ELE warnt vor lebensgefährlichem Kabeldiebstahl

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Nicht nur der Löschschaum der Feuerwehr hat hier seine Spuren hinterlassen. Um an die Kabel zu gelangen, hatten sich die Diebe an den Schutzrohren und Lichtgitterrosten zu schaffen gemacht.
Gladbeck: Stadtgrenze | Wie die Emscher-Lippe Energie GmBH (ELE) jetzt mitteilt, hatte es im November einen Stromausfall in Ellinghorst gegeben. Der Grund dafür könne ein nicht ungefährlicher Kabeldiebstahl in der Nähe der alten Eisenbahnbrücke an der Gladbecker Stadtgrenze in Rheinbaben sein.

Ein leicht verregneter Vormittag im November 2013: In der Netzleitstelle der ELE Verteilnetz GmbH (EVNG) in Gladbeck wird eine Störung des Mittelspannungsnetzes angezeigt. Versorgungsunterbrechung diesseits und jenseits der Bottrop-Gladbecker Stadtgrenze, im Eigen und in Ellinghorst.
Keine große Sache: Ein Anruf beim Entstörungsteam, und bereits nach 19 Minuten läuft die Stromversorgung wieder.

Die Stromversorgung aus dem Mittelspannungsnetz wird durch Umschalten wieder hergestellt – in diesem Fall in der Umspannanlage Rheinbaben.
Damit das Netz immer so engmaschig bleibt, dass man beinahe jede Störung innerhalb kürzester Zeit beheben kann, müssen die festgestellten Schäden dann unverzüglich repariert werden. Deshalb stehen unmittelbar danach die genaue Lokalisierung des Störungsortes und die Reparatur auf dem Programm.

So auch an diesem Vormittag im November. Während die Netztechniker auf dem Weg zum Störungsort sind, erhalten sie einen zweiten Anruf aus der Netzleitstelle. Die Feuerwehr ist ausgerückt, um einen Kabelbrand an der alten Eisenbahnbrücke in unmittelbarer Nähe zur Umspannanlage zu löschen. Die Vermutung liegt nahe, dass dies mit dem Stromausfall im Mittelspannungsnetz zu tun haben könnte.

Mit Beil oder Axt in das Kabel gehackt

Vor Ort sieht man dann die ganze Bescherung: Drei Mittelspannungskabel verlaufen hier,in Schutzrohren verlegt, entlang der stillgelegten Bahnstrecke; an einem davon hat sich offensichtlich jemand – wahrscheinlich mit dem Ziel, Kabel zu stehlen – zu schaffen gemacht. Es sieht ganz so aus, als hätte er mit einem Beil oder einer Axt in das Kabel gehackt.

„Kabeldiebstahl ist uns nicht völlig neu“, erklärt dazu EVNG-Geschäftsführer Boris Pateisky, „aber das ist wirklich ein etwas exotischer Fall. Ab und zu werden Kabel von Baustellen entwendet, hier war aber Spannung auf dem Kabel. Der Kontakt mit 10.000 Volt ist extrem riskant; schwerste Verletzungen bis hin zur Todesfolge können dabei nicht ausgeschlossen werden. Wie man so dumm sein kann, sich derart in Gefahr zu bringen, ist uns unerklärlich. Ob in diesem konkreten Fall jemand schon ernsthaft zu Schaden gekommen ist, wissen wir nicht.“

Der Versuch, auf diese Weise Kabel zu stehlen, ist jedenfalls fehlgeschlagen. Der durch den Brand entstandene Schaden wird zurzeit behoben – die Schadenssumme liegt im fünfstelligen Bereich. Die Aktion wird nicht zur Nachahmung empfohlen.
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Wolfgang Kill aus Gladbeck | 25.11.2013 | 13:16  
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