Der RolfSchlaegel-Skandal: Zwischen Nibelungentreue und Zitronenfalter

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Bedingungslose und möglicherweise verhängnisvolle Treue zu Vasallen wird im Volksmund als Nibelungentreue bezeichnet. Bezugspunkt ist das mittelalterliche Nibelungenlied; Schandtaten werden ignoriert und die Treue zum Vasallen und umgekehrt beschworen.

Nun leben wir nicht mehr um Mittelalter, sondern im Internetzeitalter mit RolfSchlaegel, dem durchgeknallten städtischen Pressesprecher. Durchgeknallt deswegen, weil er jegliche Contenance im Umgang mit politisch Andersdenkenden vermissen ließ. Wohlgemerkt, wenn sie anders dachten als sein Chef, Bürgermeister Ulrich Roland. Dann hetzte Breßer-Barnebeck geifernd durch das Internet, beleidigte, diffamierte und unterstellte Gegnern übelste Dinge.

Das Nibelungenlied scheint sich in den Genen mancher Zeitgenossen eingeschlichen zu haben und hat bei einigen wohl auch den Verstand okkupiert. Wie anders ist es zu erklären, dass RolfSchlaegels Chef, Bürgermeister Roland, seit fünf Wochen seinen Teflonanzug trägt und jegliche Kritik an seinem weisungsgebundenen Mitarbeiter von sich abperlen läßt. Auch alte Kriegsweisheiten wie "Angriff ist die beste Verteidigung" finden jetzt ihre Anwendung in seinem Handeln - seine rechte Hand wird nun quasi zu seiner linken.

Der Ratsbürgerentscheid, in dessen Verlauf RolfSchlaegel zu "Topform" auflief, wurde von seinem Chef initiiert, um die Entscheidung für den umstrittenen Autobahnausbau durch Gladbeck von sich und dem Rat der Stadt, auf die Bürger zu verlagern. Dafür gab er alles: rund 50 Mitarbeiter der Stadt waren über Monate (teils offen, teils freigestellt) mit der Durchsetzung seines Wunschtraums, einer Autobahn durch Gladbeck, beschäftigt. Gutachter, die sich negativ zum Ausbau geäußert hatten, waren plötzlich anderer Meinung und hatten Beraterverträge der Stadt. Werbeflächen, Großplakate, Printmedien, Internetauftritte etc., das volle Programm lief durch. Dass er dabei völlig überzog und die Volksmeinung ins unerwünschte Gegenteil kippte, erkannte er erst am Abend nach der Abstimmung. In den Wochen danach zeigte sein Sekundant RolfSchlaegel keinerlei Zurückhaltung mehr. Seine Schüsse aus dem Hinterhalt wurden immer verletzender. Sniper Breßer-Barnebeck war keine Unterstellung zu peinlich.

Und was passierte danach? Was längst geplant war, die Umsetzung Breßer-Barnebecks in die Funktion des Wirtschaftsförderers und Stadtentwicklers, wurde vollstreckt. Angriff ist die beste Verteidigung!

Das Volk schäumt, doch halt, nicht das ganze Volk. Eine kleine Gruppe vasallentreuer, die sich vehement für den Bau einer Autobahn durch Gladbeck einsetzte und sich weiterhin DIE GRÜNEN nennt, suchte jetzt den Schulterschluss mit dem Bürgermeister. Er habe rechtens und folgerichtig gehandelt und RolfSchlaegel eine neue Aufgabe übertragen. Dass man Böcke hin und wieder zum Gärtner macht, scheint für die GRÜNEN ein hinnehmbarer Kollateralschaden zu sein.

Spricht man mit Bürgern und mit städtischen Bediensteten, auch solchen aus dem Bürgermeisterumfeld, dann wird häufig das Zitronenfalterbeispiel genannt. "Wer glaubt, dass Ulrich Roland von den anonymen Machenschaften seiner rechten Hand nichts wußte, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten."

Ein Déjà-vu-Erlebnis hat jemand, der das Gefühl hat, eine neue Situation schon einmal erlebt zu haben. Ich freue mich schon auf die nächsten Wahlabende und die Gesichter des Bürgermeisters und der GRÜNEN, am Abend des Ratsbürgerentscheids waren sie sehr "ausdrucksvoll".
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Jürgen Fehst aus Gladbeck | 04.05.2013 | 13:32  
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