Mark Greine: „Ich habe den Spaß verloren“

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Der Sportliche Leiter des SSV/FCA Rotthausen, Norbert Willig (l.), und Trainer Mark Greine gehen ab dem Sommer getrennte Wege.

Mark Greine verlässt im Sommer nach neun Jahren als verantwortlicher Trainer den Fußball-Bezirksligisten SSV/FCA Rotthausen. Im Interview mit dem Stadtspiegel verrät der 42-jährige Gelsenkirchener warum und was er als nächstes vorhat.

Im Zuge der Bekanntgabe, dass Sie im Sommer beim SSV aufhören, hatte man den Eindruck, dass sie nicht mehr glücklich waren. Täuscht der Eindruck?
Mark Greine: „Nein. Ich hatte schon im vergangenen Sommer den Entschluss gefasst, nach der Saison aufzuhören. Der Respekt, der innerhalb der Mannschaft gegeben sein sollte, war zuletzt nicht mehr so, wie ich ihn mir vorstelle und ich habe den Spaß verloren, obwohl der Fußball mir an sich noch sehr viel Spaß bereitet. Deswegen habe ich jetzt auch wieder selber mit dem Training angefangen.“

Hatten die Probleme sich nicht auch schon vor eineinhalb Jahren angedeutet, als kurz vor Saisonbeginn Spieler noch gewechselt sind?
„Damals gab es auch schon Probleme, aber das lag mehr daran, dass die Spieler, die dann auch gegangen sind, Gerüchte über den Vorstand gestreut haben, die meines Erachtens nicht stimmten. Ich habe mich aber auch nie um die Finanzen im Verein gekümmert, weil sie mich nicht interessiert haben. Wenn ich aber mitbekomme, dass es um Aufwandsentschädigungen über 5 Euro geht, kann ich nur den Kopf schütteln. Wir sprechen hier von einem Hobby in der Bezirksliga. Das ist nicht mit beispielsweise der Westfalenliga zu vergleichen und man sollte die Relationen auch kennen.“

Sind Sie traurig, dass die Zusammenarbeit Rotthausen-Greine im Sommer nach neun Jahren endet?
„Natürlich macht es mich traurig. Ich konnte lange Zeit nicht mit den Möglichkeiten arbeiten, die hier zuletzt entstanden sind oder noch entstehen. Jetzt kommt noch ein weiterer Trainingsplatz mit Kunstrasen dazu. Aber mir wurden immer wieder Steine in den Weg gelegt oder wir hatten jahrelang Probleme Mannschaften in der A- und B-Jugend zu stellen, wodurch wir einige gute Spieler aus dem Jugendbereich verloren haben. Da gilt es als erstens dran anzusetzen. Die Jugend muss gefördert werden und das Einzugsgebiet hier in Rotthausen mit der Feldmark und Essen ist groß.“

Die Spieler wissen jetzt, dass Sie im Sommer aufhören. Droht in der Rückrunde in der Bezirksliga der große Fall nach unten?
„Uns haben in der Hinrunde ständig oder immer wieder wichtige Spieler wie Joel Fath, André Willig, Henrik Strahlendorf oder Daniel Stankowiak gefehlt. Das sind Spieler, die weggebrochen sind, auf die wir gebaut haben. Dafür ist der aktuell fünfte Platz gut, auch wenn wir sechs Punkte mehr haben könnten. Nun haben die Jungs die Chance, sich für höhere Aufgaben anzubieten. Ich würde die baldige Trennung eines Trainers nicht als Alibi nehmen, schlechter zu spielen, auch wenn es in den nächsten drei Monaten sicherlich nicht einfach wird.“

Wie geht es für Sie im Sommer weiter?
„Aktuell tendiere ich dazu, weiterzumachen und keine Pause einzulegen. Ich habe im Ruhrgebiet überall schon meine Spuren hinterlassen und war unter anderem bei RW und SW Essen, bei Westfalia Herne, in Rotthausen und Schalke oder in der Jugend bei Wattenscheid 09. Ich bin für alles offen. Die Liga spielt auch keine Rolle, solange die Strukturen im Verein gefestigt sind und man mir eine Perspektive bieten kann. Von großen Geldgebern im Verein halte ich nicht viel.“

Ihr Nachfolger wird ausgerechnet Markus Schmeling, den Sie als Trainer 2006 knapp hinter sich lassen konnten, als es zwischen Westfalia Gelsenkirchen und SSV/FCA Rotthausen um den Bezirksliga-Aufstieg ging. Mussten Sie schmunzeln, als Sie erfahren haben, dass er ihr Nachfolger wird?
„Nein. Damals haben wir uns natürlich gefreut, weil Westfalia vom Papier her eigentlich stärker war. Mir ist es egal, ob Jens Keller oder Markus Schmeling mein Nachfolger wird. Ich wünsche ihm und vor allem dem Verein viel Erfolg. Es wäre für alle schön, wenn es wieder so toll und harmonisch läuft, wie vor zwei, drei Jahren.“
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