten, wären 2.000 gut, sonst würde der Ankauf uns ein riesiges Loch in das Budget reißen“, schilderte Jürgen Hansen seine Not. Tönnies gibt sich gelassen und erklärt spontan: „Dann machen wir eben 3.000, dann seid ihr auf der sicheren Seite. Sehen Sie, das meine ich mit pumpen, er pumpt immer ein wenig nach. Und mein Vorzimmer hat er inzwischen bestens im Griff.“
Dabei macht der Unternehmer aber gern mit, denn er erklärt auch: „Ich engagiere mich gern für diese Sache, allein schon weil die Art von Jürgen so sehr einnehmend ist und er immer für den guten Zweck in Aktion ist. Da bin ich gern dabei.“
Darum hört der Aufsichtratsvorsitzende auch gar nicht gern, dass es in diesem Jahr beim Kinderfest nur einen kurzen Auftritt von Schalke-Maskottchen Erwin geben kann, weil der gleich auf mehreren Festen erwünscht ist, und auch die Torwand und Schalke-Hüpfburg anderweitig unterwegs sind. Doch Hansen hat alles im Griff: „Auf der Sportanlage `Offene Tür´ an der Adenauerallee, wo in diesem Jahr das Fest stattfindet, gibt es eine feststehende Torwand. Um eine Hüpfburg habe ich mich auch schon gekümmert. Da bekommen wir eine 15 Meter lange Abenteuervariante.“
Im Gegenzug verspricht Tönnies, dass auch in diesem Jahr wieder ein prominenter Schalker vor Ort sein wird. Im letzten Jahr sorgte Gerald Asamoah für ein Blitzlichtgewitter, weil jedes Kind mit ihm abgelichtet werden wollte. Mal sehen, wer das in diesem Jahr noch toppen kann.
Außerdem hat der Unternehmer mit Auszubildenden aus Gelsenkirchen bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. „Gerade haben sechs junge Leute aus Gelsenkirchen ihre Ausbildung bei uns im Unternehmen abgeschlossen. Fünf von ihnen haben die Prüfung bestanden, einer muss noch verlängern. Das kam zustande, als Minister Guntram Schneider darum warb, Ausbildungsstellen für junge Leute bereit zu stellen, die noch nicht fündig geworden waren. Das war eine gute Sache und die Gelsenkirchener sind richtig gute Jungs!“

Fünf Ausbildungsstellen#+für Neu-Gelsenkirchener

Rund 140 Auszubildende beschäftigt Tönnies in seinem Unternehmen und stellte Jürgen Hansen im Gespräch gleich mal fünf Ausbildungsstellen in den Bereichen Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Informatik und Mechatronik zur Vermittlung über die Taskforce Flüchtlingshilfe zur Verfügung, damit sie zum 1. September mit jungen Leuten mit Migrationshintergrund besetzt werden können.
Kein Wunder, dass sofort ein Glitzern in den Augen und ein Strahlen im Gesicht des Gelsenkircheners zu sehen waren, der sofort nachfragte, ob Sprachkenntnisse B1 ausreichen. Den jungen Leuten stellt das Unternehmen in Rheda-Wiedenbrück auch zwei Wohnungen zur Verfügung, in der sie als WG untergebracht werden. „Sie sollen ja pünktlich zum Dienst erscheinen können und das wäre aus Gelsenkirchen ja ein wenig schwieriger“, gibt Tönnies zu bedenken.

Der erste Besuch im#+neuen Hans-Sachs-Haus

Im Gespräch schaute sich Clemens Tönnies immer wieder um und versuchte vermutlich sich zu erinnern, wie das Hans-Sachs-Haus früher einmal aussah. Denn er besuchte dieser Tage zum ersten Mal das neue Hans-Sachs-Haus. „Ich erinnere mich noch, wie wir hier im alten Saal die Partnerschaft mit Veltins im Rahmen einer Mitgliederversammlung verkündet haben. Das ist schon einige Jährchen her.“
Darum nutzte Jürgen Hansen auch gleich die Gelegenheit dem hohen königsblauen Besucher das Haus zu zeigen und präsentierte ihm unter anderem den Ratssaal.

Das Kinderfest#+der Integration

Wie bereits gesagt, findet das Fest in diesem Jahr am Samstag, 26. August, auf der Sportanlage Offene Tür an der Adenauerallee statt. Eingeladen sind alle Kinder aus Gelsenkirchen mit und ohne Migrationshintergrund.
Die Flüchtlingsfamilien, die ja inzwischen weitestgehend in Wohnungen in den verschiedenen Stadtquartieren Gelsenkirchens beheimatet sind, werden durch die Flüchtlingshilfe in den Quartieren per Flyer über das Fest informiert und dazu eingeladen.
Am gleichen Tag findet an der zentralen Feuerwache Seestraße der Tag der offenen Tür statt und davon erhoffen sich Jürgen Hansen und die Taskforce Flüchtlingshilfe als Organisatoren des Kinderfestes weiteren Zulauf. „Die Besucher können ja hin- und herpendeln, das ist ja nur auf der anderen Straßenseite“, schildert Hansen.
Derzeit leben rund 6.700 Geflüchtete in Gelsenkirchen, hinzu kommen rund 6.500 Zuwanderer aus Südosteuropa. Darunter zählt die Stadt Gelsenkirchen rund 5.109 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren.
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