Der S04 befindet sich auf dem Höhenflug

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Kommt ein Höger geflogen, setzt sich nieder und freut sich... Marco Höger und der FC Schalke 04 überflügelten in der Schlussviertelstunde Steaua Bukarest und machten im ersten Gruppenspiel kurzen Prozess mit ihrem Gegner. Foto: Gerd Kaemper
 
Kevin-Prince Boateng ist für das Duell gegen seinen Halbbruder Jerome von Bayern München bereit. Foto: Gerd Kaemper
Gelsenkirchen: Veltins-Arena |

Der S04 ist gerüstet, das Topspiel kann kommen. Mit dem vierten Sieg in Folge und dem dritten in Folge ohne Gegentor, tankten die Schalker am Mittwochabend gegen Steaua Bukarest vor dem heutigen Klassiker gegen Bayern München (18.30 Uhr) noch einmal ordentlich Selbstvertrauen.

„Wir haben eine gute Phase“, urteilte Schalkes Cheftrainer Jens Keller nach der Bukarest-Partie am späten Mittwochabend, um dann aber umgehend hinzuzufügen: „Wir sind noch längst nicht so weit, als dass wir behaupten können auf Augenhöhe mit den Münchener Bayern zu sein.“ Auch Julian Draxler, der nach einer fantastischen Kombination über Höger, Uchida, Farfan und Fuchs mit einem Lupfer das 3:0 am Mittwoch schoss, warnte: „Wir sollten den Mund nicht zu voll nehmen. Es war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ Das war es.

Durch das 3:0 und der gleichzeitig überraschenden Niederlage des FC Chelsea daheim gegen den FC Basel (1:2) im anderen Gruppenspiel, setzte sich die Keller-Elf in der Gruppe E gleich auf den Thron des Erstplatzierten. Nach dem 3:2-Sieg im Play-off-Spiel bei Saloniki und den Siegen gegen Leverkusen (2:0) und in Mainz (1:0), war es nun schon der vierte Sieg in Folge. Doch der deutsche Rekordmeister aus dem Süden kommt ebenfalls mit ganz breiter Brust angereist.

Auch der Tabellenzweite der Bundesliga gewann bereits am Dienstagabend gegen ZSKA Moskau mit 3:0 sein erstes Gruppenspiel und sammelte in der Meisterschaft bislang 13 von 15 möglichen Punkten. Der heutige Klassiker in der Arena bringt zwei interessante Geschichten mit sich.

Bruder-Duell von Jerome und Kevin-Prince Boateng

Zum einen treffen die Halbbrüder Jerome und Kevin-Prince Boateng aufeinander. „Samstagabend ruht die Bruderliebe für 90 Minuten. Ich würde es ihm sogar übel nehmen, wenn er sich im Zweikampf zurückhält“, so Schalkes Boateng, der sinnbildlich für Schalkes Erfolg steht. Nicht nur, dass er gegen Mainz und auch gegen Bukarest traf. Seit er im königsblauen Trikot spielt, gewann Schalke all seine Spiele - zu Null, wohlgemerkt.

Zum anderen ist auch Lars Kornetka erstmals wieder zu Gast an seinem alten Arbeitsplatz. Der 34-jährige Spielanalyst wechselte vor der Saison vom S04 zu den Bayern, weil Bayern-Trainer Pep Guardiola ihn unbedingt haben wollte. Für die „Knappen“ wird es heute Abend also doppelt schwer. Denn es gibt wohl niemand anderes, der Schalkes Stärken und Schwäche besser kennt, als Kornetka.

Spielanalyst Lars Kornetka wechselte von Schalke zu Bayern

Auch er wird wissen, dass bei Schalke die üblichen Verdächtigen weiterhin ausfallen. Neben den Langzeitverletzten Papadopoulos und Obasi kommt auch für Huntelaar und Kolasinac das Bayern-Spiel noch zu früh. Dafür rückt Jermaine Jones wieder in den Kader, der gegen Bukarest noch eine Gelb-Rot-Sperre absitzen musste. Jones hatte zuletzt seinen Stammplatz aber eh an Marco Höger und Roman Neustädter verloren. Kevin-Prince Boateng will sich heute Abend auf jeden Fall nicht verstecken. „Ich weiß nicht, warum alle meinen, dass Bayern heute gewinnt. Wir gehen mit breiter Brust raus.“ Und dann sollte zumindest mal eine Serie endlich geknackt werden: Seit Manuel Neuer für Bayern München spielt, kassierte dieser noch keinen einzigen Gegentreffer vom S04.
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