Gevelsberg setzte ein Statement am Weltfrauentag

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  Gevelsberg: Bürgerhaus Alte Johanneskirche |

„Wir wollen ein Statement setzen, uns solidarisch zeigen und füreinander einstehen“, betont Christel Hofschröer als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gevelsberg.

Sie begrüßte die Gäste und Akteure des Empfangs zum internationalen Frauentag im Bürgerhaus Alte Johanneskirche.
Etwa 100 Frauen verschiedenster Herkunft waren gekommen, um gemeinsam zu feiern, Verbundenheit zu zeigen und gemeinsam einen tollen Vormittag miteinander zu verbringen. Passend dazu zitierte Hofschröer aus de Bachelorarbeit ihrer Tochter: „Wir waren noch nie so selbstbestimmt und frei wie heute.“ Und dennoch besteht bisweilen ein großer Unterschied zwischen der rechtlichen Stellung der Frau und der Realität, wissen alle Anwesenden. Einmal mehr ein Grund, „dass wir uns einmischen und uns für eine offene, und faire Gesellschaft engagieren. Wir zeigen unsere – auch kulturübergreifende – Verbundenheit als Schwestern“, rief auch die stellvertretende Bürgermeisterin Annette Bußmann zum Zusammenhalt, zum Für- und Miteinander auf. "Schwestern" - unter diesem Motto stand die Veranstaltung zum internationalen Frauentag, der bereits zum fünften Mal gemeinsam von den Gleichstellungsbeauftragten des Ennepe-Ruhr-Kreises und der VHS ausgerichtet wurde. Umso mehr freute es die Organisatoren, dass so viele Mädchen und Frauen der Einladung gefolgt sind, maßgeblich auch in die Gestaltung des Programms eingebunden waren: Nach einigen Grußworten eröffnete Annette Jellinghaus gemeinsam mit einigen Künstlerinnen aus der Region die Ausstellung "Vielschichtig", die einmal mehr mit ihren bewegenden Kompositionen, impulsiven Farbkombinationen, einzigartigen Bildelementen, unterschiedlichen Arbeitstechniken wie auch Fotostrecken beeindruckte. Wenn auch der feierliche Empfang ganz im Zeichen des Positiven, der Stärke und der Gemeinschaft stand, gehören gerade in der heutigen Zeit, in der in den Medien immer wieder von Belästigungen der Frauen zu lesen ist, in der die Gleichstellung und Gleichberechtigung umso häufiger im öffentlichen Diskurs zur Sprache kommt, auch ernste Worte zur Tagesordnung. Unter der Moderation von Theologiestudentin Ann-Kristin Graf diskutierten engagierte Bürgerinnen gemeinsam mit Neubürgerin Rim, Heike Philipp von der Willkommensinitiative Schwelm sowie einigen weiteren Vertreterinnen der Gesellschaft. "Einmischen! Mitmischen! Solidarisch" so lautete der Titel des Talks, in dessen Mittelpunkt die Perspektiven für ein solidarisches Frauenleben weltweit, schwesterliche Banden und die Frauenrechte im allgemeinen standen. "Wir kämpfen gemeinsam und wir schaffen das", motivierten Annette Bußmann und die städtische Gleichstellungsbeauftragte alle Gäste. "Wir sehen nicht weg. Wir handeln, wir engagieren uns und wir erwarten Respekt und Wertschätzung der Gesellschaft. Und das nicht nur in Deutschland, in Europa sondern weltweit!" Ein Statement, das wohl wünschenswert, die Umsetzung allerdings noch in sehr weiter Ferne liegt: Rosemary Achieng ist derzeit in Deutschland unterwegs, besucht verschiedene Veranstaltungen zum internationalen Frauentag, berichtete in Gevelsberg über ihre Arbeitsbedingungen auf einer Fairtrade Rosenfarm in Kenia, die sich massiv von denen "normaler" Plantagen unterscheiden. "Für Billigrosen aus dem Discounter müssen zahlreiche Familien unter extremsten, gar unmenschlichen Verhältnissen leben", betonte Hofschröer einmal mehr. "Um 16 Uhr wird ihnen das Wasser abgestellt nur, um genügend Flüssigkeit für die Pflanzen bereitstellen zu können. Das kann nicht unser Anspruch sein, billig zu kaufen und damit solche Verhältnisse in Kenia zu fördern."
Achieng setzt sich bereits seit vielen Jahren für die Frauen in ihrer Heimat ein. Mit Unterstützung von Fairtrade konnten zum Teil bereits die Arbeitsbedingungen verbessert und sogar Wasserreinigungssysteme und Wohnräume für die Angestellten geschafften werden. Symbolisch dafür und für die Solidarität bekam daher im Anschluss an den Talk jede anwesende Frau eine fair gehandelte Rose überreicht.
Zur musikalischen Begleitung der Feierstunde trug zum einen die Band "Hamhan Abbiad" bei, die die Veranstaltung mit traditionellen syrischen Klängen ebenso wie Eigenkompositionen bereicherte. Zum anderen präsentierten "Birch, Pine & Oak" handmade Indie Folk und Regina Lindemann las das eine oder andere Literaturhäppchen vor.
Mit dem bundesweit bekannten Tanz zum Song "One Billion Rising" fand das unterhaltsame Programm einen mehr als gelungenen Abschluss. Neu geknüpfte Kontakte, positive Gedanken und Selbstbewusstsein - Gemeinsam können wir, können die Frauen künftig sicherlich noch einiges bewirken. Fotos (7): Svenja Kruse
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