Pflegestärkungsgesetz II: Diakonie sieht Chancen

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Geschäftsbereichsleiterin Kerstin Schönlau erläuterte Chancen aber auch Risiken des neuen Pflegestärkungsgesetzes 2. Foto: privat

Beim Neujahrsempfang der Seniorenhilfe der Diakonie Gladbeck-Bottrop-Dorsten stand das neu in Kraft getretene Pflegestärkungsgesetz II im Fokus. Im Zuge der Neuregelung wurde auch ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt, der sich in sechs Lebensbereiche auffächert. Daraus ergeben sich die neuen fünf Pflegegrade, statt der bisherigen drei Pflegestufen. Geschäftsbereichsleiterin Kerstin Schönlau erläuterte die Chancen, aber auch die Risiken des neuen Gesetzes.

Grundsätzlich berge der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff eine deutlich differenziertere Beurteilungsmöglichkeit, von der vor allem Menschen mit demenziellen Veränderungen und deren Angehörige profitieren werden. Es gebe mehr finanzielle Leistungen für ambulante und teilstationäre Unterstützungsangebote, und die Finanzierung der stationären Angebote bleibt zunächst auf einem stabilen Niveau.

Jedoch berge das neue Beurteilungs-Assessment (NBA) auch Risiken. So müsse abgewartet werden, wie die Prüfer zukünftig das Beurteilungsinstrument tatsächlich gemäß der Vorgaben umsetzen. „Fraglich ist auch, wie sich zukünftig die Schwächen des Beurteilungskataloges auf die Bewertung der Pflegebedürftigkeit auswirken werden, denn sich die Schuhe zu zu binden, bedeutet nicht selbstständig zu handeln“, ergänzt Kerstin Schönlau.

Das neue Pflegestärkungsgesetz mache nun Ernst mit dem alten Vorsatz „ambulant vor stationär“, ob jedoch die Dichte der ambulanten Versorgungsnetze und familiären Strukturen aktuell ausreichend ist, um diesem Anspruch gerecht zu werden, müsse sich erst erweisen.

Für die neuen Herausforderungen wird zukünftig ausreichend Fachpersonal benötigt. Daher engagiert sich die Diakonie seit 2015 in einer regionalen Facharbeiterinitiative „Wir können Pflege“ und „Gute Arbeit - Gute Pflege“. In einem Kurzreferat erläuterte Projektleiterin Andrea Lameck, Beraterin von Konkret Consult, die Aktionen und Ziele der Offensive, die bestehende Mitarbeiter an das Unternehmen binden sollen und neue Mitarbeitende für das Unternehmen gewinnen wollen. Denn wie die Inhalte der Pflege mit ihren zahlreichen Spezialisierungen wie Palliative-Care oder Betreuungsassistenz, hätten sich auch die Rahmenbedingungen des Berufes an die modernen Lebensweisen angepasst. So gehörten flexible Arbeitszeiten und multiple Karrierechancen schon längst zu den Attraktivitäten eines Pflegeberufes.

(Mit Material der Diakonie)
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Siegfried Räbiger aus Oberhausen | 16.01.2017 | 18:00  
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