Gladbecker Geiselnehmer Degowski stellt Antrag auf Haftentlassung

Anzeige
Der Gladbecker Dieter Degowski, verurteilt zu lebenslanger Haft, hofft derzeit darauf, nach 25 Jahren entlassen zu werden.

Gladbeck. Dieter Degowski, der an der Seite von Hans-Jürgen Rößner im August 1988 beim so genannten "Gladbecker Geiseldrama" traurige Zeitgeschichte geschrieben hat, will vorzeitig aus der Haft entlassen werden.

Nach dem Überfall auf die Deutsche Bank-Filiale im Geschäftszentrum Rentfort-Nord hatten die beiden Haupttäter vor nunmehr 25 Jahren über mehrere Tage eine extrem medienwirksame Irrfahrt durch Nordrhein-Westfalen, Norddeutschland bis hin in die Niederlande und wieder zurück nach Nordrhein-Westfalen unternommen. Kurz vor der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz kam es dann zum Polizeizugriff mit einem heftigen Schusswechsel. Beim "Gladbecker Geiseldrama" verloren zwei Geiseln ihr Leben. Darunter ein 15-jähriger Junge, den Degowski nachweislich erschoss.

Urteil: Lebenslange Haft

Die Strafe für Dieter Degowski fiel entsprechend aus, denn das Gericht verurteilte ihn zu lebenslanger Haftstrafe. Nach 15-jähriger Haft wurde zudem eine "besondere Schwere der Schuld" festgestellt, womit eine Mindesthaftdauer von 24 Jahren verbunden war. Diese Mindesthaftdauer wäre nun abgelaufen.

Ein schon im Jahr 2012 eingeleitetes "Haftprüfverfahren" wird als von amtlicher Seite als "obligatorisch" eingestuft. Darüber hinaus aber hat auch der Anwalt von Dieter Degowski einen entsprechenden Antrag auf Haftentlassung gestellt.

Das zuständige Landgerecht hat nun ein Gutachten in Auftrag gegeben, für das alle Beteiligten eine Stellungnahme abgeben müssen. Vorgesehen ist auch ein Anhörungstermin im Beisein von Dieter Degowski.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.