Der SC Hassel marschiert weiter

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Am Sonntag spielten natürlich auch wieder die Amateur-Fußballer und der Westfalenligist SC Hassel muckte als Aufsteiger erneut auf und konnte den Tabellenführer schlagen. Ganz wichtige Siege verbuchten auch YEG Hassel II und der SSV/FCA Rotthausen, während der SV Hessler 06 bereits vor dem Spiel für einen Paukenschlag sorgte. Der Aufstiegszug für den SSV Buer dürfte hingegen nun abgefahren sein, während Spitzenreiter YEG Hassel seinen Gegner demontierte.

Westfalenliga
SC Hassel – Westfalia Wickede 1:0 (0:0)

Der Aufsteiger hat es tatsächlich geschafft. Gegen den Tabellenersten schoss der eingewechselte Mike Rogowski in der 90. Minute das Tor des Tages und sorgte damit durchaus für eine Überraschung in der Westfalenliga. „Die Laune bei uns war natürlich bestens“, gab Hassel-Trainer Michael Schrank zu Protokoll. „Es war auch ein gutes Spiel von uns, obwohl wir in den ersten 25 Minuten stark unter Druck standen. Da hat Wickede sehr aggressiv gespielt und man hat gemerkt, dass sie unbedingt ein frühes Tor schießen wollten. Wir waren da sehr beeindruckt“, so Schrank weiter. Dann gab es einen Riss im Spiel der Gäste, als ein Akteur mit einer schweren Verletzung (laut Schrank Verdacht auf Kreuzbandriss) ausgewechselt werden musste.

Der SC Hassel kam nach einer halben Stunde so besser ins Spiel und war laut Schrank „auch klar besser“. Auch in der zweiten Halbzeit habe man die eine oder andere Torchance gehabt und somit am Ende auch verdient gewonnen. „Wir sind spielerisch unwahrscheinlich stark und können uns jetzt sicherlich neue Ziele stecken“, gab Schrank nun Platz Fünf für den Aufsteiger aus. Dabei weiß der Fußballlehrer die Lage auch realistisch einschätzen zu können. „Wir hatten manchmal auch Glück in dem einen oder anderen Spiel. Wir müssen auch weiter hart arbeiten, aber natürlich spielen wir bisher eine gute Saison.“ Für Hassel geht es bereits am Mittwochnachmittag weiter, wenn man zum nächsten Spitzenspiel bittet und nun den Tabellenzweiten FC Brünninghausen empfängt (15 Uhr).
Tor: 1:0 Mike Rogowski (90.)

Bezirksliga 9
Viktoria Resse – Vestia Disteln 2:1 (0:0)

„Es hat sich bestätigt: Die Mannschaft hat Qualität und davon war ich auch überzeugt“, zeigte sich Resses Cheftrainer Norbert Sander nach dem Heimsieg über den Tabellenzweiten mehr als zufrieden. Kevin Schäfer schoss beide Treffer für die Gelsenkirchener, die nach zuletzt enttäuschenden Wochen nun wieder im Aufwind zu sein scheinen. „Wir hatten auch interne Probleme, zwischenmenschliche, die aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Es war auch nichts Großes, aber wenn es auch sportlich nicht läuft, werden auch Problemchen Probleme. Wir haben aber untereinander alles geklärt und man sieht auch, dass alles wieder in Ordnung ist“, so Sander weiter, der vor dem Spiel gegen Disteln seiner Mannschaft eine neue Marschroute vorgab.

