Ignorieren die "PIRATEN" die Sicherheit der Feuerwehr-Einsatzkräfte?

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Auch das neue TLF 4000, das die Feuerwehr Gladbeck anschaffen will, soll ein SCANIA sein. Die Stadt verteidigt die Entscheidung für diesen Lkw-Hersteller damit, dass nur SCANIA derzeit Einsatzfahrzeuge mit Mannschaftskabinen anbiete, die dem neusten Stand der Technik (Crashtest nach Schwedennorm) entsprächen und damit den Einsatzkräften größtmögliche Sicherheit bieten würden. Foto: Braczko

Gladbeck. Der Streit zwischen den Gladbecker PIRATEN und der Stadt Gladbeck um die bevorstehende Neuanschafftung eines Feuerwehr-Einsatzfahrzeuges (TLF 4000) geht in die nächste Runde: Nachdem Thomas Weijers von den PIRATEN seine heftigen Vorwürfe in Richtung Rathaus erneuert hat, meldet sich nun erneut Stadtsprecher Peter Breßer-Barnebeck zu Wort.

Und Breßer-Barnebeck ist die anhaltende Kritik aus dem PIRATEN-Lager offensichtlich leid: „Herr Weijers behauptet im Namen der Gladbecker „Piraten“, die Stadt Gladbeck würde bei der Beschaffung von Fahrzeugen der Gladbecker Feuerwehr gegen Vergabevorschriften verstoßen. Dies ist falsch! Insofern sind auch die von den Piraten behaupteten möglichen Schadensersatzforderungen gegenstandslos. Schließlich hat es keine Einwände möglicher anderer Anbieter gegen die von der Stadt Gladbeck europaweit angekündigte Beschaffung gegeben. Im Gegenteil, das Verfahren wurde von Mitbewerbern ausdrücklich als transparent und offen gelobt."

Die PIRATEN würden bei ihrer Kritik "Äpfel mit Birnen vergleichen", erzürnt sich Breßer Barnebeck weiter. "Bei der Beschaffung von Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr ist bereits bei den Vorplanungen festzulegen, welches Anforderungsprofil, welche einsatztaktische Rahmenbedingungen das neue Fahrzeug erfüllen muss. Einfach gesagt, was braucht die Feuerwehr in Gladbeck, um ihre Aufgaben im Interesse der Gladbecker Bürgerschaft wahrnehmen zu können?", fragt der Stadtsprecher. Und Breßer-Barnebeck macht deutlich, dass eben genau dieses Vorgehen ausdrücklich einer Fachempfehlung des Deutschen Feuerwehrverbandes vom 2. Februar 2011 entspreche.

Daher seien aus Sicht des Stadtsprechers auch Vergleiche mit Beschaffungen anderen Feuerwehren absolut nicht zielführend. So würden Feuerwehren in kleineren Städten oder im ländlichen Raum andere Anforderungen an ein Tanklöschfahrzeug (zum Beispiel Schwerpunkt Waldbrandbekämpfung) stellen als die Feuerwehr Gladbeck im Ballungsraum Ruhrgebiet, in einer dichtbesiedelten Stadt mit großen Industrieunternehmen und drei Autobahnen.

Diesbezüglich verweist Breßer-Barnebeck auf die für Gladbeck vorliegende örtlichen Risiko- und Gefährdungsanalyse für Gladbeck, nach der das Anforderungsprofil für das neue Tanklöschfahrzeug TLF 4000 festgelegt worden sei. Dabei sei es ein mit entscheidendes Kriterium gewesen, dass die Mannschaftskabine die auf dem heutigen Stand der Technik (Crashtest nach Schwedennorm) größtmögliche Sicherheit bieten. Mehrere schwere Unfälle in der jüngsten Vergangenheit mit Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr im Bundesgebiet hätten die unter Umständen lebensrettenden Anforderungen unterstrichen. "Schließlich geht es hier um das Leben und die körperliche Unversehrtheit der Kolleginnen und Kollegen. Aus diesem Grund setzt die Feuerwehr Gladbeck bewusst auf Scania," erklärt Breßer-Barnebeck. Hinzu komme, dass das Fahrzeug durch zusätzliche feuerwehrtechnische Beladungen nicht nur für Brand- sondern auch für technische Hilfeleistungen universell einsetzbar sein müsse.

"Dieses Anforderungsprofil erfüllt das Vorführfahrzeug, das die Stadt Gladbeck für ihre Feuerwehr jetzt anschafft," so Peter Breßer-Barnebeck abschließend in seiner Stellungnahme.
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3 Kommentare
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Hartmut Bayersfeld aus Gladbeck | 14.03.2013 | 18:21  
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Peter Breßer-Barnebeck aus Gladbeck | 15.03.2013 | 18:38  
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Hartmut Bayersfeld aus Gladbeck | 16.03.2013 | 08:01  
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