Max Meyer wandelt auf den Spuren von Marco Reus

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Max Meyer jubelte gegen Hoffenheim auf ganze spezielle Art und Weise. (Foto: Gerd Kaemper)
 
Der Fußball-Schuh von Max Meyer. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: Veltins-Arena |

Max Meyer war gegen Hoffenheim der Matchwinner. Der 19-Jährige erzielte beim 3:1-Heimsieg für den FC Schalke 04 zwei Tore und war darüber hinaus ein ständiger Unruheherd für die Gäste. Für Meyer war es der erste Doppelpack in der Bundesliga.

Starke 80 Prozent Passquote wies der 1,69 Meter große Wirbelwind nach 90 Minuten auf. Zudem lief er mit 11,95 Kilometer am zweitmeisten von allen Schalkern. Einzig Tranquillo Barnetta lief nur 100 Meter mehr! Kein Wunder, dass Meyer kurz vor dem Abpfiff erschöpft auf dem Boden lag. Eine Verletzung lag nicht vor. „Ich hatte Krämpfe. Das hatte schon in der 80. Minute angefangen“, sagte der kleine Spielmacher nach der Partie.

„Natürlich war ich in Dortmund nicht glücklich“

Meyer war als Letztes aus der königsblauen Umkleidekabine gekommen und konnte zufrieden auf den Tag zurückblicken. Beim Derby vor einer Woche musste er 90 Minuten lang zuschauen. „Natürlich war ich nicht begeistert, dass ich nicht gespielt habe. Aber das ist jetzt abgehakt. Ich bin glücklich, dass ich heute wieder spielen durfte und ich denke auch, dass es gut geklappt hat“, sagte Meyer, um dann noch hinzuzufügen: „Wir haben von Anfang an Druck ausgeübt und hatten gute Chancen. Ich denke, dass das ein hochverdienter Sieg war.“

Lob bekam Meyer auch von seinen Teamkameraden wie Christian Fuchs oder Leon Goretzka, die vor allem die Kreativität und den Drang nach vorne von der Nummer Sieben lobten. „Das freut mich zu hören und mein Anspruch ist es auch, immer zu spielen. Ich will am liebsten jede Woche von Anfang an spielen. Das war heute denke ich ein guter Anfang und ich hoffe, dass ich Dienstag und Samstag wieder spielen darf.“ Bevor der S04 am Samstag in Berlin bei Hertha BSC spielt, müssen die Schalker am Dienstagabend in Madrid zum Achtelfinal-Rückspiel bei Real antreten.

Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen

Auffällig bei Meyer war sein Torjubel nach seinem ersten Treffer, als er seine Ohren demonstrativ zuhielt. Als Meyer vor zwei Wochen gegen Bremen das 1:0-Siegtor geschossen hatte, hielt er noch den Finger auf dem Mund. Die Anzeichen verdichten sich, dass Meyer den Torjubel von Reus nachmacht, den der Dortmunder in den Monaten Oktober und November letzten Jahres zeigte.

Beim 3:0 gegen St. Pauli im DFB-Pokal hielt Reus sich die Augen zu. Vier Tage später beim 1:2 gegen den FC Bayern traf er erneut und hielt sich dann die Ohren zu, ehe er wiederum nur wenige Tage später beim Champions League-Spiel gegen Galatasaray Istanbul raf und dann die Hand vor dem Mund hielt. Fertig war das Gesamtkunstwerk: Nichts sehen, nichts hören, nicht sagen. Eine Anlehnung an die drei berühmten Affen, für die es ein Sprichwort aus dem Mittelalter gibt: „Audi, vide, tace, si tu vis vivere pace“, was übersetzt heißt: Höre, sieh und schweige, wenn du in Frieden leben willst.

Meyer will noch mindestens zwei Saisontore schießen

Darauf angesprochen, musste Meyer zwar schmunzeln und sagte zunächst, „Was das bedeutet, bleibt mein Geheimnis“, um dann den Journalisten noch zu widersprechen: „Also Marco Reus will ich jetzt nicht imitieren. Ich bin beim Torjubel immer spontan und heute war eben dieser dran.“ Fest steht: Nach dem heutigen Doppelpack steht Meyer bei insgesamt fünf Saisontoren. In seiner ersten Saison hatte er nach 34 Spielen sechs auf seinem Konto. Wie viele will er jetzt noch schießen? „Ich will auf jeden Fall versuchen, die sechs aus der Vorsaison zu knacken.“
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