„Ich habe die taktischen Fesseln gelöst. Wir haben variabler und mutiger gespielt und zudem sehr viel investiert. Wir hätten bereits zur Pause 2:0 führen müssen“, so der Übungsleiter weiter, der auch die Anerkennung der Gäste vernahm. „Die gegnerischen Spieler gifteten sich bereits früh an und meinten, wir würden sie an die Wand spielen und wir wären deutlich besser. Das bestätigt natürlich erst einmal die guten Leistung und hat uns auch bereits gefreut“, so Sander, der ein schön heraus gespieltes 1:0 sah. Der Gegner kam dann durch einen sehr fragwürdigen Handelfmeter zum Ausgleich. „Da bekommt unser Spieler von hinten den Ball an den Ellbogen. Der sieht den gar nicht kommen. Was soll er denn da machen“, fragte Sander rhetorisch. Zwischen der 65. und 75. Minute hatte Resse laut Sander drei 100 prozentige Torchancen, Disteln wiederum auch eine. „Wir haben Latte und Pfosten getroffen und dann hat meiner Meinung nach der gegnerische Trainer den Fehler gemacht, immer mehr zu wollen und hat sehr offensiv spielen lassen. Wir haben dann durch einen Konter das 2:1 gemacht. Disteln wollte unbedingt gewinnen, das war gegen uns aber nicht machbar, wir waren einfach zu gut drauf.“
Tore: 1:0/2:1 Kevin Schäfer (54./87.), 1:1 (62.)

Preußen Hochlarmark - YEG Hassel II 1:2 (1:1)
Es ist vollbracht, ist man geneigt zu sagen. Denn die Reserve von YEG Hassel steht erstmals nicht auf einem Abstiegsplatz. Zumindest vorübergehend, denn der ärgste Verfolger Habinghorst ist punktgleich hinter YEG. „Wir sind sehr glücklich über den Sieg“, freute sich Hassels Spielertrainer „Mali“ Sirin über den Auswärtssieg. „Wir hatten erneut viele Torchancen und ich habe erst schon wieder gedacht, dass das wieder nicht klappt. Vor allem weil wir erneut durch einen individuellen Fehler mit 0:1 zurücklagen.“ Doch Sirin spürte, dass am Sonntag etwas zu holen war. „Hochlarmark hat ziemlich locker gespielt, das wirkte auch nicht so agil. Kein Wunder, für sie geht es ja auch um nichts mehr.“

Ferhat Yalcin traf erst mit einem Handelfmeter zum Ausgleich, um dann zehn Minuten vor Schluss gar den Siegtreffer zu erzielen. „Wir hatten schon vorher einmal Latte und Pfosten getroffen. Als der Schuss zum 2:1 erst gegen den Innenpfosten ging, dachte ich schon der springt noch raus“, ahnte Sirin zunächst nichts Gutes. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gastgeber schon in Unterzahl, nachdem in der 65. Minute ein Akteur wegen wiederholtem Foulspiel vorzeitig zum Duschen gehen durfte und die Ampelkarte sah. „Wir sind immer noch schwach in der Chancenauswertung. Aber jetzt gilt es, sich auf Mittwoch zu konzentrieren.“ Dann spielt YEG Hassel II erneut wieder und die Konkurrenz um Merklinde und Habinghorst nehmen sich im direkten Duell die Punkte gegenseitig weg.
Tore: 1:0 (16.), 1:1/1:2 Ferhat Yalcin (30./HE/81.)

Bezirksliga 10
SW Eppendorf - Horst-Emscher 08 1:2 (0:0)

Der Spitzenreiter scheint langsam aber sicher wieder zurück in der Spur zu sein, auch wenn es am Sonntag trotz einer beruhigenden Führung noch einmal spannend wurde. „Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen“, gab Krempicki ehrlich zu. Dafür hatte sein Team nach Wiederanpfiff „dicke Chancen“ – auch nach dem Führungstreffer. Den hatte David Zelinksi erzielt, da war das Spiel in der zweiten Halbzeit noch keine Minute alt. Krempickis Sohn Gero erhöhte dann nach 73 Minuten gar auf 2:0 und die Gäste sahen wie der sichere Sieger aus. „Wir haben es verpasst danach das Ergebnis höher zu schrauben, wir hatten glasklare Chancen, wo wir mehrmals alleine auf den Torwart zulaufen“, so der Gäste-Trainer, der dann schon Böses ahnte. Nach einer Standard-Situation zappelte der Ball dann auch tatsächlich im Netz und es waren inklusive Nachspielzeit noch 15 Minuten auf der Uhr. „Da kamen wir dann unnötigerweise natürlich noch einmal ins Schwitzen“, so Krempicki weiter, der sich über den Schlusspfiff dann sehr freute. „Wir sind alle sehr erleichtert, dass wir den Heimsieg bestätigen konnten. Man merkt, dass langsam unser Selbstvertrauen zurückkehrt.“
Tore: 0:1 David Zelinski (46.), 0:2 Gero Krempicki (73.), 1:2 (81.)

