„Die Devils machen Gelsenkirchen bunter!“

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Ende Februar waren die Devils-Junioren in einem Trainingslager in Sundern (Sauerland) und schufteten drei Tage lang. (Foto: Oliver Jungnitsch)
 
Oliver Jungnitsch lief wie auch einige Vereinskollegen bei den Bertlicher Straßenläufen in voller Montur mit. (Foto: Privat)
Gelsenkirchen: Devils |

In keiner anderen Sportart werden so unterschiedliche Spieler und Fähigkeiten gebraucht wie im Football. Der erfreut sich vor allem durch den „Super Bowl“ weltweiter Beachtung und ist in Gelsenkirchen in den letzten Jahren auch wieder popluärer geworden.

Die Gelsenkirchen Devils gibt es bereits seit 1992. Damals kamen zu Heimspielen noch über 1.000 Zuschauer. „Die zu erreichen, ist heute undenkbar“, sagt Oliver Jungnitsch. „Aber mit unseren 200 bis 300 sind wir auch schon mehr als zufrieden“, fügt der Pressesprecher des einzigen Football-Vereins in Gelsenkirchen an.

Fünf Mannschaften im Verein aktiv

Leute zu erreichen, ist den Verantwortlichen in den letzten Jahren immer besser gelungen. So geschehen auch bei Jungnitsch selbst, der seinen 15-jährigen Sohn Nick erst einmal nur zu Spielen begleitete und die Aktionen fotografisch festhielt. Jungnitsch Senior wurde immer mehr zum gefragten Fotografen beim Verein. Nicht nur bei den Junioren, sondern auch bei den Senioren.
Fünf Mannschaften gibt es mittlerweile: U13, U15, U17 und U19, dazu noch eine Seniorenmannschaft, wenngleich die U13 aufgrund von Spielermangel nicht am Spielbetrieb teilnehmen kann und die U17 erst in der zweiten Jahreshälfte zum Einsatz kommen wird.

Mittlerweile ist Jungnitsch Pressesprecher des Vereins. „Da rutscht man so rein. Irgendwann kommst du aus der Nummer nicht mehr raus“, muss der 47-Jährige lachen, weil er eigentlich auch nur begrenzt Zeit hat. Doch das Team ist immer größer geworden. „Wir sind gut aufgestellt“, sagt Jungnitsch, der in seinem Amt als Pressesprecher auch vom neuen Vorstand am – wie kann es anders sein – Super Bowl-Tag bestätigt wurde.

„Die Aufmerksamkeit ist dank des ,Lokalkompass‘ gestiegen“

Mittlerweile zählt der Verein 196 Mitglieder. Allein 28 kamen seit Beginn des Jahres dazu. „Die Aufmerksamkeit ist vor allem dank des ,Lokalkompass‘ gestiegen. Vor kurzem hatten wir 25 interessierte Spieler für die Senioren beim Training. Purer Zufall, denn wir hatten mit keiner Aktion oder Ähnlichem dazu aufgerufen“, freut sich Jungnitsch, dass der Football weiter an Bedeutung gewinnt.

Bei so vielen Spielern ist es dennoch etwas Besonderes, wenn ein Spieler mal den Sprung zu einem größeren Verein packt. Wie zum Beispiel Marius Kensey, der 16 Jahre jung ist und vor einem Jahr dem Stadtspiegel Gelsenkirchen noch als Devil ein Interview gab. Ein halbes Jahr später und ein internationales Turnier mit der „GreenMachine“ (Auswahl der besten Spieler in NRW) in den USA später, spielt Kensey bei den Düsseldorf Panthers, die seit 2011 in der höchsten deutschen Liga spielen. Vor kurzem wurde der Gelsenkirchener zum Auswahltraining der Jugendnationalmannschaft eingeladen.

Dünne, Dicke, Kleine, Große: alle werden gebraucht

Damit die Devils auch weiterhin solch‘ gute Arbeit verrichten können, engagieren sie sich tatkräftig. „Unser Sport benötigt alle Körperformen. Die Dünnen, Dicken, Kleinen und Großen, keiner wird ausgeschlossen. Jede Figur findet im American Football eine Position“, predigt auch der Devils-Vorstand. „Die Mannschaft ist eine Gesellschaft im Kleinen. Die Schwachen werden von den Starken beschützt. Die „Schwachen“ sind jedoch auch wichtig, denn sie sind meist die schnellen Passempfänger oder versuchen dies zu unterbinden. Jeder ist von dem Anderen abhängig. Dabei sind Herkunft, Religion oder sozialer Stand unwichtig.Alle lernen dadurch soziale Kompetenz.“

Mit dieser Verantwortung gehen die Footballer sorgsam um. Seit Anfang Februar wird in der Sporthalle der Sternschule, Franz-Bielefeld-Straße, unter dem Motto „Starke Jungs“ geschwitzt. Jeden Dienstag von 16 bis 17.30 Uhr treffen sich Jungs, „die man sonst wohl eher als Couchkartoffel bezeichnen würde“, aus ganz Gelsenkirchen, um gemeinsam Sport zu machen. Unter Anleitung ihres Trainers Kevin Pomykay erhalten sie einen Enblick in die interessante Welt des American Footballs. „In erster Linie geht es darum, die Kids vom Fernseher oder PC wegzulocken und Spaß an Bewegung und Sport zu vermitteln“, sagt Pomykay. Ob dies gelingt, weil von American Football eine besondere Faszination ausgeht oder weil die „starken Jungs“ hier die Chance haben, mit Leuten ähnlicher Statur und Fitness zu Trainineren, könne er nicht sagen. Ins Leben gerufen wurde die Aktion, die für alle Teilnehmer kostenlos ist, von Gelsensport in Zusammenarbeit mit den GelsenkirchenDevils für alle Jungs zwischen neun und elf Jahren.

Benefizspiel mit Prominenz Mitte April

Am zweiten April-Wochenende startet das nächste große Projekt. Dann veranstalten die Devils ein Benefizspiel mit prominenten Paten aus Politik und Fußball sowie einem bunten Programm mit unter anderem Live-Musik. Zu viel will Jungnitsch nicht verraten, sagt aber: „Die Einnahmen wollen wir komplett spenden. Gerne in enger Absprache mit dem Oberbürgermeister. Der Verein will davon nichts haben.“

Eine Art, die in Gelsenkirchen sehr viel Anklang finden dürfte und voll auf das Motto der Gelsenkirchener Footballer zutrifft: „Die Devils machen Gelsenkirchen bunter!“

> Zum LK-Profil von Oliver Jungnitsch

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