Vom Single-Trail für Biker bis zum Wasserbassin fürs Blobbing

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Plan mal: Team 13 aus dem Viktoria Gymnasium Essen plant mit Holzklötzen und maßstabgerechten Papierplätzen die fiktive Trendsportanlage im Revierpark Nienhausen. Hilfe und Tipps bekommen die jungen Planer von Ing. Ulrich Münstermann.
 
Fühl mal: Wie fühlt es sich an, wenn man nicht sehen kann? Jannis Budke und Gero Hölscher testen es.
Gelsenkirchen: Ruhrpark Nienhausen | Ruhr Games Wettbewerb „Dein Ding“ – Jugendliche entwickeln Ideen für Trendsportareal

Der Single-Trail für Mountain-Biker ist angelegt. Jetzt suchen die Jungs von der Duisburger Sportjugend nach Möglichkeiten, wie er auf den Hauptweg im Gelände führt und vor allem, wie die Biker abgebremst werden könnten. „Ein Wassergraben“, ulkt Christian Kaufhold. „Ein Fangnetz!“, ist Patrick Fugmanns Idee. Spaß muss sein, denn die Planung eines Trendsportplatzes setzt einen Ideensturm voraus.

Mit einem Tagesworkshop startete der Wettbewerb „Euer Ding“ im Ruhrpark Nienhausen an der Stadtgrenze Gelsenkirchen/Essen. Rund einhundert Jugendliche aus Schulen in Nordrhein Westfalen nahmen die Aufgabe in Angriff, die ihnen die Ingenieurkammer-Bau NRW und der Regionalverband Ruhr im Rahmen der Ruhr Games stellten: Sie sollten ein fiktives Trendsportareal für den Park planen.

Von trockener Theorie bis zu experimenteller Praxis

Neben Fachvorträgen zur Planung und Bautechnik von Sportanlagen konnten die Jugendlichen im Alter von 12 bis 20 Jahren an neun Experimentierstationen unter anderem das Planen auf Papier oder am Modell ausprobieren und im Gelände verschiedene praktische Techniken ausprobieren.

Niklas Wieskandt, Christian Olbertz, Patrick Fugmann und Christian Kaufhold von der Duisburger Sportjugend hatten sich für die Station „Scribble mal“ entschieden und saßen mit Buntstiften und Lineal vor einem Plan des Areals. Sie hatten so-eben das Toilettenhäuschen eingezeichnet, was Stationsbetreuer Ing. Ulrich Münstermann, zwar für sehr groß hielt, „aber wer weiß“, meint er, „was dort noch so stattfinden soll“. Derweil planen die vier Jungen Männer schon viel weiter: Picknicktische aus verschiedenen einheimischen Hölzern und besagter Single-Trail, an dessen Komplettierung sie noch rätseln. „Wir haben uns hier festgebissen“, sagt Niklas Wiskandt und deutet an, dass die vier noch eine Weile an dieser Station arbeiten werden. .

Am Tisch nebenan, an der Station „Plan mal“, platzieren die Schüler Holzklötzchen und Mensch-ärgere-dich-nicht-Figuren auf einem dreidimensionalen Modell des Parkgeländes. Hier ist schon einiges zu sehen: Schwimmbecken für die Beachvolleyballanlage, diverse Gebäude. Hier plant Dipl.-Ing. Georg Wiemann mit dem Team des Essener Viktoria Gymnasiums. Dustin Oligmüller, Silas Pelka und Berat Cinar sind zufrieden und machen sich auf zur nächsten Station. „Das hat Spaß gemacht“, sagt Dustin. Er und seine beiden Schulkameraden sind selbst Sportler, Dustin hat auch schon ein Praktikum bei einem Architekten absolviert, so war es für die drei keine Frage, beim Wettbewerb mitzumachen.

Praktisches Testen für barrierefreies Planen

An den sieben anderen Stationen im Gelände ist ein ständiges Kommen und Gehen der Gruppen. Bei „Fühl mal“, testen die Schüler mit Blindenstock und dunkler Brille, wie sich Blinde über das Gelände tasten. An einer Station können sie das Nivellieren ausprobieren. Es gibt eine Station, an der man mit einem Rolli über eine Rampe fahren und so testen kann, was es für Rollstuhlfahrer bedeutet, eine Steigung von acht Prozent zu überwinden.

Die Klasse 7a der Realschule Dellbrück steht an der „steck mich ab“-Station. Dort hält ein Vermessungstechniker einen Faden in der Hand der in einzelne blaue Abschnitte geteilt ist. Die Schüler überlegen, wozu der Faden wohl genutzt wird. Er gibt Kibra die beiden Enden in die Hand und holt noch zwei Schüler, die jeweils nach drei und vier blauen Kennzeichnungen anfassen. Vom Satz des Pytagoras haben sie allerdings noch nicht gehört und sind deshalb erstaunt, wie einfach ein rechter Winkel zu konstruieren ist. Heiko Hachenberg, der zur Gruppe dazugekommen ist, lacht: „Ihr habt halt einen schlechten Mathelehrer.“ Das Lachen verrät, was er später zugibt: Der Mathelehrer ist er selbst, aber zu seiner Entschuldigung ist zu sagen, dass der Satz des Pytagoras erst Stoff der 8. Klasse ist.

Noch zwei Monate Zeit

Die Jugendlichen stehen im Planer-Wettstreit, aufgeteilt nach Altersgruppen. Nach der Einführung in die Aufgabenstellung haben sie gut zwei Monate Zeit, um ihre Planungsentwürfe auszuarbeiten. Dafür werden in zusätzlichen Workshops weitere Hilfestellungen gegeben.
Ihre endgültigen Pläne können die Besten jeder Altersgruppe am 5. Juni auf der großen Bühne der Ruhr Games in Gelsenkirchen vorstellen. Eine Fachjury und das Publikum geben ihr Urteil ab. Schon ab dem 3. Juni können die Arbeiten im Internet veröffentlicht und so Publikumspunkte eingeheimst werden. Die Platzierten erhalten Prämien von insgesamt 2.400 Euro.
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