Sag die Wahrheit

Anzeige
Als Bürgerreporter hier im Stadtspiegel kenne ich den Verhaltenskodex und akzeptiere ihn. Deshalb gilt für mich, in meinen Beitragen auch die Wahrheit zu sagen und nichts falsch darzustellen. In meinem Artikel „Der Anfang vom Ende des Diesels“ vom 09.08. kritisiert Frau Schmidt vom Bürgermeisterbüro meine Aussagen (was ihr gutes Recht ist), die ich unter "Übrigens" gemacht habe, als falsche Darstellung und geht sogar soweit, dass ich suggerieren würde, „an der Messstelle würde der Jahres-Grenzwert überschritten!“. Leider hatte ich ich bislang keine Zeit, darauf zu reagieren, tue es aber hier mit der gebotenen Sorgfalt, weil die besagte Kritik unsachlich ist und in keinster Weise den Tatsachen entspricht.

Erste Behauptung: „Sachverhalte zu Grenzwerten bzw. den Messergebnissen an der Goethestraße sind falsch dargestellt“. Diese Sachverhalte, von denen Frau Schmidt spricht, sind die Messwerte, die jedermann (so auch ich) beim Landesamt für Umwelt einsehen kann. Um die prekäre Situation in Gladbeck zu verdeutlichen, habe ich die beiden Spitzenwerte des Jahres 2016 genannt. Damit sind es amtliche Zahlen, die Fakt sind. Ferner habe ich den gültigen EU-Grenzwert genannt. Was bitte ist daran falsch dargestellt?

Zweite Behauptung: „Es wird suggeriert, dass an der Messstation an der Goethestraße der Jahres-Grenzwert von 40 μg/m³ überschritten wird“. Wenn Frau Schmidt meinen Text richtig gelesen hätte wäre ihr sicherlich aufgefallen, dass ich nichts suggeriere, sondern nur amtliche Zahlen genannt habe. 36 Prozent aller Messwerte (Stundenwerte) liegen in Gladbeck über dem Grenzwert, das ist Realität. Vom Jahresmittelwert, das ist die korrekte Bezeichnung Frau Schmidt, war bei mir nicht die Rede.

Somit komme ich zum Jahresmittelwert und zur Definition von Grenzwert sowie Luftverschmutzung, damit die Fakten etwas verständlicher werden. Im besagten Artikel hatte ich mir Politiker mit Verantwortung gewünscht, was ich in Gladbeck schmerzlich vermisse. Solche Politiker schwören, dass sie Schaden vom Bürger abwenden wollen. Meine Feststellung, dass Herr Roland keinen Handlungsbedarf sieht, stammt aus einem Artikel mit der WAZ von 2016, wo sich Herr Roland als Saubermann darstellte. Er hatte sich ein Gutachten gekauft, welches die Luftverschmutzung in Gladbeck als harmlos darstellen sollte, weil der Jahresmittelwert unter 40 lag. Dieses Gutachten griff seltsamerweise auf eine Computersimulation zurück und nicht auf die gemessenen Zahlen, die zu diesem Zeitpunkt (Sommer) noch gar nicht komplett vorlagen. Auch wenn der errechnete Wert wie auch der gemessene später übereinstimmten bedeutet das in keinster Weise, dass sich Herr Roland seiner Verantwortung stellt. Hier sei gesagt: „Mit Blickrichtung auf den Erhalt und die Verbesserung des gesetzlich normierten Schutzgutes „Gesundheit“ kann die Abwägung der widersprechenden Interessenslagen letztlich nur zu Gunsten des Gesundheitsschutzes ausfallen“ (siehe Luftreinhalteplan).

Warum? Jeder Mensch hat ein Recht auf saubere Luft. Die Luftqualitätsrichtlinien und Umweltzonen sind kein Ergebnis von Langeweile, sondern von Tatsachen. Man will eine Luftqualität erreichen, die keine erheblichen negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt hat und keine entsprechenden Gefahren verursacht (d.h.Beeinträchtigungen der Atemwege, Wirkungen auf Herz und Kreislauf und erhöhte Sterblichkeitsraten). Denn Umweltmedinziner erklären immer wieder, dass gesundheitliche Schäden auch bereits unterhalb der Grenzwerte drohen. Apropos Grenzwerte. Der Grenzwert von 40 ist nicht durch Mediziner festgelegt worden, sondern das Ergebnis von Absprachen zwischen Wirtschaft und Politk. Also rein willkürlich, damit der Wirtschaft kein Schaden entsteht (siehe Diesel Gipfel). Die Bürger hatte man schlicht vergessen. Bis Dezember 2016. Da hat die EU beschlossen, dass die Grenzwerte ab 2020 gesenkt werden sollen. Zuvor hatte das bereits die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefordert. Wenn man aus 8784 Messwerten das Jahresmittel errechnet, dann ist das Ergebnis eine kleine Schönheitsperation, die mehrere Tausend Überschreitungen (Stundenwerte) jedes Jahr verschleiert. Krank werden die Menschen trotzdem!

Der Grenzwert von 40 ist leider nur die Ausrede, ab wann Politiker tätig werden sollen. Denn sie tun es trotzdem nicht. Die Situation von Stuttgart und anderen Städten beweist: Hier sind Bürger tätig geworden. Leider und GsD. Weil Politiker untätig waren und immer noch sind. Auch in Gladbeck sind Sofortmassnahmen gefordert. Wann kommen sie ?

Übrigens: Ich freue mich trotzdem über diesen Kommentar. Denn in der Regel gibts Anzeigen des Bürgermeisters oder Einschüchterungsbriefe des Rechtsamtes.
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
4 Kommentare
12.314
Wolfgang Kill aus Gladbeck | 14.08.2017 | 12:41  
2.443
Robert Giebler aus Gladbeck | 14.08.2017 | 13:40  
231
Kurt Rohmert aus Gladbeck | 16.08.2017 | 19:55  
12.314
Wolfgang Kill aus Gladbeck | 17.08.2017 | 07:33  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.