Deutscher Mannschaftswettbewerb Schwimmen (DMS) - 2. Bundesliga-West

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  Gelsenkirchen: Zentralbad Gelsenkirchen |

Werbung für den Schwimmsport

Platz 3 der SG-Herren ist eine kleine Sensation

Eigentlich passt diese Meisterschaft gar nicht so richtig in den Wettkampfkalender, ist doch die Kurzbahnsaison schon Ende 2014 beendet worden. Alle Vereine legen den Fokus bereits auf die Langbahn-Höhepunkte DM und DJM. Und trotzdem elektrisiert der Deutsche Mannschaftswettbewerb Schwimmen (DMS) alljährlich Athleten, Trainer, Betreuer und Fans. Einmal im Jahr gibt es den Liga-Betrieb auch in der Individual-Sportart Schwimmen. Und kein Bad eignet sich besser für diesen Wettkampf als das Gelsenkirchener Zentralbad. Hier am Landesleistungsstützpunkt Gelsenkirchen traf sich die Schwimm-Elite der zweithöchsten Schwimmliga, um den Meister der 2. Bundesliga-West bei Damen und Herren zu ermitteln und um die Mannschaften herauszufinden, die den Weg in die Oberliga antreten müssen. Das, was am Samstag geboten wurde, war aus sportlicher Sicht einmal mehr eine Werbung für den Schwimmsport in Gelsenkirchen. Und der ausrichtende Verein SG Gelsenkirchen durfte stolz über das erreichte Ergebnis sein. Das Wettkampfprogramm umfasste die 13 olympischen Strecken, die in zwei Durchgängen geschwommen werden mussten. Bei den Herren kristallisierte sich schnell heraus, dass der Vorjahressieger TPSK 1925 e.V. seiner Favoritenrolle auch diesmal gerecht werden würde. Mit 16.787 Punkten wurde das Team überlegen Meister vor der SG Dortmund, die sich mit 16.142 Punkten gegenüber dem Vorjahr um einen Platz verbessern konnte. Das Siegerteam feierte ausgelassen, stand doch kurz nach Wettkampfende fest, dass es neben dem SC Magdeburg aus der 2. Bundesliga-Nord den Aufstieg in die höchste Schwimmliga geschafft hat.

Was niemand für möglich gehalten hat: Strahlender Dritter auf dem Podest war der Lokalmatador SG Gelsenkirchen. Mit 15.527 Punkten konnte nach hartem Kampf die SG Ruhr mit einem Abstand von nur 37 Punkten auf Distanz gehalten werden. Marco Jabien, Sportlicher Leiter und Trainer des A-Kaders hat es in nur wenigen Monaten geschafft, ein Team zu formen, in dem die Athleten sich gegenseitig zu Höchstleistungen pushen. Die Schwimmer haben alles gegeben für den großen Erfolg und dabei einige Superlative geboten: Mit 2.866 Punkten steuerte Lukas Hermeler den größten Anteil bei. Er präsentierte sich in überragender Form. Besonders krass waren seine Zeiten über 200 und 100 Meter Brust sowie 200 Meter Lagen. Mit 2:11,31min. über 200 Meter Brust unterbot er seinen eigenen Bezirksrekord um sage und schreibe 7,5 Sekunden! Mit einer Steigerung um 4,6 s auf 2:01,67 min. über 200 Meter Lagen pulverisierte Hermeler seinen zweiten Bezirksrekord. Und auch über 100 Meter Brust hielt die Uhr nach sensationellen 1:01,74 min. an. Es versteht sich von selbst, dass auch das ein neuer Rekord im Schwimmbezirk Nordwestfalen darstellt. „Mit diesen Zeiten ist Lukas ein sicherer Kandidat für das A-Finale bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften“, strahlte Marco Jabien über die Leistungen seines Schützlings. Den Knoten mal so richtig gelöst hat auch David Mossakowski. Vier Starts bedeuteten vier persönliche Bestzeiten auf ganz hohem Niveau. Und besonders gut läuft es bei ihm zurzeit auf den Freistilstrecken. 23,40 s und 51,90 s über 50 und 100 Meter Freistil ließen die Punkteausbeute der SG Gelsenkirchen deutlich anwachsen. Dass er noch nichts verlernt hat, zeigte Christian Wittenbrink, der trotz Trainer-Tätigkeit für den C-Kader in den letzten Monaten jede Gelegenheit nutzte, um sich für diese Entscheidung in Form zu bringen. 2.364 Punkte zeigen, dass sich die Mühe gelohnt hat. Über 50 Meter Freistil war er in 23,33 s nahezu so schnell wie in seinen besten Zeiten. Deutlich mehr als 2.000 Punkte steuerte mit vier Starts auch Nico Tscherner bei. Seine größte persönliche Steigerung schaffte er über 400 Meter Lagen, für die er nur 4:37,07 min. benötigte. Im Schnitt 600 Punkte pro Start war die Bilanz von Stefan Wittenbrink. Über die Distanz von 1500 Meter Freistil gelang ihm in 16:34,48 min. ein Traumergebnis. Eine unglaubliche Entwicklung hat Tobias Knudsen genommen. Der 28-jährige hatte 2008 seine Schwimmkarriere beendet, sich aber im letzten Sommer mit Blick auf die DMS zu einem Comeback entschieden. Mit einer außerordentlichen Disziplin schaffte er es nach einem halben Jahr eine Form zu erreichen, die ihn nahe an die Ergebnisse führte, die er in seinen besten Zeiten schwamm. „Tobi ist ein Gewinn für die Mannschaft und ein großes Vorbild für alle Teammitglieder“, unterstrich Marco Jabien, der ihn auf drei Strecken einsetzte. In starker Form präsentierten sich mit zwei Bestzeiten auch Michael Batzel und der ebenfalls reaktivierte Ralf Mergenthal, der über 100 Meter Brust eine nie erwartete Zeit von 1:08,74 min. ins Becken zauberte. Mit seinem Start über 100 Meter Schmetterling sicherte schließlich Marcus Niemeyer die noch fehlenden Punkte für den großartigen Erfolg.

