Rotes Höhenvieh freut sich über frische Weiden

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Bulle „Luca“ und seine große Familie freuen sich darauf, auf der 5 Hektar großen Rocholzer Weide den Sommer verbringen zu können. Über 200 Besucher waren am 1. Mai dabei. Foto: Schwarz
Gevelsberg: Rocholz | Von Monika Schwarz.

Gevelsberg. Zu einem herrlichen Schauspiel für die ganze Familie lud der Arbeitskreis Natur- und Umweltschutz (ANU) ein, indem sie eine Herde des seltenen Roten Höhenviehs auf die Rocholzer Weide entließen.

Da dieses urtümliche Rind seit 1997 als gefährdete Nutztierrasse fast ausgestorben war, gründete der ANU im Jahr 2000 eine eigene Züchtungsgruppe, zunächst mit vier Tieren. Seitdem werden jedes Jahr Familien und Naturschutz-Interessierte zum „Weidentrieb“ eingeladen.

Auch an diesem 1. Mai fanden sich mehr als zweihundert Besucher ein. Kinder fragten den Experten Helmut Hoppe „Löcher in den Bauch“ und Stefanie Bentz-Beckmann informierte über weitere Naturschutzprojekte.

Michael Schüngel: „Diese Rinder haben früher unter anderem auch die schweren Arbeiten auf dem Hof erledigt - waren für die Bauern daher lebenswichtig. Erst in der heutigen Zeit der übermäßigen Milch- und Fleischproduktion wurden die Rinder als unproduktiv eingeschätzt. Zum Glück ändert sich das Bewusstsein vieler Landwirte - und das einstige Keltenrind wird wieder häufiger gezüchtet.“

Die Herde des Roten Höhenviehs wird während der Winterzeit - und bis schon saftiges Gras auf der Weide wächst - im Stall bei Bauer Peter Quambusch in Silschede versorgt. Doch pünktlich zum 1. Mai wird es Zeit, dass die Rinder an die "frische Luft" kommen.

Zunächst wurden die kleinen Kälber in ein abgetrenntes Gatter auf der Weide getrieben. Auf diese Weise kann der Bauer immer garantieren, dass die später folgenden Kühe bei ihren Kälbern bleiben. Außerdem waren die Kleinen viel zu nervös, um sie alleine auf der Weide herumlaufen zu lassen. Man spürte regelrecht deren Frage "Wo ist Mama?"

Was war das für ein großes "Hallo", als dann die Mutterkühe beim nächsten Transport kamen. Die Kälber rochen sie und riefen lautstark nach ihnen. Die Kühe waren ebenfalls ziemlich aktiv und man hatte das Gefühl, dass sie am liebsten durch das Gatter gerannt wären. Welch eine Wiedersehensfreude!

Im letzten Transport wurde der Bulle "geliefert" - Der Hausherr "Luca" wurde neugierig von "seinen Damen" empfangen und begrüßt. Nachdem sich dann nach ein paar Minuten die Gemüter beruhigten, konnten die Kälber aus dem Gatter entlassen werden - nun sprangen diese kreuz und quer über die Weide, hüpften vor Freude, jagten sich und freuten sich des Lebens. Spätestens jetzt wussten die Besucher dieses Schauspiels, dass es sich gelohnt hatte, fast zwei Stunden an der Weide zu verbringen.

Selbstgemachter Kuchen, preiswerte Getränke und viele interessante Gespräche - so wurde der Nachmittag kurzweilig für alle Generationen.
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