Mensa-Crew geschult: "Küchenrebell" Stefan Marquard entert die Waldorfschule

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Der Sternekoch hat ein Händchen für Kinder und begeisterte mit seiner lockeren Art. (Foto: Foto: Kariger)
 
Auch die Schüler waren mit Eifer bei der Sache. (Foto: Foto: Kariger)
Gladbeck: Waldorfschule Gladbeck |

Butendorf. Vergangenen Montag besuchte der bekannte Koch Stefan Marquart im Rahmen der Initiative "Sternküche macht Schule" die Waldorfschule in Gladbeck.

Marquard ist vielen aus dem Fernsehen bekannt. Seit 35 Jahren steht er für eine revolutionäre und bessere Küche und bezeichnet sich auch gerne als "Küchenrebell". Der gelernte Koch und Metzger hat mehrere Auszeichnungen, darunter einen Michelin Stern und viele weitere mehr. Außerdem ist er Kochbuchautor und Trainer für Spitzenköche. Besonders am Herzen liegt dem zweifachen Vater die Arbeit mit Kindern und mit gesunder Ernährung.

Initiert wurde das ganze von der Knappschaftskrankenkasse als gemeinsames bundesweites Präventionsprojekt um die gesunde Ernährung an Schulen zu fördern. In diesem Rahmen ist der Profikoch einen ganzen Tag an der Schule und trainiert dort das Küchenpersonal, analysiert die Abläufe und gibt Tipps zur Optimierung.Auch die Schüler werden dabei mit einbezogen. Mensakost kann durchaus auch gesund und lecker sein.

Gestartet wurde morgens um 8 Uhr mit sechs Schülern des siebten Jahrgangs. Gemeinsam mit ihnen zauberte Stefan Marquard und dessen Bruder Wolfgang als erstes gesunde Pausensnacks. Wichtig dabei war ihm das Arbeiten "auf Augenhöhe". Denn "Kinder lassen sich schneller motivieren, man muss sie nur ernst nehmen!" so Marquard, der selbst auch schon einige Kinderkochbücher geschrieben hat. "Kinder sind kreativ und gehen ganz unbedarft an die Sache, wenn man sie läßt." Sein Wunsch wäre es, dass Kinder auch zuhause mehr mit einbezogen würden und ihnen vor allem mehr zugetraut würde. Die Schüler des siebten Jahrgangs jedenfalls waren mit Feuereifer bei der Sache, auch weil Marquard ihnen viel freie Hand ließ.

Als nächstes stand die Zubereitung des Mittagessens an. Highlight war der Lachs, der filetiert werden musste und nicht als fertiges Filet zur Verfügung stand. Eine ganz neue Erfahrung für Küchenleiterin Manuela Fasselt, gelernte Hauswirtschaftsmeisterin. Für sie war der Tag "aufregend, anstrengend und chaotisch" aber im positiven Sinne. Ihre Küche stand einen Tag lang " auf links". Doch für sie hat es sich gelohnt, da sie eine Menge praktisches daraus gezogen hat, zumal sie täglich für 80 bis 100 Personen kocht. Das eigentliche Training der Küchencrew stand ihr am Nachmittag noch bevor.

Zum Mittag kamen als erstes die kleinen Grundschüler. Dort war die Begeisterung aufgrund des Fisches etwas verhaltener. Aber die Nudeln mit Soße stießen auf Begeisterung und der allgemeine Tenor war, dass es "Klasse schmeckt".
Die älteren Schüler und Erwachsenen waren durchgängig begeistert und wünschten sich, dass die Mensa sich dadurch geschmacklich verbessert. Einige bemängelten, dass leider im bisherigen Mensageschehen keine Rücksicht auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten genommen wird.

Stefan Marquard begeisterte die Schüler mit seiner lockeren Art und seinem unkonventionellen Äußeren, das wenig von einem typischen Koch hat. Piratentuch und Ohrringe statt Kochmütze.

In einigen Wochen erfolgt ein erneuter Besuch um zu schauen ,ob sich die Vorschläge umsetzen lassen.
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