So teuer und aufwendig war die Mega-Choreografie der Schalker Ultras

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So sah am Ende die komplette Choreografie in der Nordkurve der Schalke-Arena aus. (Foto: Gerd Kaemper)
 
Vier Blockfahnen dieser Größe stellten jeweils eine Epoche der Vereinsgeschichte dar. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: Veltins-Arena |

Hühnerpelle bis zum Anschlag! Die Nordkurve Gelsenkirchen zelebrierte am Freitagabend eine Choreografie, die ihresgleichen suchte.

Wenige Minuten vor dem Anpfiff gegen Hannover 96 verwandelte sich die gesamte Nordkurve der Veltins-Arena in ein gigantisches Wohnzimmer inklusive XXL-Fernseher. In der Choreografie wurde die Geschichte des FC Schake 04 dargestellt und erzählt.

In Eigenregie produzierten die Ultras Gelsenkirchen hierzu Kurzfilme, die die Höhen und Tiefen des Vereins in vier Epochen unterteilten. Kein Geringerer als Kommentatoren-Legende Werner Hansch erzählte die Geschichte. Das Video selbst lief aber nicht auf dem Videowürfel. „Choreografien finden auf den Rängen statt und daher wird über den Blöcken I und K eine Leinwand in Form eines Fernsehers hochgezogen“, hieß es in einer schriftlichen Erklärung der Ultras an alle Fans, um an der Gestaltung perfekt mitzuwirken. Mit Hilfe einer Videoprojektion wurde der Rückblick auf der Leinwand abgespielt.

Videoprojektion auf Leinwand blickt auf vier Epochen zurück

Wie bei Abendspielen zuletzt auf Schalke üblich, wurden passend zum Video die Lichter in der Arena komplett abgedunkelt. „Am Dach über Block G und H wird parallel zum Fernseher eine Couch am Dach hochgezogen, auf der sich eine Schalker Familie den Film ansehen wird“, hieß es auf dem Info-Zettel weiter. So war auf die Nordkurve blickend der riesige Fernseher rechts und das Wohnzimmer links zu sehen.

Für jede Epoche im Film gab es eine gigantisch große Blockfahne, die während des Films in der Nordkurve ausgebreitet wurde. Insgesamt wurden vier Blockfahnen über die Zuschauer gespannt. Zum Ende des Films wurde im Oberrang dann noch der Vereinsname in großen Buchstaben am Dach hochgezogen.

Sechs Monate lang arbeiteten die Ultras an dieser Choreografie. Nach Stadtspiegel-Informationen kostete die Arbeit 30.000 Euro! Die Mannschaft selbst wusste davon. „Wir haben die Ultras diese Woche gemeinsam besucht“, erklärte Manager Horst Heldt nach dem Spiel. Und das nicht ohne Grund. „Ich habe ja auch die Mythos-Touren für neue Spieler und auch das Trainer-Team ins Leben gerufen, damit sie die Schalker Geschichte mit der Glückauf-Kampfbahn und der Schalker Meile kennenlernen. Zusätzlich gibt es bekanntlich immer wieder Treffen mit Fan-Clubs und dabei sind wir auch auf Choreografien zu sprechen gekommen. Diese Woche wollten wir mal sehen, wie das funktioniert. Wir waren also voll involviert und haben dicht gehalten, niemandem etwas gesagt. Das, was die Ultras da gemacht haben, ist in dieser Form einzigartig, wirklich toll. Vor allem mit dieser Leidenschaft und Intensität.“

Sechs Monate Arbeit, 30.000 Euro Kosten

Die Kosten tragen die Ultras Gelsenkirchen übrigens komplett selbst! „Selbst, wenn wir sie finanziell unterstützen wollten, wäre das nicht gewollt gewesen. Das gilt es zu akzeptieren und deswegen gab es vom Verein kein Geld“, betonte Heldt.

Die Mannschaft bedankte sich aber auf ihre Art und Weise. Nach dem Spiel lief die gesamte (!) Mannschaft in die Nordkurve, um gemeinsam mit ihnen Arm in Arm zu feiern. „Das war spontan und damit wollten wir zeigen, dass wir auch hinter ihnen stehen“, erklärte Johannes Geis nach der Partie.

Bildergalerie der XXL-Choreografie

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Christian Nessit aus Gelsenkirchen | 05.12.2015 | 09:14  
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