Neozoen tierische Neubürger in Gladbeck

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Kanadagans ©Michael Korn
Neozoen sind solche Tiere, die seit Beginn der Neuzeit unter direkter oder indirekter Mithilfe des Menschen in ein ihnen zuvor nicht zugängliches Faunengebiet gelangt sind. Die zunehmende Mobilität des Menschen das reisen in fremde Länder, internationale Handels –und Verkehrsbeziehungen und das Interesse an exotischen Tierarten haben zu Veränderungen in der heimischen Natur beigetragen. So verwundert es nicht das auch in Gladbeck die Neubürger im Tierreich zu entdecken sind. Der interessierte Naturbeobachter braucht nicht lange zu suchen, um fündig zu werden. An fast allen größeren Stillgewässern in der Stadt ist die Rotwangenschmuckschildkröte kein ungewöhnlicher Anblick mehr. Die eigentliche Heimat dieser Wasserschildkröte ist Nordamerika. Durch den Tierhandel wurde und werden jährlich große Zahlen von exotischen Reptilien nach Mitteleuropa eingeführt! Dabei nehmen die Wasserschildkröten beim Verkauf an so genannte Tierfreunde eine große Rolle ein. Als Tiere für wenig Geld werden sie für die Terrarienhaltung oder für Gartenteiche angeboten. Wobei der Tierhandel dem Laien vorgaukelt sie seien einfach zuhalten! Fakt ist die Realität ist eine andere. Reptilien und besonders Wasser – und Landschildkröten sind Empfindliche und Pflege intensive Geschöpfe. Die Tiere werden als so genannte Babyschildkröten gekauft und können bei guter Pflege bei einigen Arten eine Panzerlänge von 40 cm erreichen. Werden sie dann zu groß ist ihr Schicksal meistens schon beschlossene Sache, dass bedeutet im günstigstenfalls werden die lästig geworden Tiere ins Freiland entlassen. Aber bis heute gib es noch keinen nachweiß das sich die Rotwangenschmuckschildkröte in der freien Natur reproduzieren kann. Seit zirka 1989 gelten für einige Arten Einfuhrbeschränkungen auf dem bundesdeutschen Tiermarkt! Trotzdem nimmt die Rotwangenschmuckschildkröte Platz zwei in der Präsenz der Reptilien in den Ballungsräumen Rhein - Ruhr ein. Ein besonderen Platz bei den gebietsfremden Tierarten nehmen die Vögel in Anspruch. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat es mindestens 47 Versuche gegeben bei uns nicht heimische Vogelarten in Mitteleuropa anzusiedeln . Nur einige Beispiele aus unserer Stadt, Kanadagans, Mandarinente (Ostasien), Trauerschwan (Australien), Halsbandsittich die Liste der Neubürger ließe sich ohne weiters verlängern. Die Tiere sind entweder Gefangenschaftsflüchtlinge oder wurden in die Natur ausgesetzt. Im Sinne des Naturschutzes stellen die meisten Neozoen keine Bedrohung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt dar. Aber vereinzelt treten Probleme auf! In der Geschichte der Evolution hat es immer wieder Veränderungen in den Lebensräumen und Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen gegeben. Das Aussetzen von gebietsfremden Tierarten ob beabsichtigt oder nicht kann in einigen fällen die heimische Fauna gefährden. Es geht hier nicht um eine das Verteufeln von Neozoen im Allgemeinen sondern um das neutrale Abwägen des für und wieder dieses Problems.


Michael Korn
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