Kupferkorrosion an Wasserleitungen? Wasserversorger RWW geht in die Offensive!

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Trinkwasser gehört zu den am strengsten überwachten Lebensmitteln in Deutschland. Daher, so die "RWW", könne man sich absolut nicht vorstellen, dass das Trinkwasser in der Emscher-Lippe-Region für die Schäden an Trinkwasser-Hausleitungen verantwortlich sei. (Foto: Lokalkompass Marl)
Gladbeck: Stadtgebiet |

Bislang unerklärliche Schäden an Kupferleitungen in Hausinstallation bewegen derzeit die Gemüter in der Emscher-Lippe-Region. Speziell in den Städten, die von der „Rheinisch-Westfälischen Wasserwerkgesellschaft“ (RWW) mit Trinkwasser versorgt werden. Denn es kursiert der Verdacht, dass eben das RWW-Wasser, das auch in Gladbeck aus den Hähnen fließt, für diese Schäden verantwortlich sei.

Die Schäden sind zweifelsohne vorhanden und für die Betroffenen sehr ärgerlich: Auch in der Emscher-Lippe-Region wurden Sanitärfachbetriebe von Kunden mit dem Austausch undicht gewordener Trinkwasserleitungen beauftragt. Und irgendwann kam der Verdacht auf, dass eben das Trinkwasser verantwortlich für die Leckagen sein könnte.

Ein Verdacht, der natürlich das „RWW“ auf den Plan rief und nun geht der Wasserversorger seinerseits in die Offensive.

„Kupferkorrosion“ lautet nach „RWW“-Angaben der Fachbegriff für das sehr selten auftretende unerklärliche Phänomen, das wenige Jahre nach dem Einbau oder Inbetriebnahme von Kupferleitungen in Neu- oder Umbauten auftreten können. Bisher bekannte Ursachen seien Materialmängel, Lager- oder Einbaufehler, die nicht nur die Bildung der natürlichen Schutzschicht in den Kupferleitungen verhindern, sondern vielmehr die Korrosion dieses edlen Metalls fördern würden.

„Eine Theorie, die schon Erstaunen auslöst!“


Die Theorie, das RWW-Wasser sei die Ursache für die Korrission, weist das Unternehmen aber strikt von sicb. „Eine Theorie, die schon deshalb Erstaunen auslösen muss, weil nur vereinzelte Gebäude betroffen waren, obwohl die gesamte Region RWW-Wasser erhält,“ ist einer RWW-Pressemitteilung zu entnehmen.
Jedes Jahr schließe man als Wasserversorger rund 350 Gebäude an das Leitungsnetz an, von denen die Mehrzahl bisher mit Kupferleitungen ausgestattet gewesen seien. Und da mute es schon seltsam an, dass bei wenigen Anschlüssen allein das Wasser die Korrosion ausgelöst haben solle.

RWW versichert allerdings, dass man das Thema ernst nehme. Der Regionalversorger, an dem neben Mülheim, Bottrop und Oberhausen auch die Stadt Gladbeck beteiligt ist, ist selber auch aktiv geworden und hat Untersuchungen und Maßnahmen eingeleitet, um mit so zur Klärung beizutragen. Dabei ist man eigenen Angaben nach auf erstaunliche Parallelen zu Schadenfällen in anderen Regionen im Bundesgebiet als auch in denbenachbarten Niederlanden gestoßen.

Schäden auch in anderen Teilen Deutschlands


Nach RWW-Einschätzung sei dies nicht verwunderlich, würden doch Versicherungswirtschaft und der „Verein Deutscher Ingenieure“ (VDI) gemeinsam erklären, dass es sich bei Kupferkorrosion um ein bundesweites Thema handele. RWW habe sich zudem Gutachten beschafft und Gerichtsurteile eingesehen. Darin werde das Trinkwasser jeweils als Verursacher stets „frei“ gesprochen. Was wiederum keine Überraschung sei, da Trinkwasser als das am besten kontrollierte Lebensmittel gelte, müssten doch strenge Grenzwerte eingehalten werden und dazu gebe es durch die Gesundheitsämtern engmaschige Überwacungen.

Die RWW führt aus, dass man allein mit jährlich rund 4.000 Einzelwerten beispielsweise die Qualität das Trinkwassers im Dorstener Wasserwerk und dem angeschlossenem Verteilnetz kontrolliere. Über ein modernes Analyseprogramm und dessen Analyseergebnisse seien die zuständigen Gesundheitsämter bestens informiert und könnten bei Abweichungen direkt reagieren.

Betont wird dabei, dass das RWW nicht selbst die Kontrollen durchführe, sondern an vielen Stellen andere Einrichtungen wie zum Beispiel Krankenhäuser die Wasserproben entnehmen. Daher habe RWW die Überwachungsbehörden auch auf die möglichen Ursachen zur Kupferkorrosion angesprochen. Wie gut das Trinkwasser sein müsse, möge die Tatsache belegen, dass dort keine Auffälligkeiten bekannt seien.

Intensive Ursachensuche ohne Ergebnis


Trotz intensiver Ursachensuche ist es bislang noch nicht gelungen, den Auslöser für die Kupferlochkorrosion zu finden, bedauert das RWW in einer Mitteilung an die Presse. Als eine Theorie werde aber die Verwendung von halbhartem Kupfer als Rohrmaterial in der Hausinstallation diskutiert. Dieses Material könne bei ungünstigen Einflüssen anfällig sein. Auch die Fachwelt verweise stets darauf, dass nie nur ein Grund allein ursächlich sein könne.

Nach Ausführungen der RWW sprechen Versicherungsexperten häufig davon, dass es sich bei Kupferkorrosion um eine Systemeigenschaft handele. Es sei demnach ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, wie Wasser, Werkstoff, Umgebung, Verarbeitung, Inbetriebnahme und Betrieb.

Doch was aber können Hauseigentümer oder Installateur tun, um das Risiko zu minimieren? Fachleute empfehlen, in jedem Fall Stagnation in der Trinkwasserleitung zu verhindern und den Eintrag von Stoffen zu vermeiden. Gerade nach dem Einbau der Trinkwasserleitungen kann es passieren, dass Kondenswasser oder Sand in die Leitungen eindringt. Diese Stoffe können später die Lochkorrosion auslösen. Zudem sollte, nicht nur um diese Korrosion zu verhindern und die Qualität zu erhalten, das Wasser stets im Fluss bleiben.

Alle Beteiligten zu mehr Sachlichkeit aufgerufen


„Trotz aller Anstrengungen ist der Erfolg bisher ausgeblieben. Der Versorger RWW hat Verständnis für die Situation der Betroffenen, hält es aber für bedenklich, jetzt das Trinkwasser als Ursache zu diskreditieren. Gemeinsam mit anderen Experten wird RWW am 19. November auf einer Fachveranstaltung des VDI sein Wissen einbringen, um der Ursache näher zu kommen. Diese verantwortungsvolle Herangehensweise und Sachlichkeit erwartet RWW auch von anderen Beteiligten,“ schreibt der Wasserversorger abschließend in seiner Presseerklärung.
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