Netzwerk Freiwilligenarbeit in Gladbeck

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Wie wichtig und wertvoll Ehrenämter sind, bzw. ohne diese eine Stadtgesellschaft nicht mehr ordentlich funktionieren kann, erklärte der Sprecher des Netzwerk Freiwilligenarbeit, Norbert Dyhringer (stehend re.) den anwesenden Gästen, bevor es zum gemütlichen Teil überging. Foto: Kariger
     

Gladbeck: Jahrestreffen Netzwerk Freiwilligenarbeit | Nach der Begrüßung im Fritz-Lange-Haus durch Norbert Dyhringer, Sprecher des Netzwerk Freiwilligenarbeit und Brigitte Puschadel, der zweiten Bürgermeisterin in Gladbeck, wurde wieder einmal darüber gesprochen, wie notwendig und wertvoll Ehrenämter für eine Stadtgesellschaft sind, bevor es zum gemütlichen Kaffee, Kuchen und späteren Gulaschsuppe über ging.

Helfen macht Freude – Ehrenamtlicher Einsatz gibt einer Gesellschaft, aber auch gerade einer Stadtgesellschaft, ein menschliches Gesicht. Ehrenamtlich Tätige spenden vielen Menschen Zeit und Zuwendung, geben der Jugend Orientierung und pflegen wichtige Traditionen. Gerade in Zeiten der Globalisierung und des demographischen Wandels brauchen wir mehr denn je eine Gesellschaft, in der sich möglichst viele Menschen in die Gemeinschaft einbringen. Auf diese Weise entstehen soziale Netzwerke, die Halt, Sicherheit und ein Gefühl von Geborgenheit geben.

In Deutschland setzen sich mehr als 23 Millionen, in Nordrhein-Westfalen fast fünf Millionen Menschen freiwillig und unentgeltlich für andere und das Gemeinwohl ein. Sie trainieren zum Beispiel Kinder in Sportvereinen, versorgen alte und kranke Menschen, arbeiten als Feuerwehrleute oder in Wohlfahrtsverbänden und Hilfsorganisationen. Wie viele Menschen sich in der Stadt Gladbeck ehrenamtlich einsetzen, kann nicht beziffert werden, da es hierzu keine validen Zahlen bzw. keine Erhebungen gibt. Jedoch ist in Gladbeck ein sehr hohes Engagement auf dem Gebiet der ehrenamtlichen Tätigkeit zu verzeichnen. Das ehrenamtliche Engagement in Gladbeck erstreckt sich auf sehr viele Bereiche.

Büro für freiwilliges Engagement und Selbsthilfe

Im Amt für Soziales und Wohnen an der Wilhelmstraße 8 unterhält die Stadt Gladbeck ein Büro für Bürger/innen, Vereine und Organisationen, in dem Interessierte Informationen und Beratung rund um das bürgerschaftliche Engagement erhalten. Hier werden diejenigen beraten, die sich einbringen und mitgestalten wollen. Das Büro für freiwilliges Engagement ist Ansprechpartner für alle Ideen, Fragen und Projekte rund um das Ehrenamt. Es werden auch Kontakte zu gemeinnützigen Organisationen, Initiativen, Vereinen und Verbänden vermittelt, die ehrenamtliche Mitarbeiter suchen.

Netzwerk Freiwilligenarbeit

Sehr viele Gladbecker Vereine, Verbände, Selbsthilfegruppen und andere Institutionen, die ihre Arbeiten auch mit ehrenamtlich Tätigen ausüben, haben sich im Netzwerk Freiwilligenarbeit zusammengeschlossen. Das Netzwerk wurde 2001 gegründet, um eine Bündelung der Kräfte im Ehrenamt zu erzielen und somit auch gegenseitige Hilfestellungen zu ermöglichen. Mittlerweile umfasst dieser Zusammenschluss fast 100 Mitglieder. Jeweils im Februar findet ein Jahresauftaktfest statt, bei dem sich die Mitglieder über ihre Arbeit austauschen können. Sprecher des Netzwerkes ist seit Beginn Norbert Dyhringer von der Arbeiterwohlfahrt, Stadtverband Gladbeck.

Tag des Ehrenamtes

Seit 15 Jahren findet in der Gladbecker Innenstadt in der Fußgängerzone im Sommer an einem Samstag ein „Tag des Ehrenamtes“ statt. Seit zwei Jahren wird diese Veranstaltung in der Lambertistraße durchgeführt. Dieser Standort ist so gut angenommen worden, dass er künftig als ständiger Veranstaltungsort für den Tag des Ehrenamtes festgelegt worden ist. An diesem Tag, der vom Netzwerk Freiwilligenarbeit organisiert wird, kann sich die Bevölkerung im direkten Gespräch mit Verantwortlichen aus dem Netzwerk über Möglichkeiten der Mitwirkung in den Verbänden, Vereinen und auch Selbsthilfegruppen austauschen. Viele neue Ehrenamtliche sind auf diesem Weg zur Freiwilligenarbeit in Gladbeck gekommen. Gegen Ende des Jahres findet bei einem der Verbände, Vereine oder Organisationen, die am Tag des Ehrenamtes teilgenommen haben, noch ein sogenanntes "Nachtreffen" statt, bei dem noch einmal die Veranstaltung reflektiert wird.

