Gladbecker Petition gegen Umwidmung der Hagia Sophia in Istanbul

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Gebaut als Kirche, später als Moschee genutzt, jetzt Museum: Die Hagia Sophia in Istanbul. (Foto: Privat)
"Ich unterzeichne aus Sorge um das Ziel einer Verständigung zwischen Christen und Muslimen“. Kommentare wie diesen führt die Gladbeckerin Müzeyyen Dreessen an, um die Wichtigkeit ihres Anliegens zu verdeutlichen, obwohl die Petition, die sie Ende 2013 startete, die berühmte Hagia Sophia in Istanbul zum Gegenstand hatte.

Nach dieser Petition soll sich am derzeitigen Status des geschichtsträchtigen Bauwerkes nichts ändern. Als byzantinische Kirche gebaut, diente die Hagia Sophia auf dem europäischen Teil Istanbuls später als Moschee und ist derzeit ein Museum. Nachdem Pläne aufgekommen waren, das Gebäude wieder als Moschee zu nutzen, gründete Dreessen ihre Petition. „Über 520 Menschen weltweit und aus Gladbeck, Christen wie Muslime, haben die Petition mit unterzeichnet. Jede Unterschrift wurde über die Seite direkt an die Regierungszentrale in der Türkei verschickt.“

Große Bedeutung für beide Religionen


Aus muslimischer Sicht gelte die Hagia Sophia als Zeichen der Eroberung Konstantinopels. Für das christliche Abendland habe sie eine symbolträchtige Bedeutung, da sie als Zentrum des Oströmischen Reiches über 900 Jahre lang die größte Kirche der christlichen Welt war, so Dreessen.

Auf Anregung Atatürks, des ersten Präsidenten der Republik Türkei, beschloss der Ministerrat 1934 die Moschee in ein Museum umzuwandeln; heute ist sie Teil des Unesco-Weltkulturerbes. Die Petitionsgründerin freut sich über Stimmen von Gleichgesinnten: „Religion muss dem Frieden dienen. Wenn Die Hagia Sophia einseitig gewidmet wird, kommt es zu Konflikten“, schreibt ein Unterstützer. Ein anderer: „Die Hagia Sohia hat für beide Religionen eine hohe Bedeutung. Die jetzige Lösung öffnet beiden Religionen die Möglichkeit, die Erhabenheit ihrer Religionen zu erleben und weiterzugeben“.

Projekt vorerst niedergelegt


Dreessen verweist auch auf internationalen Widerstand. Auch in der Türkei seien Petitionen gelaufen. „Wir waren mit unserer Petition ein Teil des großen Drucks auf die Verantwortlichen in der Türkei.“ Derzeit, so schätzt sie, sei das Vorhaben einer Umwidmung des Gebäudes auch aufgrund der Bürgerinitiativen vorerst auf niedergelegt worden. Auch vor dem Hintergrund, dass die gegenüberliegende Sultan-Ahmet-Moschee nicht ausgelastet sei, erscheine das Projekt fragwürdig.

In einer Stellungnahme zu dem Thema schließt die Gladbeckerin mit einem Appell: „Die Umwidmung hätte die Gefühle von vielen unserer christlichen Geschwister verletzt. Genauso wie es uns Muslime verletzen würde, wenn eine bedeutungsvolle Moschee zu einer Kirche umgewandelt würde. Wenn wir nicht sensibel sind, kann uns das Zusammenleben und der Frieden nicht gelingen.“
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Wolfgang Kill aus Gladbeck | 03.02.2015 | 13:29  
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