Ein Song als Hilfeschrei: "Mon Frère" rappt für mehr Miteinander

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Der Gladbecker Rapper „Mon Frère“ wirbt in einem Song für mehr Frieden und Akzeptanz - und erreichte damit mehr als eine halbe Million Menschen.
Gladbeck: Stadtgebiet | „Warum macht ihr Unterschiede zwischen schwarz und weiß, zwischen arm und reich, wo ihr doch alle Kinder Adams und Evas seid?“ Der Gladbecker Musiker Mustafa El Hamri schlug mit einem Song auf Facebook sozialkritische Töne an und erreichte damit unverhofft eine ganze Menge Menschen - sechs Tage später ist das Video gelöscht.

„Frieden“ - unter diesem Namen veröffentlichte El Hamri alias Mon Frère (französisch für „Mein Bruder“) seinen 32-zeiligen Text, den er an einem Sonntagnachmittag über einen Beat gerappt hatte. Als ihn am nächsten Morgen ein Freund anrief, war er perplex. „Ich konnte es anfangs kaum glauben. Innerhalb der ersten drei Tage hatten rund 150.000 Leute das Video gesehen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mit dem Text so viele Menschen erreichen kann“, freut sich der 18-Jährige. Zuletzt war das Stück etwa 620.000 mal aufgerufen worden, mehrere tausend Benutzer hatten begeistert Zustimmung bekundet - dann erhielt der Rapper eine Nachricht von Facebook, sein Video sei entfernt worden.

Kein moralischer Zeigefinger


„Keine Ahnung, warum“, gesteht Mustafa El Hamri. Seine Ambitionen lässt er sich dadurch aber nicht verhageln. „Ich hab mich verpflichtet gesehen, einen Song über die aktuelle Situation zu machen, damit die Hörer mal in sich gehen und ihnen klar wird, dass wir füreinander da sein sollten. Wir sind alles Menschen.“ Mit seiner Musik will der Rapper weiterhin für ein friedliches Zusammenleben kämpfen. Dabei zeigt er nicht mit dem moralischen Zeigefinger auf andere, sondern präsentiert sich erfrischend selbstkritisch: „Um den letzten Stein zu werfen, bin ich nicht sündenfrei. Das ist kein Song, sondern ein Hilfeschrei.“
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