Roberto Di Matteo gibt Vorgeschmack auf den Real Madrid-Knüller

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Kommen Real Madrid und Ronaldo einmal ins Rollen, sind sie nur schwer aufzuhalten. (Foto: Gerd Kaemper)
 
Schalke-Cheftrainer Roberto Di Matteo war mit dem Ertrag nach dem 1:1 in München zufrieden. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: Schalke 04 |

Selbst Schalke-Manager Horst Heldt kritisierte indirekt die Mauer-Taktik nach dem 1:1 in München. Bayern-Torschütze Arjen Robben war sauer und meinte, dass Schalke den „Punkt nicht verdient“ und „ultra defensiv“ gespielt habe. Dabei blieb S04-Trainer Roberto Di Matteo einfach seiner Linie treu.

Es war der 19. Mai 2012, als der FC Bayern München im legendären „Finale dahoam“ im eigenen Stadion das Champios League-Finale gegen Chelsea FC bestritt und unglücklich verlor. Nicht nur unglücklich, weil der 1:1-Ausgleich von Chelsea erst in der 88. Spielminute fiel. Unglücklich vor allem deswegen, weil der Deutsche Rekordmeister das Spiel diktierte und in allen Statistiken vorne lag. Nach 120 Minuten plus Elfmeterschießen aber hieß der Sieger Chelsea FC. Trainer der Londoner damals? Roberto Di Matteo.

Mauertaktik selbst mit Chelsea gegen Barcelona und Bayern

Seine Mauertaktik war kein Einzelfall. Bereits im Halbfinale setzten sich die Engländer so gegen das favorisierte und spielerisch kreativere Team vom FC Barcelona durch (1:0, 2:2). Und das, obwohl Chelseas Kapitän John Terry im Rückspiel bereits nach 37 Spielminuten mit der Roten Karte vom Platz flog und Barcelona zur Halbzeit 2:1 führte. In der 91. Minute glich Fernando Torres zum 2:2 aus, wenngleich eine 1:2-Niederlage dem späteren Champions League-Sieger aufgrund der Auswärtstorregelung zum Weiterkommen auch schon gereicht hätte.

Vielen Schalkern ist das Champions League-Finale aus 2012 am 7. Oktober 2014 in Erinnerung gerufen geworden. An jenem Tag gab der FC Schalke 04 die Entlassung von Jens Keller und gleichzeitig die Verpflichtung des neuen Trainers Roberto Di Matteo bekannt. „Wer sich das Torverhältnis bei meinen bisherigen Vereinen genauer anguckt, der wird feststellen, dass unter mir immer viele Tore geschossen wurden“, sagte Di Matteo bei seiner ersten Pressekonferenz und entgegnete damit direkt den ersten, kritischen Nachfragen der Journalisten, ob er bei Schalke wie bei Chelsea ähnlich defensiv spielen lassen will.

Fehlgeschlagenes Experiment mit Schalke gegen Chelsea

Di Matteo ließ seinen Worten Taten folgen und die Königsblauen erweckten bis zur Winterpause nicht den Eindruck, plötzlich defensiver und destruktiv spielen zu wollen. Ausgerechnet im Gruppenspiel der Champions League gegen Chelsea FC am 25. November 2014 blieb Di Matteo seiner Philosophie aus den Wochen zuvor treu und legte keine Mauertaktik an den Tag. Die Quittung: Eine deftige 0:5-Niederlage, die an das 1:6 gegen Real Madrid am 26. Februar 2014 erinnerte. Die Erkenntnis: Die „Knappen“ gehen gegen die großen Teams Europas unter, wenn sie versuchen, mitzuspielen.

Und zu den großen Teams Europas zählen nicht nur Real Madrid und Chelsea, sondern auch der FC Bayern. Im Nachgang verwunderte es also überhaupt nicht, dass Di Matteo am 3. Februar 2015 seiner Mannschaft im Spitzenspiel beim Deutschen Meister eine sehr defensive Grundordnung verpasste. Selbst nach der Roten Karte gegen Jerome Boateng nach nur 18 Minuten blieben die Königsblauen ihrer defensiven Ausrichtung treu und riskierten bis zum Schlusspfiff nichts.

Roberto Di Matteo will Erfolg, keinen Spektakel haben

„Wenn mir vorher einer gesagt hätte, dass wir aus München einen Punkt mitnehmen können, hätte ich das unterschrieben, ohne den Spielverlauf zu kennen. Jetzt kann ich mit dem Ergebnis nicht so viel anfangen“, sagte Schalke-Manager Horst Heldt nach dem 1:1 am Dienstagabend. „Wenn wir ein bisschen mehr gemacht hätten, wäre ein bisschen mehr möglich gewesen“, fügte er an und kritisierte damit auch indirekt die Idee von seinem Cheftrainer. Der war mit dieser aber einfach seiner Linie treu geblieben und hatte vor allem aus dem 0:5 gegen Chelsea im November letzten Jahres gelernt.

Damit ist auch klar: Der Schalke-Trainer gab mehr als nur einen Vorgeschmack auf den Knüller gegen Real Madrid in genau zwei Wochen. Er will mit aller Macht verhindern, dass sich am 18. Februar gegen die Königlichen die Geschichte aus dem Vorjahr wiederholt. Die Schalker werden kein schönes Spiel in der Veltins-Arena bieten. Sie, beziehungsweise Roberto Di Matteo, wollen Erfolg haben. Und das kann der FC Schalke 04 nicht, wenn er versucht gegen Teams wie Chelsea, Bayern oder Real Madrid mitzuspielen.
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