Braucker SPD-Akten lagern nun im städtischen Archiv

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In ungezählten Aktenordnern hat der langjährige Vorsitzende Hartmut Knappmann (links) die Geschichte des SPD-Ortsvereins Brauck archiviert. In mehrere Umzugskartons verpackt nahm Katrin Bürgel (rechts) als Leiterin des Archivs der Stadt Gladbeck die geschichtsträchtigen Unterlagen in Empfang. Der Übergabe wohnte auch Knappmanns Amtsnachfolger György Angel (Mitte) bei.

Die Umzugskartons stehen zum Abtransport bereit. Umzugskartons, in denen sich aber keineswegs Geschirr oder vielleicht irgendwelcher Nippes wieder findet, sondern vielmehr die Geschichte des SPD-Ortsvereins Brauck seit dem Jahr 1972.

Im Jahr 1972 begann im Süden Gladbecks an der Spitze des dortigen SPD-Ortsvereins nämlich die „Knappmann-Ära“. Damals ahnte sicher kaum jemand, dass Dieter Knappmann das Amt des Ortsvereins-Vorsitzenden über mehr als 40 Jahre, exakt 41 Jahre, innehaben würde.

41 Jahre - eine verdammt lange Zeit, in der sich auch viel Papier angesammelt hat. Denn Computer oder sonstige Erringenschaften der heutigen Technik gab es damals ja noch nicht. Und Dieter Knappmann gibt unumwunden zu, dass er auch heute noch ein Stück Papier in der Hand einem auf einem Computer gespeicherten Text vorzieht.

Anzahl der Ordner wuchs Jahr für Jahr


Und jedes Stück Papier, das von parteipolitischem Interesse war, hat der umtriebige Ortsvereins-Vorsitzende penibel genau archiviert. Das gilt natürlich auch für Berichte aus den Gladbecker Medien. Die Zahl der Aktenordner, fein säublicherlich mit den entsprechenden Jahresangaben beschriftet. wuchs stetig an.

Doch damit ist nun Schluss, denn die Ordner haben bereits den Weg ins Archiv der Stadt Gladbeck absolviert. Ordentlich in mehrere Umzugskartons verpackt. Zusammen mit vielen Protokollbüchern und Notiz-Klatten.

Für Dieter Knappmann stand nämlich schon seit vielen Jahren fest, dass der Inhalt der Ordner nicht irgendwann mal in der Altpapiertonne landen würden. Auf der Suche nach einer geeigneten Bleibe wurde der Braucker schnell fündig: Im Besitz des städtischen Archivs befinden sich auch schon die Braucker SPD-Akten aus der Zeit von 1913 bis 1933 sowie von 1946 bis 1972. „Jetzt ist die Sammlung komplett,“ freute sich Knappmann, als er die Ordner ganz offiziell an Katrin Bürgel, Leiterin des städtischen Archivs, übergeben konnte.

Spannende und auch wichtige Zeiten


Bei der Frage, was denn an Erinnerungen aus der politischen Zeit bleibe, sprudelt es aus Dieter Knappmann heraus. Als „spannendste Zeit“ nennt er die Jahre 1975 und 1976, als auch die Braucker Sozialdemokraten strikt gegen einen Anschluss Gladbecks an Bottrop kämpften. Mit Erfolg, wie bekannt ist. Und bei dem Stichwort „Wichtigste Zeit“ kommt prompt die Antwort „Bau der Gesamtschule am Kortenkamp“. Gesamtschule? Dieter Knappmann winkt ab. Der Komplex des heutigen Schulzentrums sei für eine Gesamtschule gebaut worden. Das könne man heute noch erkennen. Dafür habe sich die SPD im Stadtsüden vehement eingesetzt. Das es für den Stadtsüden am Ende nur noch zu einem „Schulzentrum“ reichte, grämt Knappmann nur noch wenig. Man verfüge in Brauck über die letzte Hauptschule in Gladbeck und darüber hinaus über eine bundesweit anerkannte Realschule, ist seine Antwort.

Aus der Gesamtschule wurde ein Schulzentrum


Ja, auch die „Braucker Blätter“ gehören zu den Ergebnissen in seiner Amtszeit, an die sich Dieter Knappmann gerne erinnert. Die „Braucker Blätter“ seien die erste Gladbecker Ortsteilzeitung gewesen, erinnert sich Knappmann. „Und es gibt sie heute noch!“ betont der überzeugte Sozialdemokrat.

Ja, die Ordner, die in einem Aktenschrank sicherlich fünf Meter Fläche füllen würden, sind eine Dokumentation des politischen Lebens des Dieter Knappmann. Und Lücken gibt es darin eigentlich nicht. Gar keine Lücken? Die Augen von Dieter Knappmann blitzen kurz auf - belustigt und schelmisch zugleich: „Nun ja, es gibt schon Dinge, die ich nicht aufgeschrieben habe!“

Doch das leistet der Bedeutung des Papierberges keine Abfuhr. Im städtischen Archiv werden die Unterlagen aus Brauck in den Bestand eingepflegt und anschließend erfolgt eine „archivegerechte Verstauung“. Und auch überregional ist man auf den „Braucker Schatz“ bereits aufmerksam geworden. So hat die SPD-nahe „Friedrich-Ebert-Stiftung“ schon Interesse angemeldet, will sich aus den gesammelten Werken bedienen.

So etwas freut natürlich auch Dieter Knappmann. Auch wenn ihm eine gewisse Portion Wehmut anzumerken ist, als die Aktenordner verladen und in Richtung Gladbecker Rathaus abtransporiert werden...
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