Kooperationsvertrag: Behinderten- und Seniorenbeirat setzen auf mehr Zusammenarbeit

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Unter den Augen von Bürgermeister Ulrich Roland (rechts) und Ulrich Hauska (links, Leiter der Abtelung „Senioren und Gesundheit“) unterzeichneten die Behindertenbeirat-Vorsitzende Alexandra Solbach (2. von links) und der Seniorenbeirats-Vorsitzende Friedhelm Horbach (2. von rechts) die mehrseitige Kooperationsvereinbarung.
Gladbeck: Fritz-Lange-Haus, Friedrichstraße 7 |

Der Rahmen war feierlich und Bürgermeister Ulrich Roland eilte höchstpersönlich aus dem Rathaus herbei, um der Unterzeichnung beiwohnen zu können: Im Fritz-Lange-Haus an der Friedrichstraße unterzeichneten jetzt Alexandra Solbach für den Behindertenbeirat und Friedhelm Horbach für den Seniorenbeirat die neue Kooperationsvereinbarung, der eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Gremien zur Folge haben soll.

Ein Miteinander lässt sich nicht verordnen


Ein menschliches Miteinander lasse sich nicht verordnen, ließen die Vertreter der Beiräte verkünden. Doch man könne daran arbeiten, Rahmenbedingungen für eine lebenswerte Gesellschaft zu schaffen, in der Alt und Jung, Menschen mit und ohne Handicaps gemeinsam gut zusammen leben könnten. Und man verwies auf die Weihnachtsrede aus dem Jahr 1998, in der der damalige Bundespräsident Roman Herzog sagte: „Entscheidend für die Zukunft ist, wie wir menschlich miteinander umgehen.“

Also haben sich Behinderten- und Seniorenbeirat der Stadt Gladbeck auf den Weg gemacht, gemeinsame Ziele der von ihnen vertretenen Personengruppen zu verfolgen und umzusetzen. Dabei gab es durchaus auch bereits in der Vergangenheit Berührungspunkte und gemeinsame Aktivitäten. Beispielhaft seien hier die Forderung nach einem barrierefreien Zugang am Bahnhof-West und auch die Begehung von Geschäftslokalen im Bereich der Innenstadt mit dem Blick auf Barrierefreiheit genannt.

Hohe Bedeutung für die Stadtgesellschaft


Schon vor Jahren hat daher die Gladbecker Verwaltungsspitze die hohe Bedeutung von Behinderten- und Seniorenarbeit für die Gladbecker Stadtgesellschaft erkannt. Folgerichtig wurden beide Gremien in die städtische Hauptsatzung aufgenommen. Beide Beiräte können daher Vertreter in die Sitzungen der jeweiligen Fachausschüsse entsenden und bei Angelegenheiten, die die Interessen der Beiräte berühren, wirken sie mit beratender Stimme mit. Auf Antrag der Beiräte ist dem Rat oder einem Ausschuss eine Stellungnahme vorzulegen.

Die kommunalpolitische Teilhabe behinderten oder auch älterer Menschen in dieser Form ist allerdings durchaus keine Selbstverständlichkeit, sogar eher die Ausnahme. Hierauf wird auch im Bericht zur Lebenslage der Menschen mit Behinderungen in Gladbeck hingewiesen, wonach die Vertretung der Interessen von Menschen mit Behinderungen sowie von Senioren durch die beiden genannten Beiräte - auch im Vergleich zu anderen Kommunen - beispielhaft sichergestellt sei.

Auch für das Zertifikat „Audit - Familiengerechte Kommune -“ wurde ein Handlungsfeld „Senioren und Generationen“ erstellt und vom Rat der Stadt Gladbeck am 27. November 2014 beschlossen. Als Maßnahme in diesem Handlungsfeld war unter anderem der Abschluss einer Kooperationsvereinbarung zwischen Behinderten- und Seniorenbeirat für das Jahr 2015 vorgesehen. Eine Vorgabe, der man mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung nun Folge leistete.

Im Jahr 2016 sollen weitere Vereinbarungen unterzeichnet werden. Nämlich die zwischen Behinderten- und Jugendbeirat sowie zwischen Senioren- und Jugendbeirat.

Aber auch konkrete Projekte wurden auf Basis der schon unterzeichneten Vereinbarung bereits in Angriff genommen. So hat man gemeinsam schon damit begonnen, die vorhandenen Hinweisschilder im Bereich der Gladbecker Innenstadt unter die Lupe zu nehmen. Natürlich speziell aus der Sicht von Behinderten und Senioren.

Behinderten-Wegweiser erscheint im Jahr 2016


Und recht weit fortgeschritten sind auch bereits die Planungen für den „Behinderten-Wegweiser“, der in 2016 erstmals in gedruckter Form vorliegen soll. Selbst bei der Produktion des Info-Heftes hat man an Menschen mit Handicaps gedacht, denn den Druckauftrag erhielt die Firma „CONTEX“: In der Einrichtung des Caritasverbandes arbeiten an der Haldenstraße in Rentfort Menschen mit Behinderungen.
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