Vorwärts Kornharpen – SSV/FCA Rotthausen 1:2 (0:1)
„Das war ein ganz wichtiger Sieg“, unterstrich auch Rotthausens Trainer Mark Greine nach dem Spiel. Durch den Auswärtssieg verschafften sich die Gäste etwas mehr Luft im Abstiegskampf. Dennoch war Greine nicht total zufrieden. „Das Ergebnis war am Ende gut, dass wir drei Punkte geholt haben“, zeigte er sich kritisch. „Dabei waren die ersten 30 Minuten eigentlich ordentlich.“ Burak Bahadir schoss gegen seinen Ex-Klub nach 21 Minuten den Führungstreffer. Auch sonst bescheinigte sein Trainer ihm ein sehr starkes Spiel. Danach dezimierten sich die Gastgeber zum ersten Mal am Sonntag nach einer halben Stunde nach einem groben Foulspiel. Statt, dass Rotthausen nun die Chance ergriff, weiter nach vorne zu spielen, „schalteten wir unerklärlicherweise ein bis zwei Gänge zurück“, so Greine, der befürchtet hatte, dass seine Mannschaft sich in Überzahl schwer tun würde. „Bereits bis zur Halbzeit haben wir uns mit der Überzahl schwer getan.“

Greine wies seine Kicker auch darauf hin, dass man zulegen müsse. Veit Citlak nahm sich wohl daran ein Beispiel, als er per Fallrückzieher nach 50 Minuten zum 0:2 traf. Doch die Gastgeber standen am Sonntag in Sachen Traumtore in nichts nach, wie Greine bescheinigte. Per Volleyschuss aus 25 Metern über den Torwart hinweg verkürzten die Gastgeber. „Da fehlte es uns danach an Souveränität. Kornharpen hatte jetzt nicht die ganz großen Chancen. Aber sie hatten viel mehr Spielanteile“, so Greine. Als die Gastgeber in Minute 80 wegen Schiedsrichter-Beleidigung noch einen Platzverweis hinnehmen musste, „war die Messe gelesen“. „Taktisch war das nicht gut von uns“, gab Greine zu Protokoll.
Tore: 0:1 Burak Bahadir (21.), 0:2 Veit Citlak (50.), 1:2 (60.)
Bes. Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte Kornharpen (30./Wiederholtes Foulspiel), Rote Karte Kornharpen (80./Schiedsrichter-Beleidigung)


BV Herne-Süd – SV Hessler 06 4:1 (0:0)
Der Paukenschlag war bereits vor dem Wochenende, als Hesslers Trainer Markus Schwiderowski sein Amt als Trainer niederlegte. „Ich bat am Donnerstag den Vorstand um ein Gespräch, am Freitag habe ich dann um meine Freistellung gebeten“, so „Schwidde“ zum Stadtspiegel. Dieses Angebot kam den Verantwortlichen wohl nicht total ungelegen. „Am Ende war es mehr oder weniger auf beidseitigem Einverständnis. Markus ist erfahren genug, als dass er weiß, wann er die Reißlinie ziehen muss. Es passte uns schon ganz gut, dass dieses Angebot kam. Trotzdem ist es sehr schade, denn Markus war jahrelang in diesem Verein, da fällt es einem nicht so leicht. Aber das kommt in den besten Vereinen vor“, gab Präsident Rainer Konietzka zu Protokoll, der dann auch noch schon seinen Nachfolger am Sonntag präsentieren konnte. Wolfgang Heil übernahm den Aufsteiger, der sich in akuter Abstiegsgefahr befindet, bereits jetzt am Sonntag, obwohl er erst zur neuen Saison das Amt übernehmen sollte (Der Stadtspiegel berichtete). Doch auch er konnte am Sonntag nicht die Niederlage verhindern. Warum nicht und wie er den Abstieg noch verhindern will, erklärt er dem Stadtspiegel am Montagabend in einem Gespräch.

