BdI-Chef Grillo: Kritische Diskussion

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Ulrich Grillo, Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), wurde von Moderator Dr. Martin Grimm befragt. Foto: Braczko
  Gladbeck: Martin-Luther-Forum Ruhr |

Einen hochkarätigen Referenten erlebten die Besucher des Martin-Luther-Forums am vergangenen Mittwoch, Ulrich Grillo, Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), stand für alle Fragen zur Verfügung. Der BDI-Präsident zeigte sich als „Kind des Ruhrgebiets“ locker und entspannt: Sie dürfen auch „Buh rufen“ gab er an die Gäste weiter, aber dazu kam es nicht. Alle Themen hakte er sachlich und kenntnisreich ab, das lag auch an der professionellen Diskussionsleitung durch Dr. Martin Grimm.

Natürlich stand das Thema Flüchtlinge“ zuerst auf dem Papier. Grillo mahnte kritisch: „Wir haben in dieser Frage bis 2015 die Augen verschlossen, außerdem sind unsere europäischen Partner nicht intensiv genug eingebunden“ und weiter: „Wenn wir diese Fragen nicht in Europa lösen können, was bleibt dann noch?“ Aber, so Grillo weiter: „Das Thema werden wir in den Griff bekommen, weil wir es müssen, es tauchen in den Medien Bilder auf, die wir nicht sehen wollen“, deswegen hoffe ich, „dass endlich Vernunft einkehrt!“ Nicht ganz ernst kam von ihm auch die Anmerkung: „Wir nehmen hier in Deutschland auch amerikanische Bürger auf, wenn die vor dem Präsidenten Trump fliehen müssen!“ Ebenfalls etwas lässig gab er zu verstehen: Auch die Grillos sind Flüchtlinge (aus Italien), aber: "das liegt aber schon zwölf Generationen zurück".

Als nächster „Knackpunkt“ stand das TTIP-Abkommen auf der Liste. Grillo dazu: „Wir in Deutschland leben vom Welthandel, wir müssen die Zölle reduzieren, setzen in Europa aber hohe Standards und halten diese für besser, als die amerikanischen. Die bisherige Informationspolitik hielt er allerdings auch für „verbesserungsfähig, da ist mehr Transparenz gefragt!“

Als drittes Diskussionsthema nahmen sich die Fragesteller die Energiewende vor. Joachim Grillo, der in Hamborn ein Unternehmen mit dem Schwerpunkt Zinkmetallurgie und Schwefelchemie leitet, sagte klar und deutlich: „Das war ein mutiger Schritt, immerhin verbraucht ein Drittel des deutschen Stromverbrauchs die Industrie im Ruhrgebiet!“ Der Unternehmer aus Duisburg dazu: „Wir haben ein hohes Energiepotential, da ist mehr Realismus gefragt!“ Der BDI-Chef zählte weiter auf: „In Deutschland stehen bereits 29 Automodelle mit Elektroantrieb zur Auswahl, aber noch zu hohe Preise und ein zu kleines Lade-Netz behindern hier einen größeren Erfolg!“

Als Vertreter des Gladbecker Handwerks meldete sich Josef Gratzfeld, der mahnte: „Eintausend Worte Deutsch und eine gute Ausbildung, da könnten die jungen Migranten die geburtenschwachen Jahrgänge gut ausgleichen!“
Zum Schluss gab der Hauptreferent zu verstehen, dass er keinesfalls in die Politik gehen möchte, „das ist völlig ausgeschlossen, mein Bereich ist die Wirtschaft!“ Zur Frage der Frauenquote in der Witschaft erklärte er: „Da sind auch Verbesserungen möglich – immerhin haben wir bereits beim BDI eine Schatzmeisterin!“ Ulrich Grillo, Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), wurde von Moderator Dr. Martin Grimm befragt.
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