Starkes Damen-Team verteidigt den 9. Platz

Grund zur Freude hatten auch die 8 jungen Damen der SG Gelsenkirchen, die mit der Zielsetzung Klassenerhalt in die Entscheidung gingen, hatten sie doch drei Schwimmerinnen mit ihrem ersten Einsatz in der zweithöchsten Schwimmliga dabei. Julia Koch und Judith Hermeler legten mit 2.486 bzw. 2.470 Punkten den Grundstein für das erfolgreiche Abschneiden. Beide Athletinnen zeigten bei jeweils vier Starts Leistungen auf konstant hohem Niveau und jeweils zwei persönlichen Rekorden. Glanzlichter setzte Judith Hermeler in 2:34,59 min. über 200 Meter Brust und Julia Koch in 58,64 s über 100 Meter Freistil. Als wäre sie nie weg gewesen präsentierte sich Kim Illmer. Obwohl gesundheitlich angeschlagen stellte sie sich bei ihrem Comeback mit drei Starts in den Dienst der Mannschaft und schaffte sogar eine persönliche Bestzeit in 59,80 s über 100 Meter Freistil. Viel Verantwortung mussten Maria Schindler und Jamie Gerwan übernehmen. Die beiden 16-Jährigen lösten die Aufgabe mit jeweils vier Starts mit Bravour. Maria Schindler hatte den stärksten Auftritt über 400 Meter Freistil in 4:35,45 min., Jamie Gerwan musste mit den Strecken über 400 und 800 Meter Freistil, 400 Meter Lagen und 200 Meter Schmetterling die längsten und anstrengendsten Schwimmstrecken absolvieren. Mit viel Herzblut und Einsatzfreude kämpften die Newcomer Alena Dreyden und Lisa Siedenbiegel bei jeweils drei Starts um jeden Punkt und belohnten sich und ihr Team mit guten Zeiten. Die Jüngste im Team Celine Hacks (JG 2001) stellte über 800 Meter Freistil in 10:06,65 Min. gleich eine tolle persönliche Bestzeit auf. Trainer Jabien erkannte bei den Damen viel Potenzial für die Zukunft und ist sicher, dass sie im nächsten Jahr in der Platzierung klettern werden.

Gewonnen hat die Konkurrenz der VfL Gladbeck mit 16.871 Punkten. Für den Aufstieg hat es jedoch nicht gereicht, weil die TSV Hohenbrunn-Riemerling und die SG Mittelfranken aus der 2. Bundesliga-Süd mehr Punkte sammeln konnten.
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