Trainerdiskussion überschattet Schalke-Niederlage

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Er kommt. Er kommt nicht. Er kommt. Er kommt nicht. Er kommt... Derzeit scheinen sich selbst die Schalker Verantwortlichen nicht sicher zu sein, ob sie den Frankfurter Trainer Armin Veh zur neuen Saison verpflichten sollen. Foto: Gerd Kaemper
 
Jens Keller war zuletzt besser gelaunt. Kein Wunder, mit ihm spielte der S04 zuletzt wesentlich besser. Foto: Gerd Kaemper
Gelsenkirchen: Schalke Geschäftsstelle |

Beeindruckend waren nur die Fanchoreographien in Nürnberg. Ansonsten zeigte die Mannschaft des S04 sich nur meisterlich im Chancen auslassen. Am Samstag verlor Schalke beim 1. FCN mit 0:3 (0:1) und erlitt somit wieder einen Rückschlag im Kampf um die Champions League-Plätze. Doch das Sportliche rückte an diesem Wochenende auch ganz schnell wieder in den Hintergrund. Zum wiederholten Male geisterte der Name Armin Veh durch das Schalker Rund. Löst der aktuelle Frankfurter Trainer den aktuellen Schalke-Trainer Jens Keller zur kommenden Saison ab? Bisher dementieren alle Seiten, zudem scheint Keller bei den Verantwortlichen des S04 trotz der Niederlagen gegen Istanbul und Nürnberg an Kredit gewonnen zu haben. Bleibt Keller also auch über das Saisonende hinaus Trainer der Königsblauen?

Die Knappen vergaben am Samstag reihenweise gute Chancen. Allein Julian Draxler und Benedikt Höwedes scheiterten am Pfosten, Jefferson Farfan völlig freistehend vor dem gegnerischen Torhüter. Dass dem Nürnberger Führungstreffer ein Handspiel des Torschützen Feulner vorausging, passte zum Schalker Pech in Halbzeit Eins. Und wer die Tore nicht macht, wird bestraft. Nürnberg traf noch zweimal und fuhr einen überraschend deutlich, in der Höhe aber auch absolut nicht verdienten Heimsieg ein. Immerhin: Die befreundeten „Cluberer“ verschafften sich im Tabellenkeller somit weiter Luft. Und Schalke?

Das verpasste abermals eine große Chance, weiter in der Tabelle nach oben zu klettern. Denn die unmittelbaren Konkurrenten patzten alle ebenfalls an diesem Wochenende. Hätte der S04 gewonnen, wäre man sogar bis auf drei Punkte an Platz Drei (Leverkusen) dran gewesen. Doch Hätte, Wenn und Aber bringen auch im Fußball nichts. So keimte die Diskussion um Trainer Jens Keller wieder auf, der wohl auch mehr Anteile am Champions League-Aus gegen Galatasaray hatte, als viele glaubten. Schließlich gab er nach dem Spiel offen zu, auch überrascht gewesen zu sein von der taktischen Aufstellung der Türken. Änderungen hätte er erst in der Halbzeit machen können, da das Team seine Anweisungen in Hälfte Eins nicht gehört hätten.

Das "Problem": Jens Keller punktete zuletzt bei den Verantwortlichen

Eine schon fast logische Schlussfolgerung – so zumindest seit der Trainerentlassung von Huub Stevens – ist die Frage nach einem neuen Trainer, der mehr Erfahrung als Keller selbst mitbringt. Auf der Hand liegt der Name Armin Veh. Dieser leistet bisher fantastische Arbeit beim Überraschungsvierten und Aufsteiger Eintracht Frankfurt. Sein Vertrag läuft im Sommer aus und er arbeitete bereits schon einmal mit Horst Heldt in Stuttgart zusammen. Das Duo wurde 2007 Deutscher Meister. Veh selbst zögert seit Wochen, seinen Vertrag in Frankfurt zu verlängern. Er betonte allerdings stets darüber auch erst nachzudenken, wenn seine Mannschaft die magischen 40 Punkte, die bisher immer zum Klassenerhalt reichten, erreichten hätten. Das Dumme daran: Frankfurt ist mittlerweile seit sechs Spielen sieglos, profitiert aber auch von der sehr starken Hinrunde und der Patzer der Konkurrenz, so dass der Klub vom Main noch immer auf einem hervorragenden vierten Platz steht, der zur Champions League-Qulifikation berechtigt. Veh kündigte an, sich in der nun anstehenden Länderspielpause zu entscheiden. Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen äußerte sich zuletzt optimistisch, seinen Cheftrainer halten zu können.

Veh oder Keller? Oder vielleicht auch ein ganz anderer? Zuletzt mehrten sich die Stimmen pro Keller, der insbesondere durch den vor allem taktisch stark überzeugenden Derbysieg bei den Hauptverantwortlichen punktete. Die wiederum betonen seit Wochen auch ehrlich und offen, dass noch keine Entscheidung feststehen würde. Nach wie vor weisen Heldt und Co. darauf hin, dass man gesagt habe, dass Keller bis Saisonende S04-Cheftrainer bleibt.

Verpflichtet Schalke Armin Veh und bleibt der Erfolg aus, steht auch Horst Heldt schlecht da, dem wiederholt vorgeworfen wird, für ehemalige Stuttgarter ein Faible zu haben. Hält er weiter an Jens Keller fest – der auch ein ehemaliger Stuttgarter ist – wird diesem im Misserfolg die Erfahrung fehlen. Wie beispielsweise im Champions League-Spiel zu sehen war. Egal, wie Horst Heldt und der S04 sich entscheiden: Der FC Schalke 04 bleibt ein heißes Pflaster und so lange kein Trainer Deutscher Meister mit dem S04 wird, wird er stets sehr kritisch beäugt. So ist es nun einmal bei den Königsblauen.
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