Bezirksliga 11
SV Gescher 08 – YEG Hassel 1:9 (1:3)

Vor dem Wochenende stapelte Hassels Spielertrainer Oktay Güney tief und sprach davon, dass man schlechte Erfahrungen in Gescher gemacht habe. Zwar war damit der FSV gemeint, aber dennoch fuhr man mit großen Respekt zum Auswärtsspiel. Der wurde dann mit dem Abpfiff allerdings abgelegt und der SVG wurde kurzerhand mal eben auseinandergenommen. Mit sage und schreibe 9:1 – in Worten: Neun zu Eins – gewann der Spitzenreiter die Partie beim Tabellenachten. Wohlgemerkt, keine Laufkundschaft, geschweige denn ein Kanonenfutter. Die Torschützen hier alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Obwohl wenigstens Ridvan Güleryüz mit seinen drei Treffern hervorgehoben werden sollte.

Güney wagte dann tatsächlich sogar noch zu behaupten, dass die ersten 30 Minuten seinem Team nicht so leicht gefallen seien. Aber spätestens nach dem 2:1 durch Güney selbst (Foulelfmeter), „ging die Post ab“. Und ab diesem Zeitpunkt gab es dann wohl auch für den Spieler-Trainer kein Halten mehr. „Das war ein geiles Spiel, richtig geil. Wir haben nie nachgelassen, auch nicht nach dem fünften und sechsten Treffer. Das war ein fast perfektes Wochenende“, sagte Güney wohl wissend um die Patzer der Verfolger. „Wir haben jetzt neun Punkte Vorsprung, dazu noch das gute Torverhältnis“, begann Güney, um dann aber doch noch die große Keule raus zu holen: „Wer jetzt denkt und ausspricht, dass wir schon aufgestiegen sind, findet sich ganz schnell bei der Zweitvertretung wieder. Bei der Drei-Punkte-Regelung kann es auch ganz schnell wieder nach hinten losgehen.“
Tore YEG Hassel: Ridvan Güleryüz (3), Faruk Gülgün (2), Arthur Fell, Eugen Fell, Okan Cakiroglu, Oktay Güney

SV Lippramdorf - SSV Buer 4:2 (1:1)
Das war es wohl! Der Aufstiegszug für den SSV Buer dürfte nach dieser Niederlage endgültig abgefahren sein. Der Tabellendritte liegt nun elf Punkte hinter Spitzenreiter YEG Hassel. „Ja, der Aufstiegszug ist abgefahren“, ärgerte sich auch Trainer Holger Siska, der ebenso ehrlich zugab, dass man absoluter Favorit war in diesem Spiel am Sonntag. „Wir haben auch eigentlich zunächst gut angefangen und sind sogar mit 1:0 in Führung gegangen. Aber danach haben wir zu einfache Gegentore bekommen und Zweikämpfe hergeschenkt. Das hat uns völlig aus der Bahn geworfen“, so Siska weiter, der auch nichts davon hatte, dass sein Traier-Kollege Tim Engler zehn Minuten vor Schluss noch einmal zum 2:2 ausglich. „Lippramsdorf hatte den größeren Willen und wollte dieses Spiel unbedingt gewinnen.“ Die letzten beiden Treffer fielen dann in den Schlussminuten. Was Siska allerdings noch mehr ärgerte, war etwas anderes. „Wir patzen immer im entscheidenden Moment. Deuten hat nur Unentschieden gespielt und wir können es erneut nicht ausnutzen. Dabei schielen wir natürlich noch auf Platz Zwei, in der Hoffnung, dass es noch eine Relegation geben wird.“ Doch Siska betonte, dass man einiges besser machen muss. „Da kann man dann am Ende einfach auch ein stückweit von fehlender Qualität sprechen.“
Tore: 0:1 Baris Uysal (14.), 1:1 (15.), 2:1 (81.), 2:2 Tim Engler (82.), 3:2 (89.), 4:2 (90.)
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