Handbuch für Ehrenamtliche

Die Stadt Gladbeck ist eine von wenigen Städten in Nordrhein Westfalen, die für ihre ehrenamtlich Tätigen ein Handbuch herausgegeben hat. Dieses Handbuch, das im Mai 2014 vom Netzwerk Freiwilligenarbeit zusammen mit dem Büro für freiwilliges Engagement und Selbsthilfe der Stadt Gladbeck herausgegeben worden ist, soll umfangreich über die Rahmenbedingungen der ehrenamtlichen Tätigkeit informieren. Gesetzliche Grundlagen wie Steuerrecht, Entgelte und auch Versicherungsschutz werden hierin ebenso geklärt, wie beispielsweise Fragen zu Voraussetzungen, die ein Ehrenamtlicher erfüllen muss und worauf bei Arbeitslosigkeit zu achten ist. Das 47 Seiten starke Handbuch liegt im Fritz-Lange-Haus und auch an der Wilhelmstr. 8 aus.

Ehrenamtskarte

Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Gladbeck hat in seiner Sitzung am 01.04.2011 die Einführung der Ehrenamtskarte beschlossen. Gladbeck war somit die dritte Stadt im Kreis Recklinghausen, die sich für die Vergabe der Ehrenamtskarte entschieden hat. Mittlerweile sind es 208 Städte in Nordrhein Westfalen, die die Karte vergeben. Die Ehrenamtskarte soll Dank und Wertschätzung für den ehrenamtlichen Einsatz der Bürger und Bürgerinnen ausdrücken und soll diese Würdigung mit einem praktischen Nutzen verbinden. Menschen, die sich für das Gemeinwohl engagieren, können mit der Karte öffentliche, gemeinnützige und private Einrichtungen vergünstigt nutzen.

Die Ehrenamtskarte gilt in allen teilnehmenden Kommunen, sowohl landes- als auch bundesweit. Die Vereinbarung zur Einführung der Ehrenamtskarte zwischen dem Land Nordrhein Westfalen und der Stadt Gladbeck wurde am 03.06.2011 unterzeichnet und sie ist zum 01.07. 2011 eingeführt worden. Die kommunalen Kriterien für die Vergabe der Karte in Gladbeck sind in enger Abstimmung mit Verbänden, Vereinen und Organisationen festgelegt worden. Im Jahr der Einführung war ein echter „Run“ auf die Ehrenamtskarte festzustellen. Es wurden insgesamt 167 Anträge verzeichnet.

Im Folgejahr 2012 waren es fünf, in 2013 zwei, in 2014 sechzehn und in 2015 dreizehn Anträge. Die Feststellungen, dass im Jahr der Einführung eine sehr hohe Nachfrage nach der Karte vorgelegen hat, wurden auch in anderen Kommunen getroffen. In Gladbeck haben mittlerweile Ehrenamtliche aus über 40 Institutionen Ehrenamtskarten erhalten.

Die größte Gruppe der Antragsteller kommt aus dem Bereich der Freiwilligen Feuerwehr, nämlich 66. Auch für eine größere Anzahl Ehrenamtlicher aus der Pfarrgemeinde St. Lamberti und der Pfadfinderschaft wurden Karten ausgestellt. Ausführliche Informationen über die Ehrenamtskarte und auch die damit verbundenen Vergünstigungen in den einzelnen Städten können unter www.ehrensache-nrw.de abgerufen werden.

Sommerfest des Bürgermeisters

Seit dem Jahr 2008 lädt der Bürgermeister die in Gladbeck tätigen Ehrenamtlichen zu einem Sommerfest am Kotten Nie ein. Durch diese Einladung soll eine besondere Anerkennung für die von den ehrenamtlich Tätigen geleistete Arbeit durch die Stadt Gladbeck zum Ausdruck gebracht werden. Bei der immer sehr gut besuchten Veranstaltung haben die Ehrenamtlichen die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen, aber auch das Gespräch mit Vertretern aus der Verwaltung zu suchen. Stadtplakette Nach den Richtlinien für die Ehrung von Persönlichkeiten, die sich um das Wohl der Stadt Gladbeck verdient gemacht haben, können Personen für ihr ehrenamtliches Engagement durch die Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Gladbeck ausgezeichnet werden. Vorschlagsberechtigt sind der Bürgermeister und die Ratsfraktionen. Über die Auszeichnung entscheidet der Haupt- und Finanzausschuss. Mit dieser Auszeichnung haben bisher viele Ehrenamtliche in Gladbeck eine besondere Wertschätzung und Würdigung durch die Stadt Gladbeck erhalten.

Fazit

Die Stadt Gladbeck ist im Ehrenamt gut aufgestellt. Das liegt an den vielen Aktiven, die sich in verschiedenen Bereichen für einen guten Zweck, vor allem für ihre Mitmenschen und damit für die Stadtgesellschaft einsetzen. Diese Menschen stehen für Hilfsbereitschaft, Solidarität und menschliches Miteinander, eben das, was eine Gesellschaft braucht. Vieles wäre in Gladbeck ohne ehrenamtliches Engagement undenkbar. Wie gut das Netzwerk Ehrenamt in Gladbeck funktioniert, konnte zuletzt in der Flüchtlingsarbeit unter Beweis gestellt werden.
Von den im letzten Jahr nach Deutschland kommenden großen Flüchtlingsströmen war auch Gladbeck betroffen.
Im Sommer 2015 wurden in der Turnhalle der Gesamtschule in Rentfort-Nord eine große Anzahl Flüchtlinge untergebracht. Diese hohe Flüchtlingszahl stellte die Stadt Gladbeck vor viele organisatorische und logistische Herausforderungen. Dank der Unterstützung und der Hilfestellungen einer großen Gruppe Ehrenamtlicher in unterschiedlichen Bereichen konnte die Situation von den Verantwortlichen der Stadt Gladbeck gemeistert werden.

Fotos: Kariger
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