Der Schalke-Rückblick auf 2012

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Der aus Schalker Sicht absolute Höhepunkt in 2012 war der Derbysieg bei der Dortmunder Borussia am 20. Oktober. Hier jubelt Marco Höger (m). mit Farfan (r.) über sein zwischenzeitliches 0:2. Am Ende gewann der S04 mit 2:1 und siegte damit nach über zweieinhalb Jahren mal wieder gegen den Reviernachbarn. Foto: Gerd Kaemper

Torjägerkanone, Derbysieg, Historisches in der Champions League... Der Stadtspiegel blickt durch die Fußball-Brille auf das Jahr 2012 zurück, das erfolgreicher war, als viele denken. Keine Frage: Zuletzt herrschte viel Unruhe rund um den FC Schalke 04. Nun neigt sich das Jahr dem Ende entgegen. Beim Blick zurück fällt auf, dass das Jahr 2012 aber eigentlich mehr als nur gut war, und auch ein Huub Stevens eine Menge Erfolg daran hatte.

Spannung pur war es fast bis zur letzten Sekunde. Schalke kämpfte gegen Borussia Mönchengladbach um den so heiß begehrten dritten Platz zum Ende der letzten Saison. Der Platz, der zur direkten Teilnahme in der Champions League berechtigt. Und was war perfekter, als im letzten Heimspiel der Saison 2011/2012 diesen dritten Rang zu zementieren?

Schalke schoss die Berliner Hertha mit 4:0 ab, und da Mönchengladbach zeitgleich gegen Augsburg nicht über ein torloses Unentschieden hinaus kam, konnten die köngisblauen Anhänger feiern. Allerdings mit einem etwas weinenden Auge. Denn ein großartiger Spieler verließ die deutsche Fußballbühne nach zwei erfolgreichen Jahren. Die Rede ist von Raúl González Blanco. Kurz: Raúl.

Die lebende Legende sorgte dafür, dass eine Menge Glanz nach Gelsenkirchen kam und die Augen der Welt immer wieder auf die Arena gerichtet waren. Mit vielen Kabinettstückchen, wichtigen und teilweise auch wunderschön anzuschauenden Toren, zog er alle Fans schnell in seinen Bann. So gesehen, trauerte man dem Abgang zwar hinterher. Doch alle Schalker Anhänger konnten fortan mit stolz geschwellter Brust behaupten: Raúl hat für unseren Klub gespielt!

Raúl spielte sich in die Herzen der Fans

Mit ihm zauberte auch Klaas-Jan Huntelaar. Der niederländische Nationalspieler sorgte dafür, dass Schalke dann doch noch bis zum 34. Spieltag in einem Punkt zittern musste: die Torjägerkanone! Denn Huntelaar lag mit nur einem Tor Vorpsrung vor Mario Gomez vor dem letzten Spieltag an der Spitze der Knippser. Nach dem 3:2-Auswärtssieg inklusive zweier Huntelaar-Tore in Bremen eine Woche später wischte er aber auch die letzten Zweifel weg: Nach Ebbe Sand streckte endlich mal wieder ein Schalker Spieler die Torjägerkanone gen Himmel. Nach Klaus Fischer war auch keiner mehr so treffsicher wie der Holländer, der bisher in 73 Spielen für den S04 42 Mal traf: eine starke Quote!

Mit der Qualifizierung für die Champions League war das erste Fest schon einmal gesichert. Die Umsetzung wurde dann vor wenigen Wochen umso mehr gefeiert. Denn die Knappen setzten sich als Gruppenerster durch. Noch vor den großen „Gunners“ von Arsenal London. Ohne eine einzige Niederlage setzte sich der S04 gegen Arsenal, Olympiakos Piräus und Montpellier durch. Nun wartet im Februar und März Galatasaray Istanbul im Achtelfinale der Champions League. Das nächste Fest?

Mit Beginn dieser Saison wurde auch nicht nur der Transfer-Coup von Horst Heldt gefeiert, der Ibrahim Afellay vom FC Barcelona für ein Jahr ausleihen konnte. Sondern auch der erfolgreichste Bundesliga-Start der Schalker seit über 42 Jahren!

Zwar verlor der S04 am 4. Spieltag daheim gegen die Münchener Bayern mit 0:2, doch bis zum 10. Spieltag ging der S04 nicht mehr als Verlierer vom Platz und hatte eine Festwoche nach der anderen. Der absolute Höhepunkt war die Woche ab dem 20. Oktober: Nach über zweieinhalb Jahren gewann Schalke mal wieder ein Derby gegen den BVB und das auch noch auswärts im Signal Iduna Park. Nur drei Tage später setzte die Elf von Huub Stevens noch einen drauf und gewann bei Arsenal London mit 2:0. Und damit gelang dem S04 Historisches. Seit neun Jahren (!) waren die „Gunners“ in der Champions League daheim gegen ausländische Teams ungeschlagen. Bis Huntelaar und Co. aus dem Ruhrgebiet kamen.

Der beste Saisonstart seit 42 Jahren

Zur Vollendung einer perfekten Woche schlugen die Königsblauen erneut nur wenige Tage später die befreundeten „Cluberer“ aus Nürnberg mit 1:0. Der Abschluss einer rundherum gelungenen Festwoche für alle Schalker.
Blickt man zurück, so kann man auch getrost die zuletzt sportliche Entwicklung einmal außer Acht lassen. Stevens wurde entlassen, doch er hatte Großartiges geleistet, nachdem er die Mannschaft in einer schwierigen Situation (Rücktritt Ralf Rangnick) übernahm und eine famose Saison spielen ließ.

Dem Aus im Pokal folgte dafür die Verkündung von Huntelaar, dass er seinen Vertrag bis 2015 verlängert habe. Und der Anschluss in der Liga ist noch lange nicht verloren. Nach dem wohlverdienten Weihnachtsurlaub aller Spieler, wird in Katar Anfang Januar der Grundstein im Trainingslager dafür gelegt, dass das Fußball-Jahr 2013 ähnlich stark verläuft wie 2012.
Ohne Raúl, aber mit Huntelaar, Afellay und dem neuen Trainer Jens Keller.
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