Radfahrer-Schutzstreifen sorgen in Gladbeck wieder für heftige Diskussionen - Im September ist ein erstes "Bürgerforum" geplant.

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Die Diskussion um Sinn oder Unsinn der Gladbecker Radfahrer-Schutzstreifen am Fahrbahnrand - unser Foto zeigt die Situation an der Postallee - hält seit Jahren an, hat nun aber an Intensität noch einmal deutlich zugenommen. (Foto: Archiv Gensheimer/Lokalkompass Gladbeck)
Gladbeck: Stadtgebiet |

Gladbeck. Die Radfahrer-Schutzstreifen in Gladbeck sorgen seit Jahren für Diskussionen. In den letzten Wochen hat sich die Diskussion aber deutlich intensiviert und offenbar sieht man auch im Rathaus Handlungsbedarf.

Radfahren in Gladbeck solle nicht nur die Bewegung fördern, sondern aus Sicht der städtischen Verkehrsplaner auch eine echte Alternative zum Auto sein, ist einer aktuellen Mitteilung der Stadt an die Presse zu entnehmen. Auf vielen innerstädtischen Wegen könne das Fahrrad bereits die Autofahrt ersetzen und somit einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. Die Stadtverwaltung achte daher seit Jahren darauf, das Fahrradnetz in Gladbeck attraktiv zu gestalten. Und für Mitte September wird es zum Thema "Radfahren in Gladbeck" erstmals auch ein "Bürgerforum" geben.

Fahrrad hat an Bedeutung gewonnen


Das Fahrrad habe in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, nicht zuletzt auch durch attraktive technische Entwicklungen, führt die Stadt Gladbeck weiter aus. Mittlerweile seien E-Bikes und auch Pedelec als zügiges Verkehrsmittel im Stadtgebiet regelmäßig zu sehen. Der Anspruch an die innerstädtische Infrastruktur für das Fahrrad sei damit deutlich gestiegen. Auch die Straßenverkehrsordnung sei mehrfach angepasst worden und stelle somit eine wichtige Planungsgrundlage für die Verwaltung das. Vieles sei dadurch bereits erreicht worden, aber es bestehe weiterhin auch Handlungsbedarf.

Elf Kilometer Radfahrer-Schutzstreifen im Stadtgebiet


Weiter schreibt die Stadt Gladbeck, dass die einzelnen Elemente für ein attraktives Radverkehrsnetz in Gladbeck vielfältig seien, wobei Schutzstreifen dabei längst schon eine bewährte Führung des Radverkehrs in der Fahrbahn darstellen würden. Von diesen Schutzstreifen gibt es nach Angaben aus dem Rathaus bereits mehr als elf Kilometer auf Gladbecks Straßen. "Sie sind daher seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des fahrradfreundlichen Gladbecks. Die Unfallforschung bestätigt, dass Radfahrende, die sich im Blickfeld des Autofahrers befinden, deutlich sicherer unterwegs sind," schreibt die Verwaltung. Dennoch müsse auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Radfahrenden beachtet werden, folgt sogleich eine Einschränkung.

Nach Angaben der Stadt erfolgt die Gestaltung von Schutzstreifen nach einer umfangreichen Prüfung mehrerer Fachdienststellen von Verwaltung und Polizei. So wird zum Beispiel immer dann, wenn Straßenbaumaßnahmen oder eine neue Fahrbahndecke anstehen. Im Vorfeld werde dann geprüft, ob die bestehende Radverkehrsführung geändert werden könne. Dabei seien Schutzstreifen aber nur ein Instrument bei der Planung der Radverkehrsinfrastruktur. Im Rathaus werde daher stets geprüft, welche Maßnahme die am besten geeignete ist.

Erstellung eines Radverkehrskonzept in Auftrag gegeben


Daher hat die Stadt Gladbeck die Erstellung eines Radverkehrskonzeptes in Auftrag gegeben. Die Beteiligung der Bürgerschaft sei dabei aber ein wesentlicher Bestandteil. In Bürgerforen sollen dabei Informationen zum Thema „Radfahren in Gladbeck“ für alle Interessierten geboten werden und ein breiter Meinungsaustausch stattfinden.

"Eine umfangreiche Befragungsaktion wird den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, sich aktiv einzubringen. Ziel ist es, weiterhin die familienfreundliche Stadt Gladbeck mit einem attraktiven Radverkehrsnetz und der dazugehörigen Infrastruktur zu unterstützen," verspricht die Stadt Gladbeck in ihrer Pressemitteilung.
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2 Kommentare
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Wolfgang Kill aus Gladbeck | 18.08.2016 | 18:11  
2.110
Robert Giebler aus Gladbeck | 18.08.2016 | 19:44  
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