Sicherheit: Urlaubszeit - Einbruchszeit

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Bei den Wohnungseinbrüchen kann die Kripo in Gladbeck den niedrigsten Wert seit sieben Jahren vermelden, 2013 schlugen die Wohnungseinbrecher 286-mal zu, 2014 in 197 Fällen. (Foto: Braczko)
Gladbeck: Stadtgebiet | Es geht alles sehr schnell, die Tages- oder Nachzeit spielt keine Rolle und verursacht nicht nur einen materiellen Schaden, sondern die Besitzer der Wohnung leiden danach auch psychisch - es geht um Wohnungseinbrüche.

Deren Aufklärungsquote ist nach Angaben der Polizei im Vest Recklinghausen um 4,6 Prozent gestiegen, für die Geschädigten ist das aber wenig beruhigend, denn insgesamt ist die Erwartungshaltung, dass die Opfer ihre Wertsachen wieder bekommen, extrem niedrig.

Persönliche Erinnerungen


Was die Wohnungs- oder Hausbesitzer beonders ärgert: Es geht nicht nur um den materiellen Wert, in die Taschen der Wohnungsknacker wandern oft auch persönliche Erinnerungsstücke: Der geerbte Schmuck der Oma oder die wertvolle Taschenuhr des Vaters. So erging es auch einer Gladbeckerin mit ihrer Wohnung in der Innenstadt.

Organisierte Banden


Als sie am Samstagabend von einer Sportveranstaltung im Stadion ihre beschädigte Wohnungstür sah, wusste sie sofort, was sie erwartete: Die Schubladen durchwühlt und Einrichtungsteile verstreut. Die (oder der) Täter entwendeten unersetzliche Erinnerungsstücke, Geld und sogar im Schrank gelagerte (neue) Bettwäsche! Was einige Wochen später folgte, ist das schon bekannte Schreiben der Polizei, dass eine Täterermittlung nicht positiv verlief!

Selbstdarstellung im Netz


Die Polizei hat es da auch nicht einfach, es sind oft gut organisierte Banden aus dem Balkan, die mit gezielten Vorbereitungen den Einbruch systematisch planen. „Google Earth“ und die allzu leichtsinnige Selbstdarstellung vieler Bürger im Internet und auf Facebook verschaffen den „schwarzen Gestalten“ eine Übersicht, ob es sich lohnt, hier loszuschlagen.

Auch Hinweise wie "Gleich geht es los in den Urlaub" oder gepostete Urlaubsfotos sind Informationen, die Einbrecher gerne nutzen, wissen sie dann doch, dass die Wohnung oder das Haus wahrscheinlich für eine gewisse Zeit unbewohnt ist.

Einbruchsgruppen


Meistens agieren überörtliche Einbruchsgruppen, deren einzig geregelte Beschäftigung es ist, sich auf Kosten anderer Bürger zu bereichern. Besonders beliebt sind gut transportierbare Klein-Tresore oder im Schlafzimmer aufbewahrte Schmuck-Kassetten.

„Blauäugig“ ist auch die Haltung, gleich im Eingangsbereich der Wohnung die Autoschlüssel im „Schlüsselkasten“ zu deponieren, bei der Gelegenheit ist dann auch oft das erst ein Jahr alte Familienauto verschwunden und taucht erst nach Jahren durch Zufall zwischen der Türkei und dem Nahen Osten wieder auf, dann allerdings nicht mehr im „gepflegten Neuzustand!“

Ermittlergruppe "Phönix"


Die Polizei in Nordrhein-Westfalen reagiert mit Verkehrskontrollen und überprüft dabei besonders gezielt Kleintransporter. Weiterhin existiert die polizeiliche Ermittlungsgruppe „Phönix“, diese ist speziell geschult und beschäftigt sich vorrangig nur mit Wohnungseinbrüchen.

Anstieg Kellereinbrüche


Nach einem „Bruch“ ist dann der Bezirks- oder Schwerpunkt-Dienst vor Ort und ermittelt alle Fakten, befragt die Geschädigten und die Nachbarn intensiv.
Leider verzeichnet die Polizei auch einen deutlichen Anstieg der Kellereinbrüche. Diese Untergeschosse sind leider allzu häufig nur unzureichend gesichert und ermöglichen in vielen Fällen auch einen „Durchstieg“ in die Wohnung.

Vereinshaus Kleingarten


Sehr oft geschädigt sind auch in Gladbeck die Vereinsheime, vor allem die der Kleingärtner. In der letzten Woche suchten diese „Kleinkriminellen“ das Vereinshaus einen Kleingartens an der Talstraße auf. Dort konnten sie nicht viel anrichten, denn das Haupthaus ist extrem gut gesichert, also änderten sie die Zielrichtung und verlegten ihr Interesse auf das angrenzende Lager des Vereins, denn Anfang Juli steht dort das jährliche Sommerfest auf dem Programm.

Keine Bagatelle


Dort zerstörten sie ein Fenster, klauten einige Flaschen Schnaps und hinterließen ein Bild der Verwüstung. Den Schaden, den sie dabei anrichten, übertrifft oft den Wert der entwendeten Teile. Bei den Vereinsbrüchen wundert sich die Kriminalpolizei: „Viele (der oft alkoholisierten Täter) denken, das wäre nur eine Bagatelle, sie werden aber wegen ein paar Flaschen Hochprozentiges kriminell und verderben sich damit oft den weiteren Lebensweg!“

Infos und Tipps der Polizei


Die Polizei ist in jeder Stadt des Kreises immer bereit, zu informieren, sie hilft bei der technischen Beratung (Fenster- und Türsicherung) und hat auch weitere Tipps auf Lager. Verdächtige oder auffällige Personen können aufmerksame Beobachter über die Telefonnummer 110 direkt bei der Polizei melden.

Noch einige Bemerkungen zur Statistik: Bei Wohnungseinbrüchen kann die Kripo in Gladbeck den niedrigsten Wert seit sieben Jahren vermelden, 2013 schlugen die Wohnungseinbrecher 286-mal zu, 2014 in 197 Fällen. Hört sich interessant an, beruhigend ist das nicht!
( Peter Braczko)
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